Masterarbeit, 2008
165 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Herleitung der Aufgabenstellung
1.2 Zielstellung
2 Grundlagen des Bestandsschutzes
2.1 Strukturen des Baurechts
2.2 Voraussetzungen des Bestandsschutzes
2.2.1 Begriff des Bestandsschutzes
2.2.2 Formelle und materielle Legalität
2.2.3 Weitere Bedingungen des Bestandsschutzes
2.2.4 Folgen des Bestandsschutzes
3 Bauordnungsrecht
3.1 Zeitliche und örtliche Gültigkeit
3.1.1 1871-1925
3.1.2 1925-1958
3.1.3 1958-1966 West-Berlin
3.1.4 1958-1990 Ost-Berlin
3.1.5 1966-1990 West-Berlin
3.1.6 Ab 1990 Berlin
3.2 Zusammenstellung der Baupolizeiordnungen, Baupolizeiverordnungen und Bauordnungen
3.3 Anforderungen an den baulichen Brandschutz der einzelnen Bauordnungen
3.3.1 Baupolizeiordnung für die Stadt Berlin vom 21.04.1853
3.3.2 Baupolizeiordnung für den Stadtkreis Berlin vom 15.01.1887
3.3.3 Baupolizeiordnung für den Stadtkreis Berlin vom 15.08.1897
3.3.4 Baupolizeiverordnung für die zum Landespolizeibezirk Berlin ... vom 15.03.1910
3.3.5 Baupolizeiordnung für die Städte des Reg.Bez. Potsdam vom 26.01.1872
3.3.6 Baupolizeiordnung für die Städte des Reg.Bez. Potsdam mit Ausnahme ... vom 01.02.1894
3.3.7 Baupolizeiordnung für das platte Land des Reg.Bez. Potsdam vom 15.03.1872
3.3.8 Bauordnung für die Stadt Berlin vom 03.11.1925
3.3.9 Bauordnung für Berlin vom 21.11.1958
3.3.10 Deutsche Bauordnung vom 02.10.1958
3.3.11 Bauordnung für Berlin vom 29.07.1966
3.3.12 Bauordnung für Berlin vom 28.02.1985
3.3.13 Bauordnung für Berlin vom 29.09.2005
4 Gegenüberstellung der materiellen Anforderungen
4.1 Allgemeine Anforderungen
4.1.1 Grundanforderungen des Brandschutzes
4.1.2 Brandverhalten von Baustoffen
4.1.3 Grundlage für Bauteilanforderungen
4.1.4 Auswirkung der Bauteilanforderungen auf die Bewertung von bestehenden Bauteilen
4.2 Bauteile
4.2.1 Tragende Wände und Stützen
4.2.2 Außenwände
4.2.3 Trennwände
4.2.4 Brandwände/Gebäudeabstände
4.2.5 Decken
4.2.6 Dächer
4.3 Rettungswege und Zugänglichkeit
4.3.1 Rettungswegkonzepte
4.3.2 Notwendige Treppen
4.3.3 Notwendige Treppenräume
4.3.4 Notwendige Flure
4.3.5 Zugänge und Zufahrten
4.3.6 Bewertung der Rettungswegkonzepte und der Zugänglichkeit für die Feuerwehr
4.4 Technische Gebäudeausrüstung
4.4.1 Allgemeine Anforderungen
4.4.2 Aufzüge
4.4.3 Leitungs- und Lüftungsanlagen, Blitzschutz
4.4.4 Feuerungsanlagen
4.4.5 Räume zur Aufbewahrung fester Abfallstoffe
4.4.6 Unterschiede der Anforderungen für haustechnischen Anlagen
5 Weitere zu beachtende Verordnungen und Normen
5.1 Polizeiverordnungen und Nachträge zu den Baupolizeiordnungen
5.2 Technische Baubestimmungen
5.3 DIN 4102 und andere Normen
5.3.1 Die Entwicklung der DIN 4102
5.3.2 TGL-Normen und anhängige Vorschriften
5.4 Verordnungen und Richtlinien
5.4.1 Feuerungsverordnung
5.4.2 Garagenverordnung
5.4.3 Muster-Leitungs- und Muster-Lüftungsanlagenrichtlinie
5.4.4 Richtlinien über Flächen für die Feuerwehr
5.4.5 Sonstige Vorschriften
6 Schlussfolgerungen und Zusammenfassung
6.1 Ermittlung des Bestandsschutzes
6.2 Vergleich der Anforderungen
6.3 Resümee
6.4 Ausblick – Möglichkeiten der Vertiefung des Themas
Ziel dieser Masterarbeit ist die Entwicklung einer methodischen Grundlage zur Bewertung des Brandschutz-Bestandsschutzes für Berliner Geschosswohnungsbauten ab dem Jahr 1871. Die Arbeit untersucht die Entwicklung materieller Brandschutzanforderungen über verschiedene Bauordnungsperioden hinweg, um bei Modernisierungsmaßnahmen im Bestand eine fundierte Einordnung bestehender Abweichungen zu ermöglichen und die Erforderlichkeit von Anpassungsmaßnahmen zu klären.
3.3.1 Baupolizeiordnung für die Stadt Berlin vom 21.04.1853
Die baulichen Anforderungen dieser Baupolizeiordnung waren aus o. g. Gründen geringer als in späteren Bauordnungen. Die maßlichen Vorgaben waren in Fuß und Zoll angegeben und müssen bei Bestandsuntersuchungen entsprechend auf das metrische System umgerechnet werden. Es wurden keine grundsätzlichen Aussagen getroffen, dass die Gebäude den Anforderungen an öffentliche Sicherheit und Ordnung genügen mussten. Ebenso fehlten Angaben über die anzuwendenden Regeln bei der Erstellung von Gebäuden. Sie mussten den Vorgaben der Bauordnung entsprechen. Das zu Grunde liegende Brandschutzkonzept wurde nicht erläutert. Ebenso fehlten Angaben über die Behandlung von Abweichungen.
Aufenthaltsräume mussten etwa 2,50 m hoch sein. Die verwendeten Bauteile unterschieden sich in massive Wände, unverbrennliche oder feuersichere Bauteile sowie Bauteile, bei denen Holz als Baustoff zulässig war. Es wurden Festlegungen getroffen, wann eine Zufahrt zu hinteren Gebäudeteilen erforderlich war und dass das Gebäude an einer öffentlichen Straße errichtet werden musste, um zugänglich zu sein. Tragende Wände waren massiv zu errichten. Im Dachgeschoss war die Errichtung von verblendetem Fachwerk zulässig. Es gab keine Unterscheidung zwischen tragenden Wänden und Außenwänden. Die Bekleidung von Außenwänden mit Holzbauteilen war unzulässig. Anforderungen an Trennwände in Wohnungen galten wegen der erhöhten Brandgefahr nur für Küchen. Die Notwendigkeit von inneren und äußeren Brandmauern war vorgegeben. Diese waren massiv auszuführen und über Dach zu ziehen. Öffnungen in äußeren Brandwänden waren unzulässig. In inneren Brandwänden waren selbstschließende eiserne Türen in Öffnungen erforderlich. Als Deckenkonstruktionen waren nur Holzbalkendecken verbreitet, für die es Anforderungen an die feuersichere Ausführung gab. Die Dächer waren feuersicher herzustellen, ohne dass es in der Baupolizeiordnung Vorgaben zur Umsetzung der Anforderungen gab. Die Wohnungen mussten als Rettungsweg Zugang zu einer oder zwei Treppen haben. Es gab keine Angaben über den Verlauf und die Breite dieser Treppen. Die Treppen mussten feuersicher gebaut sein, dass heißt, in einem eigenen Treppenraum gelegen und von massiven Wänden umschlossen sein. Die Treppe selbst musste unverbrennlich sein. Die Rettungsweglänge bis zur Treppe war begrenzt. Der Zugang zu diesen Treppen musste feuersicher sein.
1 Einleitung: Herleitung der Aufgabenstellung und Definition der Zielsetzung hinsichtlich der Bewertung des Bestandsschutzes für Berliner Geschosswohnungsbauten.
2 Grundlagen des Bestandsschutzes: Erläuterung der baurechtlichen Strukturen sowie der Voraussetzungen und rechtlichen Definition des Bestandsschutzes.
3 Bauordnungsrecht: Detaillierte Darstellung der zeitlichen Entwicklung des Bauordnungsrechts in Berlin von 1871 bis heute sowie eine tabellarische Zusammenstellung und Analyse der spezifischen Baupolizeiordnungen und Bauordnungen.
4 Gegenüberstellung der materiellen Anforderungen: Vergleichende Untersuchung der Anforderungen an Bauteile, Rettungswege und technische Gebäudeausrüstung im Wandel der verschiedenen Bauordnungen.
5 Weitere zu beachtende Verordnungen und Normen: Analyse ergänzender Regelwerke wie Polizeiverordnungen, DIN-Normen (DIN 4102) und TGL-Normen (in der DDR) sowie weiterer fachspezifischer Richtlinien.
6 Schlussfolgerungen und Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Ermittlung des Bestandsschutzes und Resümee über die Schwachstellen und Möglichkeiten zur Ertüchtigung im Brandschutzbestand.
Bestandsschutz, Bauordnungsrecht, Brandschutz, Geschosswohnungsbau, Berlin, Baupolizeiordnung, Brandwand, Rettungsweg, Feuerwiderstand, Brandverhalten, Baugenehmigung, Bauteilanforderungen, technische Gebäudeausrüstung, Brandschutzkonzept, DIN 4102
Die Arbeit untersucht den Bestandsschutz von Wohngebäuden im Bundesland Berlin hinsichtlich des vorbeugenden Brandschutzes, insbesondere unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung von Bauordnungen ab 1871.
Zentrale Themen sind die bauordnungsrechtliche Entwicklung in Berlin, die Definition und Anwendung des Bestandsschutzes, die Analyse von Brandschutzanforderungen an Bauteile sowie die Beurteilung von Rettungswegen im Gebäudebestand.
Das primäre Ziel ist die Schaffung einer methodischen Grundlage, um bei Umbaumaßnahmen oder Modernisierungen in Berliner Geschosswohnungsbauten bewerten zu können, ob ein Gebäude oder Bauteil Bestandsschutz besitzt.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse der historischen Stande des Berliner Bauordnungsrechts, der Auswertung technischer Normen sowie der grafischen Visualisierung und Tabellierung der Anforderungsentwicklung.
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Baupolizeiordnungen und Bauordnungen erläutert, die materiellen Brandschutzanforderungen an Wände, Decken, Dächer sowie Rettungswege und Haustechnik analysiert und in eine vergleichende Gesamtschau gestellt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bestandsschutz, Bauordnungsrecht, Brandschutz, Geschosswohnungsbau, Berlin, Brandwand und Rettungsweg charakterisiert.
Diese Unterscheidung ist essenziell, da nur rechtmäßig errichtete oder den Anforderungen entsprechende Gebäude Bestandsschutz genießen; ein Gebäude muss sowohl eine Baugenehmigung vorweisen (formell) als auch den sachlichen Vorgaben des Bauordnungsrechts zur Errichtungszeit entsprochen haben (materiell).
Die DIN 4102, die seit 1934 existiert, dient als technisches Regelwerk zur Einstufung der Widerstandsfähigkeit von Bauteilen und hilft bei der Einordnung der Konstruktionen aus der jeweiligen Epoche in heutige Kategorien des Feuerwiderstands.
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