Bachelorarbeit, 2006
38 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Überblick
2. Der Initiation Story auf der Spur
2.1. Vom Wesen der Initiationsgeschichte – ein Definitionsversuch
2.1.1 Herkunft und Bedeutung des Begriffes Initiation
2.1.2 Theoretische Annäherung an das Initiations-Motiv in der Literatur
2.2.3 Der Aspekt der Reise in der Initiationserzählung
3. Die Initiationsthematik in „The Catcher in the Rye“ und „Moon Palace“
3.1 Auf der Suche nach dem Selbst
3.1.1 Selbstentwurf und Abgrenzung der Protagonisten
3.1.2 Die Reise als Quest
3.2 Geglückter Übergang zur Erwachsenenwelt?
3.2.1 Prägende Initialerlebnisse von Holden und Marco
3.2.2 Erzählhaltung, Sprache, Struktur
3.2.3 Holden und Marco als Künstler
Die vorliegende Arbeit untersucht die Initiationsthematik in den Romanen „The Catcher in the Rye“ von Jerome D. Salinger und „Moon Palace“ von Paul Auster. Dabei wird analysiert, inwieweit die Protagonisten den Reifeprozess vom Jugendalter in die Erwachsenenwelt erfolgreich durchlaufen und welche Rolle Identitätssuche, Reisen und erzählerische Gestaltung für diesen Prozess spielen.
3.1.1 Selbstentwurf und Abgrenzung der Protagonisten
Holden Caulfield, der sechzehnjährige Held in „The Catcher in the Rye“ (bei Zitatangaben CR), ist ein unglücklicher und unzufriedener Jugendlicher. Eine der Hauptursachen für seine desolate Lage ist seine extreme Einsamkeit. Schon zu Beginn der Erzählung gibt Holden einen Einblick in seine Situation, wenn er über ein Footballspiel sagt: „[P]ractically the whole school except me was there“ (CR, 2). Dieser isolierte Zustand begleitet Holden über all seine Erlebnisse und nimmt an Intensität sogar noch zu. Unzählige Male lässt er den Leser wissen, dass er „was feeling so damn depressed and lonesome“ (u.a. CR, 138). Allein schon durch sein Äußeres -er hat teilweise ergrautes Haar und trägt gern seinen „red hunting hat“- grenzt er sich von seinen Mitmenschen ab. Mehr aber noch verhindert sein durch eine ganz eigene Wahrnehmung geprägter Charakter eine Integration. Seine Wahrnehmungsweise wird von einer Radikalität bestimmt, mit der Holden zwangsläufig auf Widerstände stoßen muss, denn er „teilt die Welt rigoros in zwei Teile, von denen er den einen positv als nice, den anderen negativ als phony bezeichnet. Diese beiden wertenden Vokabeln bilden einen Kernbestandteil seines Wortschatzes [...] und sind das sprachliche Rüstzeug, mit dem Menschen und Gegenstände, Eigenschaften und Ereignisse bewertet und seinem dualistischen Weltbild einordnet“ (Freese 1971, 237). Anstatt sich fraglos anzupassen, beobachtet Holden das ihn Umgebende auf das Genauste und kritisiert die phoniness der gesellschaftlichen Konventionen, der bigotten Erwachsenen und der modernen zeitgenössischen Tendenzen. Und indem er das Gesehene nach seinen eigenen Maßstäben bewertet, stellt er es gleichzeitig in Frage. Gegenstand seiner Abscheu ist in erster Linie das heuchlerische und korrupte Wesen seiner Mitmenschen.
1. Einleitung und Überblick: Einführung in die Fragestellung und den Vergleich der Initiationsthematik in den Romanen von Salinger und Auster.
2. Der Initiation Story auf der Spur: Definition und theoretische Herleitung des Initiationsmotivs aus anthropologischer und literaturwissenschaftlicher Sicht.
3. Die Initiationsthematik in „The Catcher in the Rye“ und „Moon Palace“: Detaillierte Untersuchung der Identitätssuche der Protagonisten durch Reisen, erzählerische Strukturen und künstlerische Verarbeitung.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Initiationsergebnisse und kritische Würdigung der Reifeentwicklung von Holden und Marco.
Initiation, Initiation Story, Adoleszenz, Identitätssuche, Reise, Quest, Holden Caulfield, Marco Stanley Fogg, phoniness, Reifeprozess, Erwachsenenwelt, literarischer Vergleich, Paul Auster, Jerome D. Salinger, Bildungsroman.
Die Arbeit vergleicht die Initiationserfahrungen der Protagonisten in Salingers „The Catcher in the Rye“ und Austers „Moon Palace“.
Der Fokus liegt auf der Adoleszenz, dem Prozess der Identitätsfindung und der literarischen Darstellung des Übergangs vom Kindes- zum Erwachsenenalter.
Das Ziel ist es, Schnittstellen und Unterschiede in den Initiationsverläufen der beiden Romanhelden herauszuarbeiten und zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die Definitionen von Initiationsmotiven auf die Romantexte anwendet.
Im Hauptteil geht es um den Selbstentwurf der Protagonisten, die Bedeutung von Reisen (Quest) und die erzähltechnischen Mittel der Autoren.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Initiation, Identität, Reise, Adoleszenz und die spezifische Sprachgestaltung (z. B. phoniness).
Die Reise dient sowohl Holden als auch Marco als physisches und psychisches Mittel zur Grenzüberschreitung und Konfrontation mit der Welt, was wiederum ihre Entwicklung beeinflusst.
Während Holden stark an der Ablehnung gesellschaftlicher Heuchelei („phoniness“) festmacht, durchläuft Marco eine tiefgreifendere existenzielle Krise, die ihn zur künstlerischen Verarbeitung seiner Familiengeschichte zwingt.
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