Bachelorarbeit, 2021
41 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grammatische Grundlagen
2.1 Das Genus als grammatische Kategorie
2.1.1 Genuserwerb und mögliche Muster der Genuszuweisung
2.1.2 Funktionen von Genera
2.2 Die Artikelwörter
2.2.1 Die Artikelvielfalt der deutschen Sprache
2.2.2 Possessivartikel
3. Schwierigkeiten des Erwerbsprozesses
4. Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel
4.1 Methodik und Datengrundlage
4.2 Analyse der Daten
4.2.1 Übergeneralisierungen und konkrete fehlerhafte Markierungen
4.2.2 Übertragbarkeit der Ergebnisse auf in der Forschung beobachtete Schwierigkeiten des Erwerbsprozesses
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Schwierigkeiten beim Erwerb des grammatischen Genussystems im Deutschen, wobei der Fokus gezielt auf dem Erwerb von Possessivartikeln liegt. Basierend auf einer korpusgestützten Analyse (Leo-Korpus, CHILDES) wird erforscht, welche fehlerhaften Muster und Übergeneralisierungen bei der Genuszuweisung auftreten und wie diese mit den kognitiven Entwicklungsschritten des Kindes sowie den syntaktischen Anforderungen des deutschen Artikelsystems korrelieren.
4.2.1 Übergeneralisierungen und konkrete fehlerhafte Markierungen
In Leos Sprachgebrauch lassen sich einige Muster innerhalb der nicht-zielsprachlichen Verwendung der Possessivartikel erkennen. Zu Beginn der Aufnahmen verwendet Leo oftmals reduzierte Formen der Possessivartikel, zum Beispiel die (grundlegenden) maskulinen Nominativ-Formen mein bzw. dein, bei denen noch keine Flexion stattfindet:
(6) xxx es regnet von dein Himmel (le020723)
ich pack mein […] Sachen für Stutt(gart) (le020730)
Auch in anderen Untersuchungen wird davon gesprochen, dass Artikel zunächst in reduzierter Form erscheinen. Bei BEWER beispielsweise, die den Erwerb des Genus anhand des bestimmten Artikels erforscht hat, hat sich gezeigt, dass dieser bis zu einem Alter von knapp über zwei Jahren vorwiegend in der reduzierten Form „de“ verwendet wird (vgl. Bewer 2004: 114f.).
Eine weitere Beobachtung ist, dass Leo Substantive mit neutralem Genusmerkmal häufig mit auf -e auslautenden Formen übergeneralisiert. Dabei nutzt er die Form meine anstelle von mein/-en/-em:
(7) *MEC: wo hast du geschlafen? - *CHI: in meine Reisebett (le011122)
*CHI: der is(t) in seine Häuschen (le011115)
Ähnliche Beobachtungen zu der Übergeneralisierung von Substantiven mit neutralem Genusmerkmal hat auch DIESER (2009) gemacht. In ihrer Langzeitstudie hat sich gezeigt, dass alle untersuchten Kinder über einen größeren Zeitraum hinweg neutrale Kontexte übergeneralisiert haben (vgl. Dieser 2009: 211). RUBERG schlussfolgert aufgrund eigener Studien und Ergebnissen anderer Forscher, dass Kinder ihr „Formeninventar schrittweise erweitern“ (Ruberg 2013: 308), also „dass das Genusmerkmal von Nomen nicht von Anfang an alle drei Merkmalswerte [Maskulinum, Femininum und Neutrum] zulässt“ (ebd.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Genuserwerbs ein und skizziert die Forschungsfrage sowie das zugrundeliegende kognitivistische Erwerbsmodell.
2. Grammatische Grundlagen: Das Kapitel erläutert das Genus als grammatische Kategorie, die verschiedenen Genuszuweisungsregeln sowie die Strukturen und Funktionen von Artikeln und Possessivartikeln.
3. Schwierigkeiten des Erwerbsprozesses: Hier wird die kognitivistische Perspektive auf den Spracherwerb vertieft und die Vielschichtigkeit sowie die Herausforderungen des deutschen Genussystems dargelegt.
4. Analyse am Beispiel des Erwerbs der Possessivartikel: Dieser empirische Teil wertet Sprachdaten des Leo-Korpus aus und analysiert spezifische Fehlerquellen wie Übergeneralisierungen und Kasuskontexte.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Übertragbarkeit auf allgemeine Erkenntnisse der Genuserwerbsforschung und beleuchtet die schrittweise Entwicklung des Genussystems.
Genuserwerb, Erstspracherwerb, Possessivartikel, Nominalphrase, CHILDES, Leo-Korpus, Sprachwissenschaft, Übergeneralisierung, Grammatik, Kasus, Nominalflexion, Kognitivismus, Kongruenz, Sprachdatenanalyse, Genuszuweisung.
Die Bachelorarbeit untersucht, welche Schwierigkeiten Kinder beim Erwerb des deutschen Genussystems haben, wobei die Analyse spezifisch auf den Gebrauch von Possessivartikeln konzentriert wird.
Die Untersuchung umfasst den Bereich des Erstspracherwerbs, die grammatischen Strukturen des Artikelsystems des Deutschen, kognitive Spracherwerbsmodelle und die Analyse von Sprachdaten aus korpuslinguistischer Sicht.
Das primäre Ziel ist es, Schwierigkeiten beim Erwerb des Genus zu identifizieren, zu analysieren, ob sich diese in der Verwendung von Possessivartikeln widerspiegeln, und hierbei auftretende Erwerbsmuster oder Übergeneralisierungen aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine empirische Analyse, bei der Sprachdaten aus dem Leo-Korpus der CHILDES-Datenbank mittels des Analyseprogramms CLAN quantitativ und qualitativ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Genus und zur Artikelstruktur, der Erörterung von Erwerbsschwierigkeiten, sowie der praktischen Analyse und Diskussion der gewonnenen Korpusdaten.
Zentrale Begriffe sind Genuserwerb, Possessivartikel, Übergeneralisierung, CHILDES-Datenbank und Kongruenz innerhalb der Nominalphrase.
Sie beschreibt die Schwierigkeit, dass der Possessivartikel gleichzeitig an zwei Substantive angepasst werden muss: an den Besitzer (Possessor) und das Objekt (Possessum), was eine hohe Anforderung an das grammatische Verständnis stellt.
Die Analyse zeigt, dass Pluralformen später erworben werden und deren Bildung für das Kind schwieriger erscheint, da sie in den Daten seltener vorkommen und vermehrt Übergeneralisierungen aufweisen.
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