Bachelorarbeit, 2022
61 Seiten, Note: 10,00
1 EINLEITUNG
2 SERBOKROATISCH ALS OFFIZIELLE SPRACHE JUGOSLAWIENS UND DIE NEUEN OFFIZIELLEN SPRACHEN IN DEN HEUTIGEN NACHFOLGESTAATEN
2.1 Historische Entwicklung arealer Sprachgruppierungen in Mitteleuropa
2.1.1 Serbokroatisch (Kroatoserbisch) und seine Entstehung
2.1.2 Bosnisch, Kroatisch, Serbisch: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3 DER SPRACHKONTAKT ZWISCHEN DEM DEUTSCHEN UND DEM SERBOKROATISCHEN (BKS) UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER GESCHICHTLICHEN ENTWICKLUNG
3.1 Das Mittelalter
3.2 Vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart
4 SPRACHKONTAKTPHÄNOMENE: URSACHEN UND TRIEBKRÄFTE
4.1 Sprachkontakt und Interferenzen
4.2 Erscheinungsformen der sprachlichen Interferenz
4.2.1 Codewechsel (Codeswitching)
4.2.2 Entlehnung (Fremdwort vs. Lehnwort): terminologischer Klassifikationsrahmen
4.2.3 Sprachreinigung und Sprachpurismus
5 STAND DER LEHNWORTFORSCHUNG IN DER SERBOKROATISCHEN SPRACHE
5.1 Einschlägige Veröffentlichungen
6 ENTLEHNUNGEN DEUTSCHER HERKUNFT IM BKS AUS KONTRASTIVER UND SACHENGRUPPENSPEZIFISCHER SICHT
6.1 Identifikation der deutschen Integrate im Bosnischen, Kroatischen und Serbischen
6.2 Gemeinsame Integrate deutscher Herkunft im BKS
6.2.1 Methodologische Vorgehensweise
7 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie und unter welchen historischen Bedingungen deutsche Lehnwörter nach der Auflösung Jugoslawiens in die slawischen Varietäten (Bosnisch, Kroatisch und Serbisch) integriert wurden und ob diese auch heute noch eine prominente Rolle im Sprachgebrauch einnehmen.
3.1 Das Mittelalter
Die Berührungen zwischen Slawen und Germanen fanden bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. statt. Da die ersten gemeinslawischen Lehnwörter aus dem Urgermanischen, Gotischen, Balkangermanischen und dem Westgermanischen stammen, verfügt man über keinen konkreten Bezug zu den hier zu analysierenden Einzelsprachen (Bosnisch, Kroatisch, Serbisch).
Schriftliche Beweise findet man erst Mitte des 8. Jahrhunderts als die Karantanier die Bayern um Hilfe baten, gegen die Bedrohung durch die Awaren in den Krieg zu ziehen. Als Resultat ergab sich die Angliederung des Herzogtums Karantanien (Kärnten, Obersteier, Osttirol und Lungau) an Bayern. 788 eroberte Karl der Große das Herzogtum Bayern und erweiterte sein Reich durch die Gebiete Südeuropas bis nach Syrmien, Altserbien, Südbanat, quer durch Bosnien und schloss die kroatische Küste ein. Der damalige Einfluss des Karl des Großen und seiner großen Herrscherpersönlichkeit blieb bis heute in BKS verewigt. Die Bezeichnung des Königs wurde vom Namen Karl abgeleitet: kralj.
Im südslawischen Sprachraum sind die sprachlichen Kontakte mit dem Deutschen unterschiedlich verteilt. Die Gebiete Kroatiens und Sloweniens standen mit der germanischen Sprache für sehr lange Zeit in Kontakt, während die Sprecher aus Bosnien und Serbien später mit ihr in Berührung kamen (vgl. Striedter-Temps, 1958, S. 16-17). Aus diesem Grund haben die deutschen Entlehnung im BKS keinen heterogenen Eingang gefunden. Hinzu kommt noch die Schwierigkeit, dass aufgrund mangelnder schriftlichen Quellen aus jener Periode (8. und 9. Jh.), die Entlehnungen allzu schwer nachweisbar sind.
1 EINLEITUNG: Definiert das Forschungsinteresse an den Kontakteinflüssen des Deutschen auf das BKS und stellt die These auf, dass deutsche Integrate auch nach der Auflösung Jugoslawiens eine herausragende Rolle im Sprachgebrauch spielen.
2 SERBOKROATISCH ALS OFFIZIELLE SPRACHE JUGOSLAWIENS UND DIE NEUEN OFFIZIELLEN SPRACHEN IN DEN HEUTIGEN NACHFOLGESTAATEN: Erläutert die historische Entwicklung der slawischen Sprachgruppen und die Entstehung der heutigen Standardsprachen in den Nachfolgestaaten.
3 DER SPRACHKONTAKT ZWISCHEN DEM DEUTSCHEN UND DEM SERBOKROATISCHEN (BKS) UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER GESCHICHTLICHEN ENTWICKLUNG: Beschreibt die historischen Phasen des Sprachkontakts, von den mittelalterlichen Anfängen bis zur modernen Entwicklung durch Migration.
4 SPRACHKONTAKTPHÄNOMENE: URSACHEN UND TRIEBKRÄFTE: Analysiert theoretische Grundlagen der Sprachkontaktforschung wie Interferenzen, Codewechsel und Sprachpurismus im Kontext der vorliegenden Arbeit.
5 STAND DER LEHNWORTFORSCHUNG IN DER SERBOKROATISCHEN SPRACHE: Gibt einen Überblick über bestehende germanistische Forschungen zum Lehnwortgut im südslawischen Raum und deren methodische Ansätze.
6 ENTLEHNUNGEN DEUTSCHER HERKUNFT IM BKS AUS KONTRASTIVER UND SACHENGRUPPENSPEZIFISCHER SICHT: Bildet den analytischen Kern der Arbeit, in dem deutsche Integrate systematisch nach Sachgruppen und Sprachvarietäten kategorisiert werden.
7 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, bestätigt die Hypothese zum Fortbestand der Germanismen und weist auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.
Germanismen, Kontaktlinguistik, Kontrastive Lexikologie, Lehnwortschatz, Serbokroatisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Integration, Sprachpurismus, Sprachkontakt, Interferenz, BKS, Lehnwörter, Migration
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Deutschen auf das Serbokroatische bzw. die daraus hervorgegangenen Varietäten Bosnisch, Kroatisch und Serbisch (BKS) nach dem Zerfall Jugoslawiens.
Zentrale Aspekte sind die historische Sprachkontaktgeschichte, die theoretische Klassifizierung von Lehnwörtern sowie die empirische Analyse von 180 Wortentlehnungen im aktuellen Sprachgebrauch.
Es soll belegt werden, dass trotz politischer Spaltung und sprachpuristischer Tendenzen eine signifikante Anzahl deutscher Integrate in der heutigen Umgangssprache des BKS fest verankert ist.
Die Arbeit nutzt die kontrastive Lexikologie und ordnet die ermittelten Integrate entlang der onomasiologischen Paradigmen nach Dornseiff (2004) synchron mit dem Deutschen ein.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstands sowie eine systematische, nach Sachgruppen geordnete Untersuchung konkreter deutscher Integrate im BKS.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Germanismen, Kontaktlinguistik, Kontrastive Lexikologie, Lehnwortschatz, Serbokroatisch und Sprachpurismus.
Es werden drei Hauptvarianten unterschieden: Ijekavisch (z.B. Bosnien, Kroatien), Ekavisch (hauptsächlich in Serbien) sowie Ikavisch (Teile Dalmatiens und der Herzegowina).
Das Gralis-Korpus dient als linguistisches Hilfsmittel zur Analyse lexikalischer Unterschiede innerhalb der slawischen Sprachen und unterstützt die Untersuchung des gemeinsamen Lehnwortschatzes.
Viele der identifizierten Entlehnungen (wie Begriffe aus Verwaltung, Militär oder Handwerk) lassen sich historisch konkret auf die bairisch-österreichische Mundart der Siedler in diesen Regionen zurückführen.
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