Bachelorarbeit, 2019
31 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
Brudermord aus Eifersucht
Das Erstgeborenenrecht
Blutiger Betrug
Verlorene Söhne: Lossagung und Absolution
Fazit
Die Arbeit untersucht die Funktion biblischer Vorlagen innerhalb des Vater- und Bruderkonflikts in Schillers "Die Räuber", um aufzuzeigen, wie diese Referenzen zur Charakterisierung der Figuren sowie zur Deutung ihrer moralischen Konflikte und Rollenbilder im Kontext des Sturm und Drang beitragen.
Brudermord aus Eifersucht
Der wohl bekannteste Brudermord der Bibel und die Intrige von Franz Moor fußen auf demselben Gefühl. Das, im Sturm und Drang beliebte Motiv der verfeindeten Brüder verweist bei Schiller auf Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den Grafensöhnen und dem Geschwisterpaar Kain und Abel. Die Eifersucht gegen den Bruder, hat sowohl Kain, den ersten Sohn Adams, als auch Franz, den zweiten Sohn des Grafen Maximilian Moor, erfasst. Beide leiden unter der mangelnden Anerkennung durch eine väterliche Instanz.
„Und Abel brachte auch von den erstlingen seiner heerde, und von ihren fetzen. Und der Herr sahet gnädiglich an Abel und sein opfer. Aber Kain und sein opfer sahe er nicht gnädiglich an. Da ergrimmete Kain sehr, und sein gebärdet verstellere sich.“ 1. Mose 3.4 4-5
„Und dann der trockene Alltagsmensch, der kalte, hölzerne Franz, und wie die Titelchen alle heißen mögen, die Euch der Kontrast zwischen ihm und mir mocht eingegeben haben, wenn er Euch auf dem Schoße saß oder in die Backen zwickte“ Akt 1, Szene 1 S. 15
Einleitung: Einführung in Schillers Erstlingswerk sowie die zentrale Problemstellung bezüglich der biblischen Referenzen in "Die Räuber" als Kontrapunkt zur dramatischen Handlung.
Brudermord aus Eifersucht: Untersuchung der Parallelen zwischen der Kain-Abel-Geschichte und dem Konflikt zwischen Franz und Karl Moor, fokussiert auf Eifersucht und mangelnde väterliche Anerkennung.
Das Erstgeborenenrecht: Analyse der Rivalität zwischen den Brüdern unter Rückgriff auf die biblische Erzählung von Esau und Jakob, insbesondere unter dem Aspekt der Benachteiligung des Zweitgeborenen.
Blutiger Betrug: Analyse der Manipulation des alten Moors durch Franz mittels biblischer Motive und die Bedeutung der Täuschung für die Vater-Sohn-Beziehung.
Verlorene Söhne: Lossagung und Absolution: Untersuchung der Thematik des verlorenen Sohnes und wie die Verwehrung väterlicher Absolution zu einem Bruch mit bestehenden Normen führt.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Vater-Sohn-Problematik und das Scheitern biblischer Ideale im Kontext der Charaktere und ihrer moralischen Entwicklung.
Die Räuber, Friedrich Schiller, biblische Vorlagen, Vaterkonflikt, Bruderkonflikt, Eifersucht, Sturm und Drang, Intrige, Kain und Abel, Esau und Jakob, verlorener Sohn, Rollenbilder, väterliche Autorität, Moral, Charakteranalyse.
Die Arbeit analysiert die Verwendung biblischer Motive und Geschichten in Friedrich Schillers Drama "Die Räuber" als Mittel zur Strukturierung und Differenzierung der familiären Konflikte zwischen Vater und den Söhnen.
Im Zentrum stehen die Themenkomplexe Brudermord, Eifersucht, das Erstgeborenenrecht sowie die Dynamik der "verlorenen Söhne", jeweils im Spiegel biblischer Intertexte.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schiller durch den bewussten Bezug auf biblische Stellen die Charaktere und ihre familiären Rollen sowie ihr Scheitern an gesellschaftlichen und religiösen Normen präziser definiert.
Die Autorin wendet eine vergleichende Literaturwissenschaft an, die dramatische Texte mit den entsprechenden biblischen Urtexten (sowie Sekundärliteratur) gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich nach den biblischen Vorbildern und analysiert deren Funktion für die Handlungslogik von Franz, Karl und Maximilian Moor detailliert.
Die Schlüsselwörter reflektieren die primäre literaturwissenschaftliche Fragestellung, die Epochenzugehörigkeit und die zentralen biblischen Parallelen des Werkes.
Der Text arbeitet heraus, dass Franz die biblischen Vorbilder nutzt, um seinen Vater zu manipulieren, wobei er sich selbst durch seine übersteigerte Machtfantasie in Konkurrenz zur göttlichen Ordnung setzt.
Er wird als zu schwach und naiv gezeichnet, da er unfähig ist, die Intrigen seiner Kinder zu durchschauen, und seine tiefe Liebe zu den Söhnen eine objektive Beurteilung der familiären Situation verhindert.
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