Examensarbeit, 2007
151 Seiten
1. Einleitung
2. Aufbau der Arbeit
3. Biologische Grundlagen
3.1 Morphologische und physiologische Grundlagen
3.1.1 Aufbau und Funktion der Skelettmuskulatur
3.1.2 Der kontraktile Apparat der Skelettmuskelfaser
3.1.3 Die Muskelfasertypen
3.2 Neuromuskuläre Grundlagen
3.2.1 Willkürliche Aktivierungsfähigkeit
3.2.2 Intermuskuläre Koordination
3.3 Grundlagen der Energiebereitstellung
3.3.1 Energiebereitstellung im Krafttraining
4. Die konditionelle Fähigkeit Kraft
4.1 Definition der konditionellen Fähigkeit Kraft
4.2 Struktur und Erscheinungsformen der Kraftfähigkeiten
4.3 Maximalkraft
4.3.1 Definition
4.3.2 Das Strukturmodell der Maximalkraft
5. Anpassungsvorgänge an Krafttraining
5.1 Morphologische Adaptionen
5.1.1 Hypertrophie
5.1.2 Hyperplasie
5.1.3 Die Bedeutung von Satellitenzellen als Auslöser für morphologische Anpassungsreaktionen des Skelettmuskels auf molekularer Ebene
5.2 Neuromuskuläre Adaptionen
5.3 Weitere Adaptionen
6. Trainingsprinzipien und Trainingsmethoden im Krafttraining
6.1 Allgemeine Trainingsprinzipien
6.2 Trainingsmethoden des Krafttrainings
6.2.1 Methoden zur Steigerung der Maximalkraft
6.2.2 Hypertrophiemethode
6.2.3 IK-Methode
7. Maximalkrafttests kritisch beleuchtet
7.1 Das individuelle hypothetische Maximalgewicht (h1RM)
8. Einsatz- vs. Mehrsatztraining – Zur Satzdiskussion im Krafttraining
8.1 Die Philosophie des Einsatztrainings
8.2 Die Problematik der Definition von Einsatztraining
9. Stand der Forschung
10. Allgemeine Fragestellung und Hypothesenbildung
10.1 Vorüberlegungen und Test- bzw. Trainingsplanung
10.1.1 Planung der Untersuchungsmethodik
10.1.2 Trainingsplanung
11. Untersuchungsdesign
11.1 Personenstichprobe
11.2 Aufstellung der Variablen
11.2.1 Unabhängige Variablen
11.2.2 Abhängige Variablen
11.2.3 Weitere Variablen
11.3 Treatment
12. Untersuchungsmethodik und Instrumentarium
12.1 Untersuchungsmethodik zur Bestimmung der isometrischen und dynamischen Maximalkraft
12.1.1 Testgerät zur Messung der isometrischen Maximalkraft
12.1.2 Auswertung der Daten / Isometrische Maximalkraft
12.1.3 Abschätzung der Messgenauigkeit und Gütekriterien der isometrischen Maximalkraftmessung
12.1.4 Testgeräte zur Messung der dynamischen Maximalkraft
12.1.5 Weitere Trainingsgeräte
12.1.6 Auswertung der Daten - Dynamische Maximalkraft
12.1.7 Abschätzung der Messgenauigkeit und Gütekriterien der dynamisch-konzentrischen Maximalkraftmessung
12.2 Testabläufe (Vor-, Zwischen- und Nachtests)
12.2.1 Testablauf der isometrischen Maximalkraftmessungen
12.2.2 Testablauf der dynamischen Maximalkraftmessungen
13. Trainingsablauf
14. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
14.1 Statistisch überprüfbare Hypothesen
14.1.1 Hypothesen, die von gruppenunspezifischen Veränderungen durch das Training ausgehen
14.1.2 Hypothesen zum Vergleich der beiden Trainingsgruppen
14.2 Deskriptive Statistik
14.3 Inferenzstatistik / Überprüfung der Hypothesen
15. Diskussion der Ergebnisse
16. Ausblick und Folgerungen für die Trainingspraxis
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Effekte eines dynamischen Krafttrainings mit unterschiedlicher Satzzahl auf die Maximalkraftentwicklung bei untrainierten Personen zu untersuchen, um die wissenschaftliche Debatte zwischen Einsatz- und Mehrsatztraining praxisnah zu beleuchten.
3.1.2 Der kontraktile Apparat der Skelettmuskelfaser
Die Muskelfasern stellen die zellulären Elemente des Skelettmuskels dar, deren ausschließliche Aufgabe darin besteht Kraft auszuüben. Dabei handelt es sich um Riesenzellen mit einem Durchmesser von 50 μm und einer Länge von bis zu 10 cm (Billeter & Hoppeler, 1994). Etwa 80% der Muskelfaser bestehen aus zylindrischen, kontraktilen Elementen, den Myofibrillen.
Die seit den 70er Jahren diskutierte Querbrückentheorie (Noble und Pollack, 1977, nach Martin et al., 1993) besagt dagegen, dass die Spannungsentwicklung innerhalb eines Muskels auf einer Interaktion von Milliarden von Myosinköpfen mit dem Aktin beruht. Im Querbrückenzyklus (Abb. 4) nimmt das Myosin Kontakt mit dem Aktin auf, zieht sich mit ruderartigen Bewegungen am Aktin entlang und lässt die Verbindung wieder los, um gleich darauf erneut mit dem nächsten Aktin zu interagieren. „Es ist evident, dass eine größere Muskelmasse mit mehr Sarkomeren eine höhere absolute Anzahl an aktiven Querbrücken gestattet und somit eine höhere Maximalkraft entfalten kann“ (Güllich & Schmidtbleicher, 1999, S. 226).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Kontroverse um die optimale Satzzahl im Krafttraining und begründet die Notwendigkeit eines Trainingsexperiments mit untrainierten Personen.
3. Biologische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Skelettmuskulatur, die motorischen Einheiten, Muskelfasertypen sowie die neuromuskulären und energetischen Grundlagen für Kraftleistungen.
4. Die konditionelle Fähigkeit Kraft: Es erfolgt eine Definition des Kraftbegriffs und eine differenzierte Betrachtung der Erscheinungsformen sowie des Strukturmodells der Maximalkraft.
5. Anpassungsvorgänge an Krafttraining: Das Kapitel behandelt morphologische Adaptionen wie Hypertrophie und Hyperplasie sowie die Rolle von Satellitenzellen und neuromuskuläre Anpassungsmechanismen.
6. Trainingsprinzipien und Trainingsmethoden im Krafttraining: Neben allgemeinen Trainingsprinzipien werden spezifische Methoden zur Steigerung der Maximalkraft, insbesondere die Hypertrophiemethode und die IK-Methode, dargestellt.
14. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten der Maximalkrafttests werden deskriptiv und statistisch analysiert, um die aufgestellten Hypothesen zu überprüfen.
Maximalkraft, Einsatztraining, Mehrsatztraining, Hypertrophie, Krafttraining, Muskelquerschnitt, neuromuskuläre Anpassung, h1RM, Skelettmuskulatur, Krafttraining für Anfänger, Belastungssteuerung, Trainingswissenschaft, Maximalkraftdiagnostik, motorische Einheiten, Energiebereitstellung.
Die Arbeit untersucht, ob ein Einsatztraining eine effektive Alternative zum klassischen Mehrsatztraining darstellt, insbesondere bei zuvor untrainierten Krafttrainingsanfängern.
Die Themen umfassen biologische und neuromuskuläre Grundlagen der Kraft, Trainingsmethodik, Diagnoseverfahren zur Maximalkraftbestimmung und die Analyse der Trainingsvolumen-Diskussion.
Das Ziel ist es, durch ein praxisnahes Trainingsexperiment die Wirksamkeit von Einsatz- versus Mehrsatztraining auf die Maximalkraft zu vergleichen und wissenschaftlich fundierte Aussagen für die Trainingspraxis zu treffen.
Es wurde ein 10-wöchiges Trainingsexperiment mit drei Gruppen (Einsatz-, Mehrsatz-, Kontrollgruppe) durchgeführt, wobei die Maximalkraft isometrisch und dynamisch gemessen und mittels statistischer T-Tests und U-Tests ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Muskelphysiologie und Krafttheorie sowie einen experimentellen Teil, der das Design, die Durchführung und die statistische Auswertung des Trainingsexperiments darlegt.
Wichtige Begriffe sind Maximalkraft, Hypertrophie, Einsatztraining, Mehrsatztraining, neuromuskuläre Koordination, Kraftdefizit, h1RM-Konzept und Trainingsadaption.
Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr bei traditionellen Maximalkrafttests (1RM) bei Anfängern wird das h1RM als sicherere, submaximale Alternative genutzt, um Trainingsgewichte wissenschaftlich fundiert zu berechnen.
Die Ergebnisse zeigen keine statistisch signifikante Überlegenheit einer Methode bei der Maximalkraftentwicklung, wobei das Mehrsatztraining tendenziell höhere absolute prozentuale Kraftzuwächse aufweist.
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