Bachelorarbeit, 2022
39 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Entstehung aktiver latenter Steuern
2.2 Entstehung passiver latenter Steuern
2.3 Klassifizierung von Differenzen
2.4 Konzepte zur Abgrenzung latenter Steuern
2.5 Methoden zur Bewertung latenter Steuern
3. Gesetzliche Vorgaben im handelsrechtlichen Jahresabschluss
3.1 Bilanzierungspflicht und größenabhängige Erleichterungen
3.2 Ansatz und Bewertung latenter Steuern
3.3 Ausweis aktiver und passiver latenter Steuern
3.3.1 Behandlung in der Gewinn- und Verlustrechnung
3.3.2 Ausweis im Anhang
3.4 Verlustvorträge
3.5 Latente Steuern im Konzernabschluss
3.5.1 Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen
3.5.2 Bilanzierung im Konzernabschluss
4. Steuerliche Latenzen in der Unternehmenspraxis
4.1 Untersuchungsgegenstand
4.2 Vorgehensweise
4.3 Ausweis in der Bilanz
4.4 Angaben latenter Steuern im Anhang
4.4.1 Erfüllung des § 285 Nr. 29 HGB
4.4.2 Umsetzung des § 285 Nr. 30 HGB
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Bilanzierung latenter Steuern im handelsrechtlichen Einzelabschluss unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anforderungen des HGB sowie deren praktische Umsetzung in ausgewählten Unternehmen, um die Rolle und Aussagekraft dieser Positionen zu evaluieren.
2.1 Entstehung aktiver latenter Steuern
Aktive latente Steuern entstehen grundsätzlich durch unterschiedliche Wertansätze in der Handels- und Steuerbilanz, wodurch der handelsrechtliche Gewinn geringer ausfällt als der steuerliche Gewinn. Hieraus lassen sich zwei Ursachen ableiten. Zum einen werden Vermögensgegenstände in der Handelsbilanz niedriger oder lediglich in der Steuerbilanz ausgewiesen. Zum anderen werden Schulden ausschließlich in der Handelsbilanz angesetzt oder im Vergleich zur Steuerbilanz höher bewertet.
Ein Beispiel für die Bildung aktiver Latenzen ist die Drohverlustrückstellung, die nach § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden ist. In der Steuerbilanz hingegen gilt gemäß § 5 Abs. 4a EstG ein Ansatzverbot. Somit entstehen Differenzen bei der Gewinnermittlung, wodurch ein niedrigerer handelsrechtlicher Gewinn ausgewiesen wird. Im Falle einer Realisation des Verlustes im Folgejahr, wird die handelsrechtlich gebildete Rückstellung verbraucht. Mangels Rückstellenbildung in der Steuerbilanz wird der Verlust nun als Aufwand erfasst und mindert den steuerrechtlichen Gewinn und somit ebenfalls die Steuerlast. Folglich werden bereits im ersten Jahr aktive Latenzen in Höhe der künftigen Steuerentlastung abgegrenzt. Hierbei wird der Unterschiedsbetrag der Bilanzen mit dem Steuersatz des Unternehmens verrechnet und als aktive latente Steuer ausgewiesen.
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, des Ziels der Arbeit und des methodischen Vorgehens bei der Untersuchung der Bedeutung latenter Steuern.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Entstehungsursachen, Klassifizierung von Differenzen sowie Abgrenzungs- und Bewertungsmethoden für latente Steuern.
3. Gesetzliche Vorgaben im handelsrechtlichen Jahresabschluss: Darstellung der HGB-Vorschriften für Einzel- und Konzernabschlüsse inklusive Bilanzierungspflichten und Ausweisregeln.
4. Steuerliche Latenzen in der Unternehmenspraxis: Empirische Untersuchung der praktischen Darstellung in Bilanzen und Anhang von zehn Unternehmen aus dem MDAX und SDAX.
5. Fazit: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse über die Komplexität der Materie und die geringe Transparenz der in der Praxis gewählten Darstellungsformen.
Latente Steuern, Handelsbilanz, Steuerbilanz, HGB, BilMoG, Temporary-Konzept, Aktive Latenzen, Passive Latenzen, Ansatzwahlrecht, Saldierung, Anhang, Bilanzanalyse, Verlustvorträge, Steueraufwand, Steuersätze.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anforderungen an die Bilanzierung latenter Steuern im handelsrechtlichen Jahresabschluss und prüft, wie Unternehmen diese komplexen Vorgaben in der Praxis umsetzen.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung latenter Steuern, die gesetzlichen Regelungen nach HGB sowie die praktische Analyse der Ausweis- und Anhanggestaltung in Unternehmensabschlüssen.
Das Ziel ist, einen Gesamtüberblick über die handelsrechtliche Bilanzierung latenter Steuern zu geben und zu untersuchen, inwieweit die gesetzlichen Spielräume in der Unternehmenspraxis zur Transparenz gegenüber den Adressaten genutzt werden.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur und Gesetzestexte mit einer empirischen Untersuchung von zehn Jahresabschlüssen börsennotierter Unternehmen aus MDAX und SDAX.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie eine detaillierte Analyse der praktischen Umsetzung und Publizität im Konzern- und Einzelabschluss.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie latente Steuern, HGB, Temporary-Konzept, Saldierung und Anhangangaben geprägt.
Das durch das BilMoG eingeführte Temporary-Konzept erfordert eine bilanzorientierte Betrachtung sämtlicher Wertunterschiede, was im Vergleich zum rein gewinnorientierten Timing-Konzept einen deutlich höheren Prüfaufwand pro Bilanzposition nach sich zieht.
Das Stetigkeitsprinzip verpflichtet Unternehmen dazu, einmal getroffene Entscheidungen zur Inanspruchnahme von Ansatz- oder Ausweiswahlrechten in Folgeperioden beizubehalten, um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten.
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