Diplomarbeit, 2000
111 Seiten, Note: 2
I. EINLEITUNG
II. FORSCHUNGSERGEBNISSE UND ERKLÄRUNGSANSÄTZE
A. PSYCHOLOGISCHE ASPEKTE
B. SOZIOLOGISCHE ASPEKTE
a) Modernisierung, Individualisierung und Desintegration – Heitmeyers Erklärungsansatz
b) Kritische Einwände an Heitmeyers Erklärungsansatz
c) Wohlstandschauvinismus und Dominanzkultur
III. DIE ANTWORT DER SOZIALARBEIT/SOZIALPÄDAGOGIK
A. DER ANSATZ DER AKZEPTIERENDEN SOZIALARBEIT MIT GEWALTTÄTIGEN RECHTEN JUGENDLICHEN
a) Handlungsebenen
b) Handlungsansätze
c) Grenzziehungen
B. SOZIALPÄDAGOGIK GEGEN RECHTS ODER GLATZENPFLEGE AUF STAATSKOSTEN - ANMERKUNGEN ZUR AUSEINANDERSETZUNG UM DIE AKZEPTIERENDE SOZIALARBEIT
a) Von randständigen Cliquen zur dominanten Jugendkultur - Veränderungen in der rechten Jugendszene
b) Rechte Hegemoniebestrebungen und soziale Arbeit - Das Beispiel Leipzig-Grünau
c) Theoretische und methodische Unzulänglichkeiten und Verkürzungen
(1) Beziehungsarbeit in sozialpädagogischen Schutzräumen
(2) Persönlichkeit statt Profession
(3) Beliebige Grenzen
IV. JENSEITS VON AKZEPTANZ UND AUSGRENZUNG - PERSPEKTIVEN SOZIALER ARBEIT GEGEN NEOFASCHISTISCHE TENDENZEN
Die Arbeit untersucht kritisch den Ansatz der "Akzeptierenden Sozialarbeit" im Umgang mit rechtsextremen und gewalttätigen Jugendlichen. Dabei wird hinterfragt, inwieweit dieser Ansatz den Herausforderungen durch neofaschistische Tendenzen gerecht wird oder diese durch eine Entpolitisierung und einseitige Täterentlastung sogar ungewollt stabilisiert.
Die "Akzeptierende Sozialarbeit" mit gewalttätigen rechten Jugendlichen
Der Ansatz der "Akzeptierenden Jugendarbeit" mit "gewalttätigen rechten Jugendlichen" wurde Ende der 80er Jahre aus einem praktisch orientierten Bremer Projekt heraus von Prof. Franz Josef Kralfeld maßgeblich entwickelt. Mit aufsuchender Straßensozialarbeit (Streetwork) wurde dort im Rahmen des Projektes versucht Zugang zu gewalttätigen rechten Jugendcliquen zu bekommen.
Übernommen wurde der Begriff der "Akzeptierenden Jugendarbeit" aus der Arbeit mit Hooligans, Punks und vor allem mit Drogenabhängigen aus der offenen Straßenszene. Grundlage dieser aufsuchenden Sozialarbeit war der Ansatz, gesellschaftliche Rand- bzw. Problemgruppen nicht länger ausschließlich mit Repression, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu begegnen, sondern ihre Lage ernst zu nehmen und als reales Problem anzuerkennen. Die Gruppen wurden an ihren Treffpunkten aufgesucht, es wurden "niedrigschwellige Angebote" gemacht und durch parteiliche Unterstützung bzw. durch das Angebot der Sozialarbeiter/innen als Ansprechpartner in verschiedenen Problemlagen dazu sein, wurde versucht das Vertrauen des Klientel zu gewinnen.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung hinterfragt die mediale und pädagogische Praxis, rechtsextreme Jugendliche als reine "Modernisierungsopfer" zu betrachten, und skizziert die Notwendigkeit einer kritischen Analyse der sozialen Arbeit in diesem Kontext.
II. FORSCHUNGSERGEBNISSE UND ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Dieses Kapitel prüft psychologische und soziologische Theorien, insbesondere den Ansatz von Wilhelm Heitmeyer, und diskutiert deren Tauglichkeit zur Erklärung rechtsextremer Orientierungsmuster bei Jugendlichen.
III. DIE ANTWORT DER SOZIALARBEIT/SOZIALPÄDAGOGIK: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung und Kritik des Konzepts der akzeptierenden Sozialarbeit, inklusive einer Analyse der praktischen Implementierung und der damit verbundenen Unzulänglichkeiten.
IV. JENSEITS VON AKZEPTANZ UND AUSGRENZUNG - PERSPEKTIVEN SOZIALER ARBEIT GEGEN NEOFASCHISTISCHE TENDENZEN: Den Abschluss bildet eine Reflexion über die notwendigen Anforderungen an eine moderne, politisierte soziale Arbeit, die über die bloße Akzeptanz von Einstellungen hinausgeht.
Neofaschismus, Rechtsextremismus, Akzeptierende Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Jugendforschung, Gewaltakzeptanz, Desintegration, Modernisierungsopfer, Dominanzkultur, Politische Bildung, Jugendarbeit, Ethnische Diskriminierung, Soziale Randgruppen, Identitätsbildung, Radikalisierung.
Die Arbeit analysiert kritisch den fachlichen Ansatz der "Akzeptierenden Sozialarbeit" im Umgang mit rechtsextremen und gewalttätigen Jugendlichen und hinterfragt, wie soziale Arbeit auf neofaschistische Tendenzen reagieren kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Soziologie des Rechtsextremismus, der Theoriebildung der sozialen Arbeit, den Problemen der "Akzeptierenden Jugendarbeit" und der Frage nach politischer Verantwortung.
Das Ziel ist eine kritische Reflexion des Ansatzes der akzeptierenden Sozialarbeit, um aufzuzeigen, dass eine reine Problemgruppenbeschreibung oft nicht ausreicht und eine Politisierung der sozialen Arbeit notwendig ist.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die bestehende Forschungsergebnisse, pädagogische Konzepte und aktuelle Diskussionen zur akzeptierenden Jugendarbeit zusammenführt und bewertet.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Erklärungsansätzen für Rechtsextremismus, der Darstellung und Kritik der akzeptierenden Sozialarbeit sowie der Untersuchung von rechten Hegemoniebestrebungen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Neofaschismus, Akzeptierende Sozialarbeit, Gewaltakzeptanz, Sozialpädagogik und Politische Bildung.
Der Titel greift ironisch die populäre Deutung auf, die rechtsextreme Gewalttaten lediglich als "Hilferuf" verzweifelter Jugendlicher umdeutet und somit die politische Dimension der Taten ausblendet.
Er kritisiert, dass dieser Ansatz durch eine "Pädagogisierung" politischer Probleme die Täter entlastet und teilweise dazu beiträgt, dass soziale Projekte von rechten Gruppierungen als Infrastruktur oder Rückzugsraum instrumentalisiert werden.
Grenzziehungen sind notwendig, um zu verhindern, dass Projekte, die eigentlich neofaschistische Orientierungen bekämpfen sollen, durch unkritische Akzeptanz zur Stabilisierung rechter Szenen und zum Ausschluss anderer Gruppen beitragen.
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