Magisterarbeit, 1995
149 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Aspekte zur Literaturverfilmung
2.1 Lessings „Laokoon“ - Über die Transformation vom Wort zum Bild
3. „Der Tod in Venedig“ und „Professor Unrat“ - Gemeinsamkeiten
3.1 Repräsentanz und Isolation - Parallelen in der Figurenkonzeption Professor Unrats und Gustav von Aschenbachs
3.2 Parallelen in der Liebeskonzeption
3.3 Die Rolle Rosas als Verführerin - Funktion und Bedeutung
3.4 Tadzio als Figur des indirekten Verführers - Funktion und Bedeutung
3.5 Funktion und Bedeutung der Handlungsräume in „Professor Unrat“
3.6 Funktion und Bedeutung der Handlungsräume in „Tod in Venedig“
4. „Tod in Venedig“ und „Der blaue Engel“ - Die filmischen Transformationen
4.1 Die filmischen Transformation von Professor Unrat und Gustav von Aschenbach
4.2 Die filmische Transformation der Liebeskonzeption
4.3 Die Filmfigur Lola - Merkmale und Besonderheiten
4.4 Die Filmfigur Tadzio - Merkmale und Besonderheiten
4.5 Funktion und Bedeutung der Handlungsräume in „Tod in Venedig“
4.6 Funktion und Bedeutung der Handlungsräume in „Der blaue Engel“
5. Schlußwort
Die vorliegende Arbeit untersucht die medienkomparativen Aspekte der Transformation literarischer Stoffe in den Film, indem sie die Werke „Der Tod in Venedig“ (Thomas Mann) und „Professor Unrat“ (Heinrich Mann) sowie deren filmische Adaptionen durch Luchino Visconti und Josef von Sternberg unter den Aspekten der Figurenkonzeption, der Liebesdarstellung und der Handlungsraumgestaltung vergleicht.
3. „Der Tod in Venedig“ und „Professor Unrat“ - Gemeinsamkeiten
Im folgenden werden die wichtigsten literarischen Parallelen zwischen „Professor Unrat“ und dem „Tod in Venedig“, auch im Hinblick auf eine kritische Auseinandersetzung mit dem Aufsatz Walter H. Sokels, hervorgehoben und analysiert.
Der 1905 erschienene Roman „Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen“ von Heinrich Mann und die acht Jahre später publizierte Novelle „Der Tod in Venedig“ des Bruders entstanden beide in der Ära des wilhelminischen Kaiserreiches. Beide Werke zeigen in der Entwicklung ihrer Protagonisten Aschenbach und Unrat „die Konsequenzen einer Einstellung, die auf Erhaltung und Verherrlichung des Bestehenden ausgerichtet, infolge der dadurch nötigen Repression zum Gegenteil von Erhaltung, zu Selbstwiderlegung und Auflösung führt.“ Kurz, der Verfall und Niedergang einer ganzen Gesellschaftsform spiegelt sich in den Helden der beiden Erzählwerke, wobei sich ihr besonderer Reiz durch die Darstellung äußerst ambivalenter Figurenkonzeptionen ergibt.
Ein wesentliches Charakteristikum der beiden Helden liegt in der sich anscheinend widersprechenden Koexistenz von Repräsentanz und Isolation, also von der gesellschaftlichen Anerkennung wie es bei Aschenbach der Fall ist, bzw. von dem Glauben, die Werte des herrschenden Staates zu repräsentieren wie im Fall Professor Unrats, und einer Art Außenseiterdasein, welches sie von einem normalen Gesellschaftsleben ausschließt und sie in äußere und innere Einsamkeit verharren läßt.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der filmischen Transformation von literarischen Werken ein und benennt die Schwerpunkte der Figuren- und Raumanalyse.
2. Aspekte zur Literaturverfilmung: Es wird die historische und gesellschaftliche Debatte um die Adaption von Literatur in das Medium Film sowie Leppings ästhetische Grundannahmen erörtert.
3. „Der Tod in Venedig“ und „Professor Unrat“ - Gemeinsamkeiten: Dieses Kapitel vergleicht die psychologischen Dispositionen und die soziale Isolation der Protagonisten Aschenbach und Unrat in den literarischen Vorlagen.
4. „Tod in Venedig“ und „Der blaue Engel“ - Die filmischen Transformationen: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifischen filmischen Mittel und strukturellen Veränderungen bei der Adaption der Figuren und Räume für das Medium Film.
5. Schlußwort: Die Ergebnisse der medienkomparativen Analyse werden zusammengefasst und die theoretischen Erkenntnisse zum Medienwechsel reflektiert.
Literaturverfilmung, Thomas Mann, Heinrich Mann, Luchino Visconti, Josef von Sternberg, Der Tod in Venedig, Professor Unrat, Der blaue Engel, Figurenkonzeption, Liebeskonzeption, Handlungsraum, Medienvergleich, Transformation, Medienadaption, Filmgeschichte
Die Arbeit untersucht die Transformation von zwei bedeutenden literarischen Werken, Thomas Manns „Der Tod in Venedig“ und Heinrich Manns „Professor Unrat“, in ihre jeweiligen filmischen Adaptionen.
Im Mittelpunkt stehen die Figurenkonzeptionen (Aschenbach/Unrat), die Darstellung der Liebe (Tadzio/Rosa/Lola) und die spezifische Bedeutung der Handlungsräume in Literatur und Film.
Ziel ist es, die medienkomparativen Eigenheiten aufzuzeigen, wie literarische Erzählstrukturen in das Medium Film übertragen werden und welche inhaltlichen Konsequenzen diese Transformation für das Verständnis der Werke hat.
Es wird eine medienkomparative und werkimmanente Analyse durchgeführt, die gesellschaftshistorische und biographische Hintergründe einbezieht, um Transformationen zwischen den Medien Text und Bild herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Gemeinsamkeiten der literarischen Vorlagen und eine detaillierte Analyse der filmischen Transformationen unter besonderer Berücksichtigung der Rollen von Tadzio, Rosa und Lola sowie der architektonischen und symbolischen Räume.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Literaturverfilmung, mediale Transformation, Figurenkonzeption, Handlungsraum und Medienvergleich definieren.
Die Arbeit beleuchtet die ambivalente Funktion von Rosa und Lola als sowohl verführende als auch zerstörerische Mächte, die den moralischen Verfall der männlichen Protagonisten begünstigen.
Besonders bei Visconti (Adagietto aus der 5. Sinfonie von Mahler) fungiert die Musik nicht nur als emotionale Verstärkung, sondern als leitmotivisches Element, das den inneren Zustand der Figuren filmisch artikuliert.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Handlungsraum im Film nicht bloße Kulisse ist, sondern als visuelles Instrument zur Spiegelung der inneren Verfassung der Protagonisten und zur Verdeutlichung gesellschaftlicher Diskurse dient.
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