Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Evolutionäre Ansätze
2.2 Natürliche Selektion
2.3 Partnerwahlstrategien
2.3.1 Langfristige Partnerwahl-Strategien der Geschlechter
2.3.2 Kurzfristige Partnerwahl-Strategien der Geschlechter
2.4 Eifersucht
2.5 Problem der Allokation von Ressourcen
2.6 Der Verstärkerwertbegriff
3 Fragestellungen und Hypothesen
4 Methode
4.1 Konzept des Skalierungsmodells
4.2 Skalierung des Verstärkerwertes
4.3 Operationalisierung und Erhebung der Dominanzwerte
4.4 Erhebungsinstrument
4.4.1 Soziografische Daten
4.4.2 Einkommensbezogene Daten
4.4.3 Forced-Choice Fragestellung nach Buss
4.4.4 Rating der Eifersuchtspräferenzen
4.5 Durchführung
4.5.1 Rekrutierung der Stichprobe
4.5.2 Stichprobencharakteristika
4.6 Verwendete Auswertungssoftware
5 Ergebnisse
5.1 Analyse der Verstärkerwerte
5.2 Clusteranalyse
5.3 Diskriminanzanalyse
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Interpretation der Ergebnisse
6.2.1 Erste Fragestellung
6.2.2 Zweite Fragestellung
6.2.3 Dritte Fragestellung
6.3 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht systematische Geschlechterunterschiede im Eifersuchtsverhalten unter Anwendung eines algebraischen Skalierungsmodells, um Verstärkerwerte aus Konsequenzen sexueller und emotionaler Untreue abzuleiten und deren Zusammenhang mit finanziellen Ressourcen zu prüfen.
2.1 Evolutionäre Ansätze
"Evolution bezeichnet die sich im Laufe der Zeit vollziehenden Veränderungen organischer (lebender) Strukturen." (Buss, 2004, S. 24). Die Theorie der natürlichen Auslese von Charles Darwin lieferte eine plausible Erklärung kausaler Mechanismen für die beobachteten Veränderungen verschiedener organischer Strukturen (Darwin, 1859). Auf dessen Grundlage bildete sich die evolutionäre Psychologie. Es werden evolutionsbedingte psychologische Mechanismen (EP-Mechanismen) im menschlichen Verstand als Unterklasse von Adaptationen vorausgesetzt sowie "Zusammenhänge, die diese Mechanismen aktivieren und das Verhalten, das durch solche Mechanismen ausgelöst wird" (Buss, 2004, S.83) analysiert. Über die Zeit hinweg wurden diejenigen Verhaltensweisen ausselektiert, die keinen optimalen Nutzen bezüglich Reproduktion und Überleben der nächsten Generationen aufwiesen. Im Gegenzug wurden Verhaltensweisen bevorzugt, welche die Überlebensrate der nächsten Generationen erhöhten und somit die Reproduktion sicherstellten (Skinner, 1981).
Zur Erklärung des Eifersuchtsverhaltens beim Menschen werden spezifische Vorteile und Lösungen von adaptiven Problemen, die sich durch diese natürliche Auslese entwickelt haben, herangezogen. Hierzu wird im Folgenden ein Überblick über die natürliche Selektion gegeben, verschiedene Partnerwahl-Strategien dargestellt und deren Vor- und Nachteile abgewogen. Im Anschluss wird das Eifersuchtsverhalten, dessen Entwicklung und Nutzen näher betrachtet. Diesbezüglich liegt das Hauptaugenmerk auf der evolutionspsychologischen Perspektive, es werden jedoch auch mögliche Hintergrundkonzepte aufgeführt und erläutert.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach Geschlechterunterschieden im Eifersuchtsverhalten vor dem Hintergrund evolutionärer Strategien und leitet das methodische Vorgehen über ein algebraisches Skalierungsmodell ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Es wird ein Überblick über die evolutionäre Psychologie, natürliche Selektion und Partnerwahlstrategien gegeben, um das Phänomen Eifersucht als adaptiven Mechanismus zur Ressourcenabsicherung theoretisch zu verankern.
3 Fragestellungen und Hypothesen: Dieses Kapitel formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Untersuchung von Geschlechterunterschieden in der Verarbeitung sexueller versus emotionaler Untreue und deren Verbindung zu finanziellen Ressourcen.
4 Methode: Hier wird das eingesetzte abstrahierte Skalierungsmodell detailliert erklärt und die experimentelle Gestaltung des Online-Fragebogens, einschließlich der verwendeten Hinweisreize und der Datenerhebung, beschrieben.
5 Ergebnisse: Die empirischen Analysen, bestehend aus der Berechnung von Verstärkerwerten, Clusterbildungen der Probanden und einer Diskriminanzanalyse der finanziellen Daten, werden deskriptiv und inferenzstatistisch dargestellt.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch interpretiert, hinsichtlich der Hypothesen bewertet, methodische Limitationen diskutiert und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten gegeben.
Eifersucht, Evolutionäre Psychologie, Geschlechterunterschiede, Verstärkerwert, Skalierungsmodell, Partnerwahl, Untreue, Hinweisreize, Adaption, Clusteranalyse, Diskriminanzanalyse, finanzielle Ressourcen, Reproduktionserfolg, Verhaltensanalyse, Psychologische Methodenlehre
Die Arbeit untersucht, ob es systematische Geschlechterunterschiede im Eifersuchtsverhalten gibt, indem sie mittels eines mathematischen Modells misst, wie stark Individuen auf sexuelle oder emotionale Untreue reagieren.
Die zentralen Themen sind evolutionäre Partnerwahlstrategien, das Phänomen Eifersucht aus der Perspektive der Evolutionspsychologie sowie die Skalierung menschlichen Verhaltens mittels probabilistischer Testmodelle.
Das Ziel ist es, Geschlechterunterschiede bei der Bewertung verschiedener Untreue-Szenarien zu identifizieren und zu prüfen, ob sich diese Unterschiede in Clustern abbilden lassen, die mit den finanziellen Ressourcen der Teilnehmer korrelieren.
Es wird ein aus dem Rasch-Modell abgeleitetes, algebraisches Skalierunsmodell verwendet, das aus Dominanzdaten einzelner Personen Verstärkerwerte für verschiedene Eifersuchtskonsequenzen mathematisch ableitet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über evolutionäre Strategien, eine detaillierte methodische Beschreibung des eingesetzten Skalierungsmodells und eine empirische Analyse mittels Cluster- und Diskriminanzverfahren.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Eifersucht, evolutionäre Psychologie, Skalierung von Verstärkerwerten und empirische Verhaltensanalyse gekennzeichnet.
Das Modell ermöglicht eine höhere Sensitivität und differenziertere Erfassung des Eifersuchtsverhaltens durch kontinuierliche Ratingskalen, um die bei klassischen Forced-Choice-Methoden auftretende "Deckeneffekte" und erzwungene Entscheidungen zu vermeiden.
Die Arbeit diskutiert hierzu mögliche methodische Gründe, wie etwa eine geringe Anzahl männlicher Probanden in den Clustern sowie eine möglicherweise zu hohe Breite der betrachteten Eifersuchtskonsequenzen, die den erwarteten Effekt abschwächten.
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