Magisterarbeit, 2007
122 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. ZUM BEGRIFF DES GRUNDSATZPROGRAMMS
3. DIE TRIAS DER GRUNDWERTE
FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND SOLIDARITÄT
3.1. Begriffsklärungen der Grundwerte
3.1.1. Freiheit
3.1.2. Gerechtigkeit
3.1.3. Solidarität
3.2. Das Spannungsverhältnis der Grundwerte
4. DIE GEWICHTUNG DER GRUNDWERTE IN DEN GRUNDSATZPROGRAMMEN
SPD:
4.1. Godesberger Grundsatzprogramm 1959
4.2. Berliner Grundsatzprogramm 1989
4.2.1. Ergänztes Berliner Grundsatzprogramm 1998
DGB:
4.3. Wirtschaftliche und sozialpolitische Grundsätze des DGB von 1949
4.4. Grundsatzprogramm des DGB von 1963
4.5. Grundsatzprogramm des DGB von 1981
4.6. Grundsatzprogramm des DGB von 1996
5. EIN VERGLEICH: GRUNDWERTE IN DEN GRUNDSATZPROGRAMMEN
5.1. Das SPD-Grundsatzprogramm von 1959 mit den Grundsätzen des DGB von 1949 und mit dem DGB-Grundsatzprogramm von 1963
5.2. Das SPD-Grundsatzprogramm von 1989 (1998) mit dem DGB-Grundsatzprogramm von 1981 und dem DGB-Grundsatzprogramm von 1996
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: IM PRINZIP EINIG? PERSPEKTIVEN VON SPD UND DGB
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Grundsatzprogramme des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) im Zeitraum von 1949 bis 1998, um zu prüfen, ob die formal gleichen Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zu einer inhaltlichen Einigkeit in den politischen Positionen führen.
3.1.1. Freiheit
„Verantwortung ist die unausweichliche Konsequenz der Freiheit.“ Zur Klärung des Freiheitsbegriffs werden hauptsächlich die Schriften von John Stuart Mill: „Über die Freiheit“ und John Rawls: „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ verwendet. Dies schließt die Aufnahme weiterer Titel nicht aus.
Freiheit nimmt verschiedene Erscheinungsformen an: die Gedanken- und Gewissensfreiheit, die politische Freiheit, Bürgerrechte und die persönliche Freiheit. Der Freiheitsbegriff ist auf vielfältige Art und Weise definiert und verwendbar, jedoch dient folgende Definition als Basis für diese Arbeit. Es geht hier genau wie bei Mill um „bürgerliche oder soziale Freiheit, will sagen: Wesen und Grenzen der Macht, welche die Gesellschaft rechtmäßig über das Individuum ausübt.“ Begrenzung der Freiheit und die Rechtmäßigkeit dieser Begrenzung spielen eine erhebliche Rolle in der Auseinandersetzung mit dem Freiheitsbegriff. Sowohl die französische Erklärung der Menschenrechte (Artikel 4) als auch die Allgemeine Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen (Artikel 29,2) sowie das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Artikel 2,1) benutzen ähnliche Formeln, um die Begrenzung der Freiheit des Einen durch die Freiheit des Anderen auszudrücken.
Mill erläutert die Grenzen der Freiheit an einem Beispiel zur Meinungsfreiheit: „Die Meinung, daß Getreidehändler die Armen aushungern oder daß Eigentum Diebstahl ist, sollte unangefochten bleiben“; es folgt darauf die entscheidende Einschränkung, „wenn sie [die Meinung] bloß in der Presse ausgedrückt wird, [sie] sollte aber gerechterweise Strafe nach sich ziehen, wenn man sie mündlich einer erregten Menge, die sich vor dem Hause versammelt hat, vorträgt […].“ In diesem Falle ist für Mill der Kontext der freien Meinungsäußerung relevant. Der Kontext bildet hier die Grenze der Meinungsfreiheit und die Rechtmäßigkeit bzw. Unrechtmäßigkeit der Äußerung, denn es handelt sich um eine Aufwiegelung, ohne Frage etwas Unrechtmäßiges, wenn der hier genannte Getreidehändler unmittelbar durch die freie Meinungsäußerung des Redners in seiner Existenz bedroht wird. Demnach kann der Zusammenhang, in dem eine Äußerung getätigt wird, eine Begrenzung der Freiheit des Anderen darstellen.
1. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema, Klärung der Fragestellung und Erläuterung der empirisch-analytischen Methode sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2. ZUM BEGRIFF DES GRUNDSATZPROGRAMMS: Definition und Funktion von Grundsätzen und Programmen als Richtungsweiser und identitätsstiftende Dokumente für politische Organisationen.
3. DIE TRIAS DER GRUNDWERTE: Theoretische Herleitung und Definition der Begriffe Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sowie deren Spannungsverhältnis.
4. DIE GEWICHTUNG DER GRUNDWERTE IN DEN GRUNDSATZPROGRAMMEN: Detaillierte Analyse der SPD- und DGB-Programme zwischen 1949 und 1998 hinsichtlich der Verwendungshäufigkeit und inhaltlichen Gewichtung der Grundwerte.
5. EIN VERGLEICH: GRUNDWERTE IN DEN GRUNDSATZPROGRAMMEN: Direkter Vergleich der Programme zur Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Strömungen der Arbeiterbewegung.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: IM PRINZIP EINIG? PERSPEKTIVEN VON SPD UND DGB: Zusammenfassung der Ergebnisse, Bestätigung der These und Ausblick auf die zukünftige Relevanz von Grundsatzprogrammen.
Grundsatzprogramm, SPD, DGB, Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Arbeiterbewegung, Sozialdemokratie, Gewerkschaften, Demokratieverständnis, Staatsverständnis, Sozialpolitik, Wirtschaftsordnung, Politische Programmatik, Grundwerte.
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Entwicklung der Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in den Grundsatzprogrammen der SPD und des DGB zwischen 1949 und 1998.
Zentrale Themen sind die theoretische Definition der Grundwerte, ihre tatsächliche Gewichtung in den verschiedenen Programmen sowie die Frage nach dem Staats- und Demokratieverständnis beider Organisationen.
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die formal gleichen Grundwerte tatsächlich eine Einigkeit in den politischen Positionen von SPD und DGB bedeuten oder ob Differenzen bestehen.
Die Arbeit verwendet einen empirisch-analytischen Ansatz mit einer Häufigkeitsauszählung der Begriffe Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, ergänzt durch eine tiefgehende inhaltliche Analyse der Programme.
Im Hauptteil werden die einzelnen Programme chronologisch vorgestellt, auf ihre Grundwerte hin untersucht und in vergleichenden Kapiteln gegenübergestellt.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Grundsatzprogramm, Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Sozialdemokratie, Gewerkschaften, Politik und Demokratie.
Der Zeitgeist ist eine Synthese aus gesellschaftlichem Entwicklungsstand und Wissensstand; daher werden vor allem zeitnahe Programme miteinander verglichen, um Verfälschungen durch unterschiedliche historische Kontexte zu vermeiden.
Ja, es ist ein überraschendes Ergebnis der Untersuchung, dass der Begriff Solidarität in den frühen DGB-Grundsätzen von 1949 keine Erwähnung findet, obwohl er als Basis der Gewerkschaftsidee gilt.
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