Masterarbeit, 2017
44 Seiten, Note: 1,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Humanistische Psychotherapieverfahren
2.2 Humanistische Störungstheorie und Paradigmen
2.3 Aktueller Forschungsstand
3 Fragestellungen und Hypothesen
4 Methode
4.1 Erhebungsinstrument und Auswahl der Primärstudien
4.2 Kodierungssystem und Operationalisierungen
4.3 Durchführung
4.3.1 Methodenpapier nach WBP
4.3.2 Verwendetes Effektstärkemaß
4.3.3 Das Modell der Wahl
4.3.4 Stichprobenbeschreibung
4.4 Verwendete Auswertungssoftware
5 Ergebnisse
5.1 Relative Effektivität
5.2 Differentielle Effektivität
5.3 Indikationsbereiche
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse
6.2 Interpretation der Ergebnisse
6.2.1 Erste Fragestellung
6.2.2 Zweite Fragestellung
6.2.3 Dritte Fragestellung
6.3 Grenzen der empirischen Untersuchung
6.4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Wirksamkeit der Humanistischen Psychotherapie durch eine metaanalytische Untersuchung von randomisiert kontrollierten Studien zu belegen, um die wissenschaftliche Anerkennung durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) zu unterstützen. Dabei wird die relative Wirksamkeit gegenüber Wartelisten-Kontrollgruppen sowie die differentielle Wirksamkeit im Vergleich zur Verhaltenstherapie in ausgewählten Indikationsbereichen untersucht.
2.1 Humanistische Psychotherapieverfahren
Zu den Humanistischen Psychotherapieverfahren zählen laut dem Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) sechs Methoden. Darunter die Gesprächspsychotherapie (Rogers, 1972), die Ziel- und Klärungsorientierte Gesprächspsychotherapie (Sachse, 2003), Gestalttherapie (Perls et al. 1951; Hartmann-Kotteck, 2008), Körperpsychotherapie (Marlock & Weiss, 2006), Logotherapie (Frankl, 1998), Psychodrama (Moreno, 1959; Fürst, 2004). Dazu kommen noch integrative Ansätze wie das Focusing (Gendlin, 1998), Integrative Therapie (Petzold, 2004), Emotionsfokussierte Therapie (Greenberg, 2006) und die Existentielle Psychotherapie (May, 1991; vgl. Eberwein, 2014a). Im Verlauf des folgenden Kapitels werden die aufgeführten Humanistischen Psychotherapieverfahren voneinander abgegrenzt sowie deren therapeutischen Kernaspekte herausgestellt.
Die Gesprächspsychotherapie nach Rogers (1972) geht von mehreren Annahmen über die menschliche Natur aus und hat bestimmte Vorstellungen über die Art und Weise, wie sie zu verstehen ist (Ford & Urban, 1963; Rogers, 1951; zitiert nach Davison & Neale, 2002, S. 34). So können andere ausschließlich aus derjenigen subjektiven Perspektive heraus verstanden werden. Die Art und Weise wie der Klient verschiedene Ereignisse erlebt und welche Bedeutung ihnen beigemessen wird ist ausschlaggebend für die Beratung. Verhaltensweisen gesunder Menschen werden als Zweck- und Zielgerichtet beschrieben, der gesunde Mensch ist von Natur aus gut, leistungsfähig und selbst-direktiv. Gestörtes Verhalten und beeinträchtigtes Leistungsvermögen sind allein die Folge falscher Lernprozesse. Das Ziel für Gesprächspsychotherapeuten sollte es daher sein eine wertfreie Atmosphäre zu schaffen, die es dem Klienten ermöglicht frei zu entscheiden. Aus einer solchen Bedingung heraus keine Ängste und Sorgen über Beurteilungen, Forderungen und Vorlieben anderer haben zu müssen, wird das Leben der Klienten, nach Rogers (1951), von der angeborenen Neigung zur Selbstaktualisierung bestimmt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Verfahrensbreite in Deutschland und die kontroversen Debatten um die wissenschaftliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen humanistischen Psychotherapieverfahren, deren zugrundeliegende Störungstheorien sowie den aktuellen Forschungsstand.
3 Fragestellungen und Hypothesen: Hier werden die Ziele der Arbeit definiert und die Hypothesen zur relativen und differentiellen Wirksamkeit sowie zur Wirksamkeit in spezifischen Indikationsbereichen abgeleitet.
4 Methode: Das Kapitel erläutert die Auswahl der Primärstudien, das Kodierungssystem, die Durchführung der Bewertung nach WBP-Kriterien sowie die statistischen Verfahren zur Effektstärkeberechnung.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Analysen zur relativen und differentiellen Effektivität der untersuchten therapeutischen Verfahren.
6 Diskussion: Die Diskussion fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, interpretiert diese im Kontext der Hypothesen, diskutiert die Limitationen der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Humanistische Psychotherapie, Meta-Analyse, Wirksamkeitsforschung, Verhaltenstherapie, relative Effektivität, differentielle Effektivität, Indikationsbereiche, randomisiert kontrollierte Studien, Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie, Psychotherapeutengesetz, Patienten, Angststörungen, affektive Störungen, Substanzmissbrauch, therapeutische Beziehung.
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit humanistisch ausgerichteter Psychotherapieverfahren im Vergleich zu anderen Verfahren sowie gegen Wartelisten-Kontrollgruppen, um eine wissenschaftliche Basis für die sozialrechtliche Anerkennung in Deutschland zu schaffen.
Die zentralen Themen sind die Wirksamkeitsforschung der Humanistischen Psychotherapie, die methodische Qualität klinischer Studien sowie der Vergleich zwischen humanistischen Methoden und der Verhaltenstherapie.
Das primäre Ziel ist die metaanalytische Bestätigung der Wirksamkeit der Humanistischen Psychotherapie durch die ausschließliche Verwendung von randomisiert kontrollierten Studien, entsprechend den Kriterien des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP).
Die Autorin führt eine Meta-Analyse nach der Methode von Hunter und Schmidt durch und verwendet zur Qualitätsbewertung der Studien das Methodenpapier 2.8 des WBP.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung der humanistischen Ansätze, die detaillierte Methodenbeschreibung der Meta-Analyse, die Auswertung der Studienergebnisse zur relativen und differentiellen Wirksamkeit sowie eine kritische Diskussion.
Schlüsselbegriffe sind Humanistische Psychotherapie, Effektivitätsevaluation, Meta-Analyse, randomisiert kontrollierte Studien (RCT) und der Vergleich verschiedener psychotherapeutischer Ansätze.
Die relative Effektivität betrachtet die Verbesserung bei Patienten im Vergleich zu einer Wartelisten-Kontrollgruppe, während die differentielle Effektivität den direkten Leistungsvergleich zur Verhaltenstherapie in den Fokus rückt.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Humanistische Psychotherapie eine hohe relative Wirksamkeit im Vergleich zur Warteliste aufweist, im direkten Vergleich zur Verhaltenstherapie jedoch oft eine leicht bis mittelgradige Unterlegenheit zeigt.
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