Masterarbeit, 2022
53 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Zwischen den Geschlechtern
2.1 Der männliche und weibliche Körper im 17. Jahrhundert
2.2 Scheitern in der männlichen Rolle
2.2.1 Johanna, Johann und Harald
2.2.2 Jakob
3. Körper aus den Augen der Erzählerin
3.1 Verwundbarkeit und Abscheu
3.2 Aggressivität und Weiblichkeit
3.3 Der auf Distanz gehaltene Leser
4. Zerstörte Körper
4.1 Sag - und Zeigbares
4.2 Entmenschlichung durch Sprache und Bild
4.3 Die Zerstörung von Körpern und ihre Konsequenzen
5. Fazit
Die Arbeit untersucht mithilfe einer film- und comicwissenschaftlichen Analyse von Lukas Kummers Graphic Novel „Die Verwerfung“, wie Körper im Kontext des Dreißigjährigen Krieges durch die subjektive Wahrnehmung der Protagonisten, Geschlechterrollen und die Erfahrung von Gewalt geformt, entmenschlicht oder zerstört werden.
3.3 Der auf Distanz gehaltene Leser
Zwischen Leser und Erzähler herrscht eine eine intime Form der Verständigung. Der Erzähler bietet einen Einblick in seine Welt und Sichtweise und setzt dafür ein Interesse des Lesers voraus. Durch die subjektive Erzählerin in “Die Verwerfung” erhält diese Intimität einen besonderen Charakter.
Der Leser verfolgt im Laufe der Geschichte die Ich-Erzählerin, selbst wenn sich diese von ihrem Bruder entfernt. Dies zum Trotz werden in einigen Situationen Informationen vorenthalten, welche der Erzählerin eindeutig zugänglich sind. Auf der Textebene zeigt sich dies durch die Abwesenheit von Schilderungen zu wichtigen Ereignissen oder noch allgemeiner, der völligen Abwesenheit von Text. Hiervon ausgenommen sind Situationen, in welchen absolute Stille vermittelt werden soll, welche keine Durchbrechung durch eine Erzählerstimme findet.
Auf Bildebene zeigt sich die Distanz zum Leser durch die Änderung der Ansicht in eine weite Ansicht oder Totale. Auch ein vollständiger Perspektivwechsel, sodass die Charaktere nicht mehr sichtbar sind ist möglich.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung des Körpers als Reflexionsfläche in Comics und führt in das Setting des Dreißigjährigen Krieges ein, in dem Normen für Körper und Geschlechterrollen erodieren.
2. Zwischen den Geschlechtern: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld der Geschlechtsidentität, in dem Johanna durch das Rollenmodell „Harald“ versucht, sich in einer gewalttätigen Welt zu behaupten.
3. Körper aus den Augen der Erzählerin: Hier wird untersucht, wie die subjektive Wahrnehmung Johannas die Darstellung von Verwundbarkeit, Abscheu und Aggressivität steuert und welche Distanztechniken gegenüber dem Leser angewandt werden.
4. Zerstörte Körper: Das Kapitel befasst sich mit der visuellen und sprachlichen Darstellung von Gewalt und diskutiert, wie Individuen durch Dehumanisierung und ihre Funktion als Ressourcen entmenschlicht werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Johanna und Jakob an den äußeren Umständen scheitern und ihre Identitätsentwürfe im Krieg ausgelöscht werden, wobei der Körper als Spiegel ihres Innenlebens dient.
Graphic Novel, Dreißigjähriger Krieg, Geschlechterrollen, Körperdarstellung, Subjektives Erzählen, Gewalt, Entmenschlichung, Kindersoldaten, Comic-Analyse, Trauma, Identitätsverlust, Distanz, Männlichkeit, Weiblichkeit, Lukas Kummer
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Körpern und deren Zerstörung in Lukas Kummers Comic „Die Verwerfung“ vor dem historischen Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges.
Im Zentrum stehen die Auflösung von Geschlechterrollen, die Auswirkungen von extremem Hunger und Gewalt sowie die Wahrnehmung von Körpern durch eine subjektive Ich-Erzählerin.
Ziel ist es zu analysieren, wie die Erzählerin durch ihre Wahrnehmung die Darstellung von Körpern beeinflusst und wie sie dabei Mechanismen wie Entmenschlichung einsetzt, um mit der eigenen Situation umzugehen.
Die Autorin verwendet eine comicwissenschaftliche Analyse, ergänzt durch historische Quellen zum Dreißigjährigen Krieg und Theorien zur Gender- und Identitätskonstruktion.
Der Hauptteil analysiert die Geschlechterdynamik zwischen den Geschwistern, die Funktion der Ich-Erzählerin für die Leserdistanz und verschiedene Stufen der Entmenschlichung von Leichen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Körperdarstellung, Subjektives Erzählen, Geschlechterrollen, Gewalt, Entmenschlichung und die Unterscheidung zwischen Sag- und Zeigbarem im Comic.
„Harald“ fungiert für Johanna als Schutzmaske und Identität in einer männerdominierten Welt, während „Johanna“ als ihr biologisches Geschlecht stets als Ziel für Gewalt markiert bleibt.
Die Distanz dient Johanna dazu, sich von traumatischen Gewalterfahrungen (z.B. bei der Vergewaltigung) zu distanzieren oder den Leser bei moralisch fragwürdigen Taten (z.B. Mord) auf Abstand zu halten.
Die extreme Notslage führt dazu, dass Körper nicht mehr als menschliche Individuen, sondern zunehmend als Ressourcen oder bloße Bestandteile der Landschaft wahrgenommen werden.
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