Diplomarbeit, 2009
115 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Norm
2.2 Soziale Kontrolle
2.3 Devianz
2.4 Delinquent
2.5 Kriminalität
2.6 Stigma
2.7 allochthon/autochthon
2.8 Jugendlicher/Jugend
3. Theorien abweichenden Verhaltens
3.1 Die klassische Schule der Kriminologie
3.2 Biologische Erklärungsansätze
3.3 Multifaktorielle Ansätze
3.4 Der psychoanalytische Ansatz
3.5 Die Kontrolltheorie
3.6 Frustrations-Aggressions-Hypothese
3.7 Die Theorie der Neutralisationstechniken
3.8 Der ökologische Ansatz der Chicagoer Schule
3.9 Die Theorie der differentiellen Lernstrukturen
3.10 Die Anomietheorie
3.11 Die Theorie der differentiellen Gelegenheit
3.12 Die Subkulturtheorie
3.13 Die Kulturkonflikttheorie (und ihre Schwächen)
3.14 Der Labeling Approach
3.15 Exkurs: Ein kurzer Vergleich von Anomietheorie und Labeling Approach
3.16 Neue Forschungsperspektiven nach Ottersbach und Trautmann
4. Reaktion auf Kriminalität: Das Strafverfahren und die Jugendhilfe
4.1 Grundsätzliches zu Jugendgerichtsgesetz und Jugendstrafverfahren
4.2 Das Jugendstrafverfahren
4.3 Systematik des Jugendgerichtsgesetzes
4.4 Prinzip der Subsidiarität des JGG
4.5 Anwendbarkeit des Jugendstrafrechts
4.6 Diversion
4.7 Rechtsfolgen: Erziehungsmaßregel, Zuchtmittel, Jugendstrafe
4.8 Einheitliche Rechtsfolge
4.9 Erteilung von Weisungen
4.10 Hilfe zur Erziehung
4.11 Zuchtmittel
4.12 Jugendstrafe
4.13 Schädliche Neigungen und Schwere der Schuld
4.14 Bemessung der Jugendstrafe
4.15 Bewährungszeit, Auflagen, Weisungen, Bewährungshilfe
4.16 Erlass und Aussetzung der Jugendstrafe, Beseitigung des Strafmakels
4.17 Zuständigkeit der Gerichte und Gerichtsverfassung
4.18 Die Jugendgerichtshilfe
4.19 Die Stellung der Erziehungsberechtigten
4.20 Grundsatz der Nichtöffentlichkeit
4.21 Zur Sinnhaftigkeit eines schärferen Jugendstrafrechts
5. Die öffentliche Wahrnehmung der Kriminalität allochthoner Jugendlicher
5.1 „Ausländer“ und „Ausländerkriminalität“ – ein Problemaufriss
5.2 Statistiken
5.2.1 Die Normalität jugendlicher Abweichung
5.2.2 Die polizeiliche Kriminalstatistik – Zweck und Kategorisierung
5.2.3 Die Grenzen statistischer Aussagekraft
5.2.4 Hellfeld und Dunkelfeld
5.2.5 Gewaltdelikte
5.2.6 Jugendkriminalität
5.2.7 Die Frage der Nationalität
5.3 Mediale Aufbereitung
5.3.1 Die Funktion und Rechte der Medien
5.3.2 Vorurteilsstützende Arbeitsweise der Medien
5.3.3 Der politisch-publizistische Verstärkerkreislauf
5.3.4 Das vermittelte Migrantenbild
5.3.5 Instrumentalisierung der erzählerischen Wirklichkeit
6. Eine Herausforderung an die Soziale Arbeit
6.1 Handlungsfeld Jugendhilfe
6.2 Handlungsfeld Politik
6.3 Handlungsfeld Schule
6.4 Handlungsfeld Medien
7. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die realen Grundlagen allochthoner Jugendkriminalität den medienwirksamen Konstruktionen gegenüberzustellen und aufzuzeigen, welche konkreten Arbeitsaufträge sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben. Die Arbeit verfolgt dabei das Ziel, einen kritischen Blick auf die Kriminalisierungsprozesse in Politik und Medien zu werfen und die Möglichkeiten einer ressourcenorientierten Jugendarbeit herauszuarbeiten.
3.1 Die klassische Schule der Kriminologie
Aus Sicht der klassischen Schule gelten die Menschen als vernünftige Wesen, die eigenverantwortlich entscheiden und handeln. Die unterstellte Willensfreiheit ermöglicht gleichermaßen konformes wie abweichendes Verhalten. Aus der Tatsache aber, dass verschiedene Individuen in gleichen Situationen gleich (abweichend) handeln, ist ableitbar, dass gesellschaftlich determinierte, situative Bedingungen, die von den einzelnen nur begrenzt manipulierbar erscheinen, die jeweiligen Verhaltensweisen hervorrufen.11 Nicht der Täter, sondern die ihn umgebende Gesellschaft und die Handlungsoptionen, die sie dem Individuum lässt, führen zur Abweichung von den Regeln, die eben diese Gesellschaft ordnen. Da aber jedes Gesellschaftsmitglied von solchen Bedingungen betroffen sein kann, kann sich jeder abweichend verhalten. Untersucht werden muss daher nicht der Täter, sondern die Tat. Hinsichtlich des Täters zählt allein seine Relation zur Gesellschaft, um seine Abweichung einordnen zu können.
Sanktionen als gesellschaftliche Reaktion auf Abweichungen sollten die Sozialschädlichkeit der Tat berücksichtigen und präventiv wirken. Nicht die Sühne, sondern die Integration des Delinquenten sollten das Ziel sein, das durch ein staatliches Sanktionsmonopol gewahrt wird.
Die klassische Schule ist damit eher reaktiv, als ätiologisch orientiert. Damit ist sie als Vorläufer des Labeling Approachs anzusehen, weil sie individuelle Ursachenforschung ebenso ablehnt wie eine stigmatisierende Behandlung des Täters. Zugleich erkennt sie, dass die Abweichung eine definitorische Zuschreibung ist, und lehnt eine negative Bewertung des Abweichenden ab.12
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bedrohlichen Debatten über Jugend- und Ausländerkriminalität und skizziert das Vorhaben, die realen Grundlagen von der medial konstruierten Kriminalisierung zu trennen sowie die Rolle der Sozialen Arbeit zu definieren.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Norm, Devianz, Kriminalität und allochthon/autochthon für den Kontext der Arbeit wissenschaftlich fundiert erläutert.
3. Theorien abweichenden Verhaltens: Ein kritischer Überblick über kriminologische Theorien, von der klassischen Schule bis zum Labeling Approach, und deren Eignung zur Erklärung abweichenden Verhaltens bei allochthonen Jugendlichen.
4. Reaktion auf Kriminalität: Das Strafverfahren und die Jugendhilfe: Erläuterung der Systematik des JGG, der Rolle der Jugendgerichtshilfe und der verschiedenen Sanktionsmöglichkeiten unter dem Aspekt des Erziehungsgedankens.
5. Die öffentliche Wahrnehmung der Kriminalität allochthoner Jugendlicher: Analyse der medialen und statistischen Konstruktion von Ausländerkriminalität und wie diese die öffentliche Meinung sowie politische Debatten beeinflussen.
6. Eine Herausforderung an die Soziale Arbeit: Diskussion der Rolle der Sozialen Arbeit in verschiedenen Handlungsfeldern, um den Kriminalisierungsprozessen entgegenzuwirken und reale Integrationschancen zu fördern.
7. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Arbeit und Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen in der Sozialen Arbeit, um professioneller und kritischer auf Kriminalisierungsphänomene zu reagieren.
Jugendkriminalität, Ausländerkriminalität, Kriminalisierung, Soziale Arbeit, Jugendstrafrecht, Devianz, Labeling Approach, Anomietheorie, Medienberichterstattung, Integration, Stigmatisierung, Jugendgerichtshilfe, Prävention, Diversion, Sozialpädagogik
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kriminalität und Kriminalisierung allochthoner Jugendlicher im Kontext des öffentlichen Diskurses und analysiert die Herausforderungen, die sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben.
Die zentralen Themen sind Theorien abweichenden Verhaltens, die juristische Reaktion im Jugendstrafverfahren, die Analyse polizeilicher Kriminalstatistiken sowie die mediale Konstruktion von Kriminalitätsbildern.
Das Ziel ist es, die realen Grundlagen von den konstruierten, medial verbreiteten Klischees zu unterscheiden und aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit aktiv an einer realistischeren und integrationsfördernden Politik mitwirken kann.
Die Autorin kombiniert eine kritische Literaturanalyse bestehender kriminologischer Theorien mit der Auswertung von Statistiken und der Analyse aktueller medialer Darstellungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erörterung von Devianz, die detaillierte Darstellung des Jugendstrafrechts, die Analyse der polizeilichen Statistik und die mediale Aufbereitung des Themas.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kriminalisierung, Jugendkriminalität, Soziale Arbeit, Medienkritik und Jugendstrafrecht.
Die Autorin sieht die Medien als Hauptverantwortliche für die mediale Konstruktion einer "Parallelrealität", die Vorurteile schürt und kriminalpolitisch instrumentalisiert wird, anstatt komplexe soziale Hintergründe zu beleuchten.
Sie misst der Sozialen Arbeit eine zentrale Bedeutung bei, da diese als Bindeglied zwischen Theorie und Praxis agiert und aktiv an einer gesellschaftlichen Veränderung, weg von rein repressiven Maßnahmen, arbeiten muss.
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