Bachelorarbeit, 2022
191 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1. HISTORISCHE ENTWICKLUNG
2.2. DEFINITION (EN)
2.2.1 BERUFSBEZEICHNUNGEN
2.3. (RECHTLICHE) LAGE IN DEUTSCHLAND
2.3.1 AUSBILDUNG/QUALIFIZIERUNG VON DOLMETSCHENDEN
2.4. BESCHREIBUNG DER PERSONENGRUPPE
2.5.(AUSGEWÄHLTE) PROBLEMFELDER
2.5.1. KOMPLEXITÄT DER DOLMETSCHSITUATION
2.5.2. PREKÄRES ARBEITSVERHÄLTNIS
2.5.3. DISKRIMINIERUNG
2.6. INTERSEKTIONALITÄT
2.6.1.INTERSEKTIONALITÄT UND MACHT
2.6.2 MACHT IN DEN TRANSLATIONSWISSENSCHAFTEN
3. AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND
4. ERKENNTNISINTERESSE ABGELEITET VOM FORSCHUNGSSTAND/ZIELSETZUNG
5. METHODISCHES VORGEHEN
5.1. LEITFADENGESTÜTZTES INTERVIEW
5.2. AUDIOAUFNAHME UND TRANSKRIPTION
5.3. LEITFADEN
5.4. SAMPLING
5.4.1. REKRUTIERUNG
5.5. DIE INHALTSANALYSE
5.5.1 ANALYSEVERFAHREN
5.5.2. KATEGORIENBILDUNG
5.5.3. ABLAUF DER INHALTLICH STRUKTURIERENDEN INHALTSANALYSE
5.6. REFLEXION DES METHODISCHEN VORGEHENS
5.6.1. REFLEXION DES ERHEBUNGSVERFAHRENS UND DES LEITFADENS
5.6.2. REFLEXION DES SAMPLINGS
5.6.3. REFLEXION DER INTERVIEWSITUATION
5.6.4. REFLEXION DES AUSWERTUNGSVERFAHRENS
6. ERGEBNISSE
6.1. DISKRIMINIERUNG
6.1.1. EIGENES DISKRIMINIERENDES VERHALTEN
6.1.2. DISKRIMINIERUNGSERFAHRUNGEN IM ALLTAG
6.1.3.VERSTÄNDNIS VON DISKRIMINIERUNG
6.1.4. DISKRIMINIERUNG BEIM DOLMETSCHEN
6.2. INTERSEKTIONALITÄT
6.2.1. HIERARCHIESIERUNG ZWISCHEN UNTERSCHIEDLICHEN MIGRANT*INNENGRUPPEN
6.2.2. RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT
6.2.3. KLASSISMUS
6.2.4. SEXISMUS
6.3. ARBEITSBEDINGUNGEN
6.3.1. BEZAHLUNG
6.3.2. ARBEITSKLIMA
6.4. ERFAHRUNGEN MIT FACHPERSONAL
6.4.1. GUTE ERFAHRUNGEN MIT FACHPERSONAL
6.4.2. SCHWIERIGE ERFAHRUNGEN MIT FACHPERSONAL
6.5. ERFAHRUNGEN MIT KLIENT*INNEN
6.5.1. GUTE ERFAHRUNGEN MIT KLIENT*INNEN
6.6. ERFAHRUNGEN MIT ANDEREN DOLMETSCHER*INNEN
6.6.1. GUTE ERFAHRUNGEN MIT ANDEREN DOLMETSCHER*INNEN
6.6.2. SCHWIERIGE ERFAHRUNGEN MIT ANDEREN DOLMETSCHER*INNEN
6.7. INTERAKTION IN DER DOLMETSCHSITUATION
6.7.1. MACHTVERHÄLTNISSE
6.7.2. INTERAKTION ZWISCHEN FACHPERSONAL UND KLIENT*INNEN
6.8. VERBINDUNG ZWISCHEN DOLMETSCHER*INNEN UND KLIENT*INNEN
6.8.1 DURCH SPRACHE UND BEVÖLKERUNGSGRUPPE
6.8.2. KULTUR
6.8.3. GETEILTE ERFAHRUNGEN
6.8.4. ÄHNLICHE ANSPRÜCHE AN DIE SITUATION
6.8.5. EMPATHIE
6.8.6. KEINE VERBINDUNG DURCH SPRACHE ERFAHRUNGEN USW.
6.9. WÜNSCHE AN DEN BERUFSBEREICH
6.9.1. VERBESSERTE ARBEITSBEDINGUNGEN
6.9.2. FACHPERSONEN SCHULEN
6.9.3. KLIENT*INNEN SOLLEN DIE SPRACHE LERNEN
7. DISKUSSION
7.1. BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG
7.2. METHODENDISKUSSION
8. F AZIT/ AUSBLICK
9. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS
10. ANHANG
A. LEITFADEN
B. AUSWERTUNGSTABELLE
C. DATENSCHUTZERKLÄRUNG
D. FRAGEBOGEN
E. FLYER FÜR REKRUTIERUNG
F. TRANSKRIPTE
Die Arbeit untersucht, inwiefern Dolmetscher*innen im Gemeinwesen in ihrem Berufsalltag intersektionale Diskriminierungserfahrungen machen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, welche Rolle Diskriminierung in der triadischen Kommunikationssituation zwischen Dolmetschenden, Klient*innen und Fachpersonal spielt und wie Machtverhältnisse sowie Identitätskonstruktionen diese beeinflussen.
2.5.1. Komplexität der Dolmetschsituation
Ein Aspekt, der die Komplexität des Dolmetschens bezeichnet ist die Dolmetschsituation (sowie alles was dazu gehört, wie beispielsweise das Vor- und Nachgespräch mit dem Fachpersonal oder das Warten im Wartezimmer mit den Klient*innen); sie wird als Triade bezeichnet. Das bedeutet, dass in einer Dolmetschsituation mindestens drei Personen an der Kommunikation beteiligt sind und jede Person ihre eigenen kulturellen und sozialen Hintergründe mitbringt. Dabei ist die dolmetschende Person der Dreh- und Angelpunkt dieser Kommunikation (vgl. Bahadir 2010: 36). Diesen Aspekt wirft Sebnem Bahadir auf, die in ihrem Ansatz Identitätskonstruktionen mit dem Dolmetschen im Gemeinwesen verbindet. Sie geht davon aus, dass die Kommunikation und Interaktion von Personen durch eine oder einen Dolmetscher*in von den spezifischen Rollen und Positionen gekennzeichnet ist. Die spezifischen Rollen werden von allen Beteiligten im Prozess der Kommunikation eingenommen und übernommen (vgl. Bahadir 2010: 36). Dabei ist davon auszugehen, dass es in einer Kommunikationssituation eine Rolle spielt, wer mit wem kommuniziert und was die Eigen- und Fremdbilder jeder beteiligten Person sind bzw. welche Eigen- und Fremdbilder bei den anderen Beteiligten antizipiert werden (vgl. Bahadir 2010: 38).
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Diskriminierung von Geflüchteten und die Rolle von Dolmetscher*innen im Gemeinwesen als zentrale Vermittlungsinstanz.
2. THEORETISCHER HINTERGRUND: Aufarbeitung translationswissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Konzepte, insbesondere zur Rolle von Macht, Identität und dem Konzept der Intersektionalität im Dolmetschkontext.
3. AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND: Darstellung bisheriger Studien zur Dolmetschsituation und den spezifischen Problemlagen beim Sprachmitteln im Gesundheitswesen und Alltag.
4. ERKENNTNISINTERESSE ABGELEITET VOM FORSCHUNGSSTAND/ZIELSETZUNG: Definition der zentralen Forschungsfrage zur Rolle intersektionaler Diskriminierungserfahrungen im beruflichen Alltag von Dolmetschenden.
5. METHODISCHES VORGEHEN: Beschreibung des qualitativen Forschungsansatzes unter Verwendung leitfadengestützter Interviews und einer inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz.
6. ERGEBNISSE: Detaillierte Darstellung der Interviewergebnisse hinsichtlich Diskriminierungserfahrungen, Intersektionalität, Arbeitsbedingungen und der Interaktion in Dolmetschsituationen.
7. DISKUSSION: Synthese der empirischen Ergebnisse mit dem theoretischen Rahmen zur Beantwortung der Forschungsfrage sowie kritische Reflexion des methodischen Vorgehens.
8. F AZIT/ AUSBLICK: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Ableitung von Empfehlungen für die Praxis, wie die Verbesserung der Qualifizierung und der diskriminierungskritischen Sensibilisierung von Fachpersonal.
Intersektionalität, Dolmetschen im Gemeinwesen, Diskriminierung, Machtverhältnisse, Sprachmittlung, Identitätskonstruktion, Triade, Kommunikationssituation, Qualifizierung, Integrationsmittlung, Rassismus, Sexismus, Klassismus, Berufsfeld Dolmetschen.
Die Arbeit untersucht, welche Rolle intersektionale Diskriminierung im Berufsalltag von Dolmetscher*innen im Gemeinwesen spielt und wie diese durch Machtverhältnisse beeinflusst wird.
Die zentralen Themen sind Machtasymmetrien in kommunikativen Triaden, die Bedeutung der Herkunft und Identität für die Rollenwahrnehmung sowie die prekären Arbeitsbedingungen von Sprachmittler*innen.
Ziel ist es zu identifizieren, inwiefern Dolmetscher*innen im Gemeinwesen in ihrem Alltag intersektionale Diskriminierung erfahren und welche Auswirkungen dies auf ihre Arbeit hat.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf leitfadengestützten Interviews basiert, welche anschließend mittels einer inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den aktuellen Forschungsstand, das methodische Vorgehen sowie eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse aus den Experteninterviews.
Wichtige Begriffe sind Intersektionalität, Sprachmittlung, Machtasymmetrie, Identitätskonstruktion und Diskriminierungskritik im Gemeindedolmetschen.
Die Rolle ist oft durch Wissens- und Machtasymmetrien geprägt, wobei der Dolmetscher als "Dreh- und Angelpunkt" in einer Triade agiert, während Fachkräfte Rollenerwartungen wie Distanz und Professionalität unterliegen.
Da Dolmetschende oft eine ähnliche Migrationsgeschichte oder Herkunft wie die Klient*innen teilen, entsteht oft ein besonderes Verbundenheitsgefühl, das aber auch zu spezifischen Zuschreibungen oder Diskriminierungen im Setting führen kann.
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