Bachelorarbeit, 2008
44 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Einleitung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Das Leben Ibn Khalduns
2.1 Khalduns Werke
2.2 Thesen und Aussagen über die Ökonomie
2.3 Khaldun und der Staat
3 Ökonomie aus islamischer Sicht
3.1 Spekulation und Hortung
3.2 Handel, Zinsen
3.3 Zakat (Armensteuer)
4 Khaldun und ökonomisch theoretische Ansätze - ein Vergleich
4.1 Die tableau économique von Francois Quesnay
4.2 Die Arbeitsteilung von Adam Smith
4.3 Staatsintervention nach Adam Smith und David Ricardo
4.4 Arbeitswerttheorien
5 Khaldun´ s Thesen in der heutigen Zeit
6 Schlusswort
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Ibn Khaldun als bedeutenden, aber im westlichen Raum oft unterschätzten Wirtschafts- und Staatstheoretiker vorzustellen. Durch den Vergleich seiner Thesen aus der „Muqaddima“ mit denen klassischer westlicher Ökonomen wird untersucht, inwieweit Khaldun als Vorgänger für moderne wirtschaftswissenschaftliche Konzepte gelten kann und welche Übereinstimmungen bzw. Unterschiede aufgrund kultureller Hintergründe existieren.
2.3. Khaldun und der Staat
Wie eingangs betont, war Ibn Khaldun auf vielen wissenschaftlichen Gebieten zuhause. Er erkannte auch, dass sich Wirtschafts- und Staatsform zu einem großen Teil gegenseitig bedingen. Daher soll hier, nachdem Khalduns wirtschaftlichen Theorien vorgestellt wurden, ergänzend seine Staatstheorie betrachtet werden.
Khaldun bezieht sich bei seinen Erklärungen zum Staat auf seine empirischen Beobachtungen der historischen Geschehnisse und seine persönlichen Erfahrungen als Staatsmann. Er geht hierbei überwiegend von islamischen Staaten aus. Ibn Khaldun erklärt den Staat als ein Gebilde, das einem Individuum ähnelt. „Ein Staat hat seine natürliche Lebensdauer, in der er heranreift“. Dazu sagt er „Wie jedem Wesen, das geboren wird, der Tod bestimmt ist, so nimmt auch der Staat zunächst eine Entwicklung nach aufwärts, erreicht einen Höhepunkt, um dann notwendig sich in einer Abwärtsentwicklung dem Verfall und schließlich Untergang zu nähern“.
Deutlich wird dieses in seiner zentralen Kernthese der Asabiya, wonach jede neue Dynastie nur aufgrund einer stark ausgeprägten Asabiya aufsteigen kann. Diese mit Gemeinsinn zu übersetzende Geisteshaltung ist in der Regel bei den Nomaden stärker ausgeprägt als bei Stadtbewohnern. Das Herrschaftssystem, das dem Untergang geweiht ist, wird durch ein neues System abgelöst, das sich allein schon durch eine stärkere Asabiya dem vorigen als überlegen erweist. Somit beinhalten Niedergang und Zusammenbruch des einen Systems automatisch den Aufstieg einer neuen Dynastie. Nach Khaldun müssen sich Menschen, um ihre Grundbedürfnisse befriedigen zu können, zu einer Gemeinschaft zusammenschließen.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt Ibn Khaldun kurz vor, skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit und erläutert die Zielsetzung des Vergleichs mit westlichen Theoretikern.
2 Das Leben Ibn Khalduns: Das Kapitel bietet einen biografischen Überblick, beleuchtet seine wichtigsten Werke sowie seine zentralen ökonomischen Thesen und Staatstheorien.
3 Ökonomie aus islamischer Sicht: Hier werden die religiösen Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln untersucht, insbesondere Verbote wie Spekulation und Zins sowie die Bedeutung der Armensteuer (Zakat).
4 Khaldun und ökonomisch theoretische Ansätze - ein Vergleich: Dieser Hauptteil analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Ibn Khalduns Thesen und klassischen westlichen Konzepten von Ökonomen wie Quesnay, Smith, Ricardo und Marx.
5 Khaldun´ s Thesen in der heutigen Zeit: Dieses Kapitel prüft die Relevanz von Khalduns Ideen für aktuelle wirtschaftswissenschaftliche Modelle, wie etwa die Laffer-Kurve oder die Maslowsche Bedürfnispyramide.
6 Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont Ibn Khalduns Rolle als Vorläufer für westliche Theorien trotz historischer und kultureller Distanz.
Ibn Khaldun, Muqaddima, Asabiya, Islamische Ökonomie, Arbeitsteilung, Staatsinterventionismus, Adam Smith, David Ricardo, Karl Marx, Laffer-Kurve, Maslowsche Bedürfnispyramide, Zakat, Wirtschaftshistorie, Wohlstand, Staatsform.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ökonomischen und staatstheoretischen Ansätzen des Gelehrten Ibn Khaldun und vergleicht diese mit klassischen westlichen Wirtschaftstheorien.
Die Arbeit deckt die Lebensgeschichte Khalduns, islamisch geprägte Wirtschaftsprinzipien, staatstheoretische Überlegungen, Arbeitsteilung, den Wertbegriff und die Relevanz dieser Thesen für die heutige Zeit ab.
Das Ziel ist es, den eurozentristischen Blick auf die Wirtschaftsgeschichte zu erweitern und aufzuzeigen, dass Ibn Khaldun bereits früh zentrale ökonomische Grundprinzipien formulierte, die Parallelen zu späteren westlichen Theorien aufweisen.
Die Autorin/der Autor nutzt eine komparative Methode, indem die in der „Muqaddima“ dargelegten Thesen Ibn Khalduns systematisch den Ansätzen klassischer westlicher Ökonomen (z. B. Smith, Ricardo, Marx, Quesnay) gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der islamischen Wirtschaftslehre und einen ausführlichen Vergleich von Khalduns Thesen mit europäischen Theoretikern hinsichtlich Arbeitsteilung, Staatsintervention und Werttheorien.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Asabiya, Muqaddima, Arbeitsteilung, Zakat, Wirtschaftsgeschichte und der interkulturelle Vergleich ökonomischer Theorien.
Die Asabiya, ein mit Gemeinsinn oder Solidarität zu übersetzendes Konzept, bildet laut Khaldun die Grundlage für die Machtentfaltung und den Aufstieg einer Dynastie, wobei ihr Verfall direkt zum Niedergang des Staates führt.
Die Arbeit diskutiert, dass Khaldun zwar die Bedeutung der Arbeit für den Wohlstand erkannte, jedoch keine so komplex ausformulierte Mehrwert- oder Kapitalismustheorie wie Marx entwickelte und eine solche ideologische Zielsetzung nie verfolgte.
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