Bachelorarbeit, 2022
36 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. State of the Art: Deutsches und Europäisches Engagement im Sahel
2.1 Chronologie des deutschen und europäischen Engagements in der Sahelzone
2.2 Wissenschaftliche Betrachtung, Einordnung und Begleitung des Konflikts
3. Theoretischer Framework, Methodologie und Methodik
3.1 Theoretischer Rahmen und Methodologie
3.1.1 Objektive Hermeneutik
3.1.1.1 Rekonstruktion, Sinn und latente Sinnstrukturen
3.1.1.2 Abduktion und der abduktive Schluss
3.1.1.3 Künstliche Naivität und Kontextwissen, Zweistufigkeit
3.1.1.4 Regulative Prinzipien und Quellenauswahl
3.1.2 Amerikanischer Pragmatismus und Handlungsregeln
3.2 Methodik und Ablauf der Analyse
4. Untersuchung
5. Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage
6. Fazit, Ausblick und Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die handlungsleitenden Überzeugungen und Motivationen der deutschen Bundesregierung im Hinblick auf die Neuausrichtung ihres Sahel-Engagements, insbesondere den Übergang von Mali zum Niger im Rahmen der EUTM-Mission.
Sequenz 2: „zu einer temporären, graduellen und reversiblen Aussetzung“
Als zentrales Objekt in diesem Satz und einziges Nomen in der Sequenz fällt zunächst das Sprachzeichen „Aussetzung“ auf. Es findet also ein, zunächst noch nicht näher erläuterter, Prozess statt, der durch die Entscheidung der EU ausgesetzt wird. Ein Aussetzen impliziert auch ein vorheriges Einsetzen. Dieses könnte durch die EU oder zunächst durch eine dritte Partei eingesetzt worden sein, sodass der Prozess danach in die EU eingegliedert wurde. Es ist zu beachten, dass ein Aussetzen ausdrücklich keine finale Beendigung darstellt und die Möglichkeit der Wiedereinsetzung impliziert ist. Man kann es wie einen Kompromiss zwischen „Fortführen“ und „Beenden“ lesen. Über den Prozess ist zunächst nichts bekannt, er könnte militärischer, diplomatischer oder auch wirtschafts- oder entwicklungspolitischer Natur sein, all dies sind vorstellbare Alternativen eines durch die EU aussetzbaren Prozesses.
Die Aussetzung wird näher spezifiziert und qualifiziert. „Temporäre“ deutet darauf hin, dass die Aussetzung zeitlich begrenzt ist. Die Benutzung dieses qualifizierenden Adjektivs könnte als Redundanz empfunden werden, da eine Aussetzung, ungleich der Beendigung, immer temporär ist. Wir verstehen dies aber als Spezifizierung und vor allem als Betonung der zeitlichen Begrenzung. Dies könnte darin begründet sein, dass der Wunsch bestehen könnte, zur Zeit vor der Aussetzung zurückzukehren und den Prozess wiederaufzunehmen. Zudem ist auch die konkrete Dauer nicht spezifiziert. „Graduell“ legt nahe, dass auf eine abgestufte Aussetzung Wert gelegt wird. Es soll nichts überstürzt werden, viel mehr soll Stück für Stück und vorsichtig vorgegangen werden. Man kann den Eindruck bekommen, dass eine gewisse Angst mitspielt, dass die durch den Prozess möglicherweise erzielten Gewinne verloren gehen könnten. Möglicherweise wird aber auch hier auf einen Kompromiss zwischen denen, die schnell den Prozess beenden und denen, die ihn fortführen wollen, hingearbeitet. Auffällig ist auch die Qualifizierung als „reversibel“. Offenbar besteht ein Wunsch, die Möglichkeit der Umkehrbarkeit des Prozesses zu bewahren.
1. Einleitung: Stellt die aktuelle Krisensituation in Mali dar und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Neujustierung deutscher Sahel-Politik ein.
2. State of the Art: Deutsches und Europäisches Engagement im Sahel: Verortet die Sicherheitslage in Mali und Niger und beleuchtet den wissenschaftlichen Diskurs sowie die Chronologie des Engagements.
3. Theoretischer Framework, Methodologie und Methodik: Erläutert die theoretischen Grundlagen der objektiven Hermeneutik und des Pragmatismus sowie das methodische Vorgehen der Sequenzanalyse.
4. Untersuchung: Führt die praktische Sequenzanalyse des Regierungsantrags zur EUTM-Mandatsverlängerung durch.
5. Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfrage: Synthetisiert die Ergebnisse der Analyse und beantwortet die Frage nach den Motivationen und Überzeugungen der Bundesregierung.
6. Fazit, Ausblick und Schlussbemerkungen: Reflektiert kritisch die Zukunft des deutschen Engagements und zieht Lehren aus der bisherigen Sahel-Strategie.
Sahel, Mali, Niger, Bundesregierung, EUTM Mali, objektive Hermeneutik, Sequenzanalyse, Sicherheitspolitik, Außenpolitik, Militärhilfe, Terrorismusbekämpfung, Handelsregeln, Governance, Krisenmanagement, Mandatsverlängerung
Die Arbeit befasst sich mit der Neuausrichtung des deutschen militärischen Engagements im Sahel-Raum, insbesondere dem Abzug bzw. der Reduzierung militärischer Unterstützung in Mali bei gleichzeitigem Fokus auf den Niger.
Zentrale Themen sind die europäische Sicherheitspolitik, die Analyse politischer Diskursinhalte durch wissenschaftliche Methoden sowie die Auswirkungen lokaler Krisen in Mali auf das internationale Handeln Deutschlands.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die handlungsleitenden Überzeugungen und Motivationen der Bundesregierung im Prozess der Sahel-Politik-Änderung mittels einer sequenziellen Textinterpretation aufzudecken.
Es wird die Methode der objektiven Hermeneutik in Kombination mit dem amerikanischen Pragmatismus angewandt, um latente Sinnstrukturen in Texten der Bundesregierung zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der gewählten Analysewerkzeuge und eine detaillierte, zehnstufige Sequenzanalyse eines konkreten Regierungsantrags zur EUTM-Mandatsverlängerung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sahel, Mali, Niger, EUTM Mali, objektive Hermeneutik, Sequenzanalyse, Sicherheitspolitik und Außenpolitik bestimmt.
Der Niger gilt im Vergleich zu Mali als demokratisch gefestigter und pro-westlicher Partner, auf den Deutschland und die EU nach dem Zerwürfnis mit der malischen Militärjunta verstärkt setzen.
Sie dient dazu, das Vorwissen des Forschenden temporär auszublenden, um den Text der Bundesregierung ergebnisoffen und rein auf Basis der Wortwahl zu analysieren.
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