Diplomarbeit, 2002
157 Seiten, Note: sehr gut
Vorwort
Einleitung
I. Kapitel: Bestandsaufnahme
1. Multikulturalität als Merkmal der Bundesrepublik Deutschland
1.1 Demographische Bestandsaufnahme und Entwicklung der Bevölkerungszahlen
1.2 Überblick über das gesamte Migrationsgeschehen in der BRD in den 90er Jahren
1.2.1 Alterstruktur
1.2.2 Die einzelnen Zuwanderergruppen
1.3 Der Ausländerbestand
1.4 Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur
2. Traditionelle Formen sozialpädagogischer Ausbildung
2.1 Grundgedanken sozialpädagogischer Konzepte
2.2 Das Studium der Erziehungswissenschaften (Pädagogik) an der Hochschule
2.2.1 Studienaufbau und Studieninhalte
2.2.2 Berufliche Tätigkeitsfelder
2.3 Das Studium der Sozialarbeit/Sozialpädagogik an der Fachhochschule
2.3.1 Studienaufbau und Studieninhalte
2.3.2 Spezialisierungsmöglichkeiten und Ergänzungs- und Aufbaustudien
3. Arbeitsmarkt für Sozial-, Erziehungs- und Bildungsberufe
3.1 Sozialarbeiter und Sozialpädagogen der Fachhochschulen
3.2 Erziehungswissenschaftler von Universitäten
4. Verbleibsstudien von Hochschul „Diplom-Pädagogen“
4.1 Zentrale Ergebnisse der Berufsverbleibstudien
5. Berufliche Ausbildung
5.1 Formen beruflicher Weiterbildung
5.2 Rechtliche Zuständigkeit und gesetzliche Regelungen beruflicher Weiterbildung
5.3 Teilnehmermotivation und -struktur in der beruflichen Weiterbildung
5.4 Qualifikation, Qualifikationsvoraussetzungen und Aufgaben des Personals in der beruflichen Weiterbildung
6. Zusammenfassung
II. Kapitel: Theoretische Grundlagen
1. Interkulturelles Lernen - Ein Begriff macht Karriere
1.1 Begriffsbestimmungen Interkulturellen Lernens
1.2 Ziele interkulturellen Lernens
1.3 Menschliche Grunddimensionen und Bedürfnisse interkultureller Lernziele nach J. Schilling
1.4 Interkulturelles Lernen - ein Prozeß
2. Kultur
2.1 Erklärungsmodelle von Kultur
2.2 Austauschtheoretische Definition von Kultur
2.2.1 Kulturstandards
2.2.2 Zur Identifizierung von Kulturstandards
2.2.3 Zur Dynamik kultureller Standards
2.3 Vier Dimensionen kulturspezifischer Unterschiede nach G. Hofstede
2.4 Kulturelle Identität
3. Kommunikation
3.1 Modellvorstellungen zur Kommunikation
3.2 Vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun
3.3 Kommunikative Störfalle
3.3.1 Explizite Botschaften - die besondere Bedeutung von Sprache und Fremdsprache
3.3.2 Implizite Botschaften - die besondere Bedeutung der Körpersprache
3.4 Interaktionsfallen
3.4.1 Wahrnehmung
3.4.2 Stereotype/Vorurteile als Form der Wahrnehmungsvereinfachung
4. Kompetenz
4.1 Definitionen Interkultureller (Kommunikations)Kompetenz
4.2 Spezifische (soziale) Fertigkeiten interkultureller Kompetenz
4.3 Qualifikationsmerkmale Interkultureller Kompetenz
5. Zusammenfassung
III. Kapitel: Interkulturelles Training
1. Interkulturelles Lernen und interkulturelles Training
1.1 Didaktische Merkmale interkultureller Trainingsprogramme
2. Ausgewählte Grundmodelle (Methoden) interkulturellen Trainings
2.1 Fallmethode
2.1.1 Fallmethodenvariante: Analyse kritischer Ereignisse
2.1.2 Fallmethodenvariante: Kultur-Assimilator
2.2 Simulationsmodell
2.3 Feld-Simulationsmodell
2.3.1 Variante: Lokale Kultur-Erkundungen im Inland
2.4 Interkulturelle und transkulturelle Lernprojekte
2.5 Universitätsmodell
2.6 Interaktionsmodell
2.7 Übungen
3. Kritische Bewertung der dargestellten Modelle bzw. Methoden
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung interkultureller Kompetenz als Anforderungsprofil für in sozialpädagogischen Bereichen tätige Personen. Ziel ist es aufzuzeigen, dass angesichts einer zunehmend multikulturell geprägten Gesellschaft interkulturelles Lernen einen integralen Bestandteil der Aus- und Fortbildung darstellen muss, um professionelles Handeln in interkulturellen Überschneidungssituationen zu ermöglichen.
2.1 Grundgedanken sozialpädagogischer Konzepte
„Die modernen sozialpädagogischen Berufe einschließlich der Sozialarbeit haben sich traditionell verstanden als „Selbsthilfe Helfer“: Menschen, die in besondere Notlagen geraten waren oder die randständig leben mußten, sollte durch materielle Unterstützung und durch Lernen so geholfen werden, dass sie auf Dauer die Verantwortung für ihr Leben wieder übernehmen konnten.“
Die ältere, vorbürgerliche Vorstellung des „Almosengebens“, welche der christlichen Tradition im Rahmen der Theologie entsprach und die Hilfe für die Armen als von Gott gewünschte Pflicht ansah, wurde durch diese neuerliche Vorstellung der „Hilfe zur Selbsthilfe“ abgelöst. Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“, als modernes, bürgerliches Konzept, pädagogisierte nunmehr die Armut, d.h.„die Hilfe wurde mit der Erwartung gewährt, dass der Partner auch willens sei, nach seinen Kräften sich aus seiner Notlage zu befreien und sich in die normale bürgerliche Welt - vor allem in die Arbeitswelt - zu integrieren.“
Seit den 70er Jahren hat eine politische Erweiterung des sozialpädagogischen Verständnis stattgefunden. In diesem Verständnis ging es um die „Beseitigung der konkreten Ursachen beziehungsweise der Hemmnisse, die einer Verbesserung der Lage im Wege stehen.“ Das kann zum Beispiel: bessere materielle Versorgung heißen; Verminderung des demütigenden Druckes der Sozialadministration und der Polizei; Konzepte zur sozialen Integration spezifischer Gruppen.
1. Multikulturalität als Merkmal der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel liefert eine demographische Bestandsaufnahme und analysiert die Entwicklung des Migrationsgeschehens, um die Relevanz interkultureller Anforderungen für soziale Berufe zu begründen.
2. Traditionelle Formen sozialpädagogischer Ausbildung: Hier werden die bestehenden Ausbildungsgänge kritisch beleuchtet und das Defizit einer systematischen interkulturellen Qualifizierung aufgezeigt.
3. Arbeitsmarkt für Sozial-, Erziehungs- und Bildungsberufe: Das Kapitel bietet einen Überblick über das Berufsfeld und die Erwerbssituation, um die Bedeutung berufsrelevanter Kompetenzen zu unterstreichen.
4. Verbleibsstudien von Hochschul „Diplom-Pädagogen“: Basierend auf empirischen Daten werden die Einschätzungen der Ausbildung durch Ehemalige analysiert, wobei eine mangelnde Praxisrelevanz bezüglich interkultureller Anforderungen hervortritt.
5. Berufliche Ausbildung: Es wird zwischen Erstausbildung und Weiterbildung unterschieden und die Notwendigkeit aufgezeigt, interkulturelle Themen verstärkt in diese Konzepte zu integrieren.
6. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, um die Notwendigkeit einer interkulturell orientierten Professionalisierung in der sozialen Arbeit zu bekräftigen.
Interkulturelle Kompetenz, Sozialpädagogik, interkulturelles Lernen, Migration, multikulturelle Gesellschaft, Kulturstandards, soziale Arbeit, berufliche Weiterbildung, Kommunikationsstörungen, Ausländerarbeit, Interaktionsfähigkeit, Trainingsmodelle, Professionalisierung, Identität, Diversität.
Die Diplomarbeit untersucht die wachsende Bedeutung interkultureller Kompetenz als zwingende Anforderung für professionelles sozialpädagogisches Handeln in einer zunehmend durch Migration geprägten Gesellschaft.
Die Arbeit verknüpft demographische Bestandsaufnahmen, Analysen sozialpädagogischer Ausbildungskonzepte, theoretische Grundlagen zu Kultur und Kommunikation sowie die Evaluation von Trainingsmethoden für die Praxis.
Das Ziel ist der Nachweis, dass das Anforderungsprofil für Sozialpädagogen sich durch gesellschaftliche Entwicklungen gewandelt hat und interkulturelle Kompetenz einen festen Platz in der fachlichen Aus- und Fortbildung benötigt.
Die Autorin nutzt eine wertfreie Analyse wissenschaftlicher Thesen und empirischer Forschungsergebnisse, die durch eine kritische Beurteilung in den jeweiligen Kapiteln ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der multikulturellen Realität, theoretische Grundlagen des interkulturellen Lernens und der Kommunikation sowie die Vorstellung konkreter Modelle für interkulturelle Trainings.
Wichtige Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Sozialpädagogik, interkulturelles Lernen, Migration, Kulturstandards und berufliche Professionalisierung.
Die Autorin sieht den Kultur-Assimilator als nützliches Werkzeug, um spezifische Kulturen kennenzulernen, kritisiert jedoch, dass er kaum Raum zur Einübung konkreter Handlungsstrategien bietet.
Die traditionelle Ausbildung vernachlässigt laut Autorin die Komplexität interkultureller Überschneidungssituationen und hält an einem homogenen Gesellschaftsbild fest, das der heutigen Realität nicht mehr entspricht.
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