Masterarbeit, 2012
82 Seiten, Note: 2,1
1. EINLEITUNG
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Forschungsstand
1.2.1 Forschungsstand zum Roman Effi Briest
1.2.2 Der Chinese in der deutschen Literatur bzw. in Effi Briest
1.3 Schwerpunkt, Methodik und Aufbau der Arbeit
2. DER SPUKENDE CHINESE ALS ANLASS DER ANGST
2.1 Spukangst
2.1.1 Spukangst und Einsamkeit
2.1.2 Spukangst und Erotik
2.1.3 Spukangst und Entfremdung
2.2 Angst unter pathologischen Blickwinkel
2.2.1 Die Hysterie
2.2.2 Totentanz, Todesangst und Todestrieb
2.3 Schuldgefühl und Gewissensangst
2.4 Quelle der Angst: die Gesellschaft
3. DER SPUKENDE CHINESE ALS „DAS ZWEITE GESICHT“ EFFIS
3.1 Effis innere Ambivalenz
3.1.1 Die „gesellschaftliche“ Effi
3.1.2 Die unterdrückte Natur
3.1.3 Die ambivalente Effi
3.2 Die Anwesenheit und die Abwesenheit des Spuks: Effis Verhalten ihrer Natur gegenüber
3.3 Menschennatur und Chinabild
4. DER SPUKENDE CHINESE ALS INNERE ENTFREMDUNG ZWISCHEN DEM EHEPAAR
4.1 Die Beziehung zwischen Effi und Innstetten
4.2 Die von dem spukenden Chinesen verursachte Entfremdung
4.2.1 Differenz bezüglich des Spukproblems
4.2.2 Spuk als Erziehungsmittel
5. DER SPUKENDE CHINESE ALS AUßENSEITER-METAPHER
5.1 Zum Begriff des Außenseiters
5.2 Die Gruppe bzw. die „Innenseiter“ in Effi Briest
5.2.1 Zum Begriff des „Innenseiters“
5.2.2 Der Vertreter: Innstetten
5.3 DieAußenseiterin Effi und ihre Beziehung zur Gruppe
5.3.1 Die aktive Außenseiterin
5.3.2 Die passive Außenseiterin
5.3.3 Beziehung zwischen Effi und der Gesellschaft
5.4 Der spukende Chinese
5.4.1 Der Chinese als Außenseiter
5.4.2 Dachbodenmotiv
5.5 Effi und Chinese: das gemeinsame Schicksal (Zusammenfassung)
6. SCHLUSSWORT
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Funktionen der Figur des spukenden Chinesen in Theodor Fontanes Roman "Effi Briest". Ziel ist es, die tiefgreifenden psychologischen Auswirkungen dieser scheinbar peripheren Gestalt auf die Protagonistin Effi Briest zu untersuchen und ihre Rolle als Katalysator für Angst, Entfremdung und gesellschaftliche Außenseiter-Problematiken aufzuzeigen.
2.1.1 Spukangst und Einsamkeit
Der Spuk taucht erstmals auf, als Innstetten Effi zum ersten Mal über Nacht allein ließ, weil er zum Fürsten Bismarck eingeladen war: [...] Aber mit einem Male fuhr sie mit einem lauten Schrei aus ihrem Schlafe auf, ja, sie hörte selber noch den Aufschrei und auch wie Rollo draußen anschlug [...] und in diesem Augenblicke huschte was an ihr vorbei, und die nach dem Flur hinausführende Tür sprang auf. [...] (EB, 78)
Es kann sein, dass eigentlich gar kein richtiger Spuk auftauchte. Es führt auf Effis Angst vor der Einsamkeit zurück, dass sie aus dem Schlaf aufschreckte. Durch das Gespräch zwischen Effi und Johanna vor dem Schlaf zeigt sich schon Effis Angst vor dem Alleinsein: „[...]; aber wenn ich sie (Hulda) jetzt hier hätte, und sie da säße, da in der kleinen Sofaecke, so wollte ich bis Mitternacht mit ihr plaudern oder noch länger. [...] ich habe solche Angst.“ (EB, 80)
Effis Angst ist doppeldeutbar. Einerseits nimmt sie Abschied von Eltern und Freundinnen und kommt an einem Ort, mit dem sie gar nicht bekannt ist. Innstetten ist der Einzige, dem Effi vertrauen kann. Aber Innstetten ist diesmal auch nicht zu Hause. Effi fühlt sich einsam. Als ein leidenschaftliches „Naturkind“ kann sie sich das Alleinsein nicht angewöhnen und sie ängstigt sich davor. Andererseits hat Effi eigentlich Spukangst. Als sie mit ihrem Mann an dem Grab des Chinesen vorbeiging, bat sie Innstetten aus Angst, die Geschichte von dem Chinesen nicht zu erzählen. Aber die Gestalt des spukenden Chinesen existiert immer in Effis tiefsten Inneren. In einer solchen allein gelassenen Nacht lässt die einsame Effi unbewusst den Chinesen an sich ran. Dadurch vergrößert die Spukangst umgekehrt auch die Einsamkeit.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Arbeit, die Forschungsfrage sowie die methodische Herangehensweise an Fontanes Roman.
2. DER SPUKENDE CHINESE ALS ANLASS DER ANGST: Analyse der Angstreaktionen Effis, inklusive psychologischer Aspekte wie Hysterie, Schuldgefühle und der Einfluss der gesellschaftlichen Erwartungen.
3. DER SPUKENDE CHINESE ALS „DAS ZWEITE GESICHT“ EFFIS: Beleuchtung der inneren Ambivalenz der Protagonistin zwischen gesellschaftlicher Rolle und natürlichem Freiheitsdrang sowie der Rolle des Chinesen als Projektionsfläche.
4. DER SPUKENDE CHINESE ALS INNERE ENTFREMDUNG ZWISCHEN DEM EHEPAAR: Untersuchung, wie Innstettens Instrumentalisierung des Spuks die Entfremdung und das Scheitern der Ehe mit Effi vorantreibt.
5. DER SPUKENDE CHINESE ALS AUßENSEITER-METAPHER: Darstellung der Figur des Chinesen und Effi als Außenseiter in der preußisch-adligen Gesellschaft, unter Einbeziehung soziologischer Begriffe wie "Insider/Außenseiter".
6. SCHLUSSWORT: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Bedeutung der Spukgestalt für die Charakterentwicklung Effis.
Effi Briest, Theodor Fontane, Spuk, Chinese, Außenseiter, Angst, Erotik, Hysterie, Entfremdung, Gesellschaft, Soziologie, Realismus, Psychologie, Schuldgefühl, Todestrieb
Die Arbeit untersucht die Funktion der rätselhaften Spukgestalt des "Chinesen" in Theodor Fontanes "Effi Briest" und wie diese Figur mit den psychischen und sozialen Konflikten der Protagonistin verknüpft ist.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Psychologie der Angst, die Rolle gesellschaftlicher Normen, die Entfremdung in der Ehe, sowie die Einstufung der Charaktere als Außenseiter.
Das Ziel ist es, systematisch aufzuzeigen, wie Fontane den Chinesen als zentralen "Drehpunkt" für die Emotionen und das Schicksal von Effi Briest einsetzt.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Textanalyse und psychologischen sowie soziologischen Theorien (u. a. Freud, Massenpsychologie, Außenseiter-Konzept).
Hier wird detailliert analysiert, wie der Spuk als Katalysator für Effis Hysterie und Entfremdung von Innstetten wirkt und wie das Dachbodenmotiv zur Außenseiter-Metapher wird.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "Spukangst", "Ehe als Konvenienz", "gesellschaftliche Repression", "Außenseiter-Metapher" und "Bürgerliche Doppelmoral".
Die Gestalt des Chinesen spiegelt Effis verdrängte Leidenschaften und Sehnsüchte wider; er fungiert als "zweites Gesicht", an dem sie ihre innere Zerrissenheit abarbeitet.
Innstetten versucht, Effi durch psychologischen Druck (die Drohung des Unbekannten) zur Disziplin zu zwingen und sie in seinem Bild einer "gehorsamen Ehefrau" zu fesseln.
Beide werden als "Fremde" bzw. Außenseiter von der preußischen Gesellschaft Kessins abgelehnt, können ihre "wahre Natur" nicht leben und enden beide tragisch.
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