Masterarbeit, 2021
152 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen
1.3 Empirische Datenerhebung
2. Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens
Wirtschaftliche Lage des Gesundheitswesens
2.1 Beitragsstabilität
2.2 Vereinbarungsprinzip
2.3 Duale Krankenhausfinanzierung
3. Das DRG-Fallpauschalen-System
3.1 Zentrale Begriffsbestimmungen
3.2 Konstruktion und Funktionsweise
3.3 Kalkulation der DRG-Fallpauschalen
4. Bedarfsbestimmte Vorhaltekosten der Krankenhäuser
4.1 Vorhaltekosten
4.2 Vorhaltekostenzuordnung innerhalb der Kostenrechnung
4.3 Korrelation von Vorhaltekosten zum Versorgungsbedarf
5. Zustandekommen von Vorhaltekostenproblematiken
5.1 Marktwirtschaftliche Grundsätze der Gesundheitswirtschaft
5.2 Skaleneffekte
5.3 Zielkostenrechnung (Target Costing)
5.4 Vollkostenansatz im Rahmen der DRG-Kalkulation
5.5 Ein-Haus-Kalkulationsansatz
5.6 Kalkulationsgrundlage der Fallpauschalen
5.7 Befragungsergebnisse: Besteht eine Vorhaltekostenproblematik?
6. Etablierte Problemlösungsmechanismen
6.1 Sicherstellungszuschlag
6.2 Notfallzuschlag und Notfallabschlag
6.3 Zentrumszuschläge
6.4 Versorgungszuschlag
6.5 Besondere Einrichtungen
6.6 Wirkung
7. Abgrenzung von Vorhaltekosten
7.1 Nach Fallpauschalen und Behandlungsleistungen
7.2 Nach medizinischen Fachgebieten und Abteilungen
7.3 Nach Organisationseinheiten
7.4 Nach Leitlinien und Richtlinien
7.5 Nach Qualitätsaspekten
7.6 Nach Versorgungsauftrag und Versorgungsstufen
7.7 Nach strukturellen Bedingungen
7.8 Nach dem Marktumfeld
7.9 Nach Kostennachweis
8. Finanzierungsverantwortung
9. Fazit und Diskussion
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und praktische Operationalisierung einer separaten Finanzierung von Vorhaltekosten innerhalb des deutschen Krankenhausfinanzierungssystems, um Fehlsteuerungen durch das bestehende pauschalierte Vergütungssystem zu korrigieren und die Existenz bedarfsnotwendiger Krankenhausstrukturen sicherzustellen.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Aus dem verfassungsrechtlich verankerten Sozialstaatsprinzip resultiert die staatliche Verantwortung zur sozialen Absicherung der Bevölkerung. Über die Daseinsfürsorge des Staates soll gewährleistet werden, dass jede Bürgerin und jeder Bürger gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Die Absicherung und Versorgung von erkrankten Mitbürgerinnen und Mitbürgern bildet hier einen elementaren Bestandteil. In Deutschland leben rund 83,1 Millionen Menschen. Sie alle haben im Sinne der sozialen Absicherung ein Recht auf medizinische Versorgung. Krankenhäuser sind „Einrichtungen, in denen durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können“. Sie gehören damit zu einem zentralen Bestandteil der Sozialversorgung und erfüllen hoheitliche Aufgaben der Daseinsfürsorge.
Diese grundlegende gesamtgesellschaftliche Aufgabe wurde den Krankenhäusern als Institutionen der sozialen Sicherung vom Staat übertragen. Um den Auftrag erfüllen zu können, müssen bestimmte Strukturen vorgehalten werden. Nach dem Sozialrecht sind dies etwa eine apparative Mindestausstattung sowie geschultes und jederzeit verfügbares Personal. Für die Bereitstellung dieser vom Staat vorgeschriebenen Vorhaltung sind sie eigenverantwortlich zuständig. Um die Finanzierung dieser Vorhaltungen und der laufenden Kosten absichern zu können, müssen Krankenhäuser als Unternehmen geführt werden. Sie müssen insbesondere im Sinne ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch wirtschaftlich agieren. Einnahmen und Ausgaben liegen in ihrem Verantwortungsbereich und müssen sich weitestgehend ausgeglichen darstellen, denn bei unzureichender Kostendeckung sehen sie sich mit einem Insolvenzrisiko konfrontiert. Krankenhäuser, die in ihrer Kosten-Ertrags-Rechnung nach Abzug von Steuern und Abschreibungen dauerhaft ein Defizit ausweisen, können vom Markt ausscheiden. Eine ausreichende Gegenfinanzierung der dem Krankenhaus entstehenden Kosten stellt damit die Existenzgrundlage der Krankenhäuser dar.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Vorhaltekostenfinanzierung ein und definiert die zentralen Fragestellungen sowie das methodische Vorgehen der Masterarbeit.
2. Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens: Das Kapitel analysiert die aktuelle wirtschaftliche Lage des Gesundheitssystems und die rechtlichen sowie ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, die die Krankenhausfinanzierung maßgeblich beeinflussen.
3. Das DRG-Fallpauschalen-System: Hier werden die Funktionsweise, Kalkulation und die zentralen Elemente des diagnosebezogenen Fallpauschalensystems (DRG) detailliert erläutert.
4. Bedarfsbestimmte Vorhaltekosten der Krankenhäuser: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Vorhaltekosten, untersucht deren Einordnung in der Kostenrechnung und beleuchtet die Korrelation zum tatsächlichen Versorgungsbedarf.
5. Zustandekommen von Vorhaltekostenproblematiken: Es wird analysiert, wie durch ökonomische Anreize, Skaleneffekte und die Methodik der DRG-Kalkulation spezifische Probleme bei der Finanzierung notwendiger Vorhaltungen entstehen.
6. Etablierte Problemlösungsmechanismen: Das Kapitel bewertet bestehende Ansätze wie Sicherstellungszuschläge, Notfallentgelte und Zentrumszuschläge hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in der Praxis.
7. Abgrenzung von Vorhaltekosten: Hier erfolgt eine Untersuchung verschiedener Kriterien zur sachgerechten Abgrenzung von Vorhaltekosten, um eine mögliche Finanzierung operationalisierbar zu machen.
8. Finanzierungsverantwortung: Dieses Kapitel diskutiert die haushälterische und politische Verantwortung für die Finanzierung von Vorhaltekosten im Kontext dualer Finanzierungssysteme.
9. Fazit und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Herausforderungen für eine künftige Reform der Krankenhausfinanzierung sowie die Notwendigkeit einer sachgerechten Verteilung knapper Ressourcen.
Vorhaltekosten, Krankenhausfinanzierung, DRG-System, Fallpauschalen, Sicherstellungszuschlag, Versorgungsbedarf, Daseinsfürsorge, Kostendeckung, Krankenhausstrukturgesetz, Target Costing, Gemeinkosten, Betriebskosten, Gesundheitsökonomie, Budgetierung, Versorgungsstufe.
Die Arbeit befasst sich mit der problematischen Finanzierung unumgänglicher Vorhaltekosten für Krankenhausstrukturen, die durch das aktuelle, auf Fallpauschalen basierende Vergütungssystem (DRG) nicht ausreichend gedeckt werden.
Die zentralen Themen sind das deutsche Krankenhausfinanzierungssystem, die Mechanismen der Leistungskalkulation (InEK), die Identifikation von Vorhaltekosten sowie die Bewertung bestehender Zuschlagsmechanismen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung.
Ziel ist es zu klären, ob das aktuelle Finanzierungssystem angepasst werden muss, um Vorhaltekosten separat zu finanzieren, und welche Umsetzungsmöglichkeiten sowie Vor- und Nachteile dabei bestehen.
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literatur- und Sekundärdatenanalyse mit einer empirischen Primärdatenerhebung in Form einer Befragung von Entscheidern im Krankenhausbereich.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ist-Situation, die theoretische Herleitung von Vorhaltekostenproblematiken, die Bewertung aktueller Lösungsansätze und die Prüfung verschiedener Abgrenzungskriterien für eine zukünftige Finanzierungsform.
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Vorhaltekosten, Krankenhausfinanzierung, DRG-Fallpauschalen, Sicherstellungszuschläge und bedarfsgerechte Versorgung charakterisiert.
Die Arbeit zeigt, dass insbesondere kleinere Krankenhäuser in ländlichen Regionen sowie Häuser mit besonderen Leistungsstrukturen Schwierigkeiten haben, ihre Vorhaltekosten über Fallpauschalen zu decken, da sie kaum Skaleneffekte realisieren können.
In der Befragung gaben die Teilnehmer an, dass die Kriterien für den Erhalt von Zuschlägen oft zu restriktiv sind, die bürokratischen Hürden in der Beantragung zu hoch liegen und die tatsächliche Finanzierungshöhe hinter dem Bedarf zurückbleibt.
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