Masterarbeit, 2022
64 Seiten, Note: 2,8
1. Einleitung
2. Der spanische Bürgerkrieg und der Beginn der Franco-Diktatur
2.1 Die Eugenetik von Antonio Vallejo Nájera
2.2 Die verlorenen Kinder des Franquismus
2.3 Die politische und literarische Aufarbeitung der Geschehnisse
2.4 Begriffsbestimmung: Vergangenheitsaufarbeitung oder Vergangenheitsbewältigung?
3. Luna lunera – die infantile Perspektive der Aufarbeitung der Vergangenheit
3.1 Das familiäre Verhältnis im Hause Vidal Armengol
3.2 Komponenten der Aufarbeitung
3.2.1 Bestrafung aufgrund des familiären Verhältnisses
3.2.2 Die Aufarbeitung der destruktiven familiären Verhältnisse mithilfe des Mutterersatzes
3.2.3 Gewalt, Angst und Trauma
3.2.4 Sexueller Missbrauch und Verunglimpfung durch Vertreter der Kirche
3.2.5 Gefahr versus Sicherheit
3.2.6 Flucht als Versuch der Vergangenheitsbewältigung?
3.2.7 Zwischenfazit hinsichtlich der bisherigen Komponenten
4. Luna lunera – die erwachsene Perspektive der Aufarbeitung der Vergangenheit
4.1 Komponenten der Aufarbeitung
4.1.1 Posttraumatische Belastungsstörung aufgrund des Bürgerkriegs
5. Prozesse der Vergangenheitsaufarbeitung
5.1 Prozess der Aufarbeitung aus der infantilen Perspektive
5.2 Prozess der Aufarbeitung aus der erwachsenen Perspektive
6. Ausblick und Fazit
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufarbeitung von Bürgerkrieg und Franco-Diktatur in der spanischen Gegenwartsliteratur, analysiert anhand des Romans Luna lunera von Rosa Regàs. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie traumatische Kriegserfahrungen und die Auswirkungen des Regimes die kindliche sowie erwachsene Perspektive auf die Geschichte prägen und welche Schwierigkeiten bei der persönlichen sowie kollektiven Vergangenheitsbewältigung auftreten.
3.1 Das familiäre Verhältnis im Hause Vidal Armengol
Die genealogische Darstellung soll zu einem vereinfachten Verständnis der folgenden Analyse und zur Veranschaulichung der Figurenkonstellation dienen.
Die Hauptfiguren für die Darstellung des familiären Verhältnisses sind der Großvater Pius Vidal Armengol, sein Sohn Manuel und dessen Frau. Pius Vidal Armengol gehört der Gruppe der Franquisten an, wodurch er unmittelbar die Position gegen die Republikaner vertritt. Dies wird vor allem dadurch deutlich, dass er die Gründung der zweiten Republik nicht akzeptiert und fassungslos reagiert: „vuestro abuelo [...] no estaba de acuerdo con la República, podíamos imaginarlo con la barbilla sobre el pecho y el rostro enfurruñado.“ Des Weiteren steht der Großvater für seine Überzeugungen ein und bleibt seinen Moralvorstellungen treu. Für ihn hat dabei die gesellschaftliche hierarchische Ordnung höchste Priorität: „el orden le parece lo más importante [...], lo único que puede salvar a un pueblo. Cada uno en su sitio.“ Seines Erachtens soll sich jedes Mitglied der Gesellschaft seinem rechtmäßigen Platz zuordnen und vor allem die Mischung der unterschiedlichen Mitglieder der Gesellschaft macht ihm Angst: „Aquella mezcla de hombres y mujeres, de obreros y señoritos, de soldados, oficinistas y funcionarios, sobresaltaba al abuelo y lo preocupaba.“ Begründet mit der großväterlichen Angst hinsichtlich dieser Deformierung der gesellschaftlichen Ordnung lässt sich hier die Vermutung aufstellen, dass der Großvater die oben dargelegten Ansichten von Antonio Vallejo Nájera vertritt und damit einhergehend die hispanische Rasse in Gefahr sieht, weshalb er sie schützen will.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Aufarbeitung des spanischen Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur in der Literatur ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Komponenten der Vergangenheitsbewältigung bei Kindern.
2. Der spanische Bürgerkrieg und der Beginn der Franco-Diktatur: Dieses Kapitel skizziert die historische Spaltung Spaniens in antagonisierende Lager und erläutert die Auswirkungen der Diktatur sowie die theoretischen Begrifflichkeiten rund um die Aufarbeitung.
3. Luna lunera – die infantile Perspektive der Aufarbeitung der Vergangenheit: Hier steht die kindliche Wahrnehmung der familiären Verhältnisse und die Auswirkungen von Gewalt, Trauma und der Repression durch das Regime im Fokus der Analyse.
4. Luna lunera – die erwachsene Perspektive der Aufarbeitung der Vergangenheit: Dieses Kapitel betrachtet ergänzend die erwachsene Sichtweise, insbesondere unter dem Aspekt der posttraumatischen Belastungsstörungen, die durch Krieg und Diktatur ausgelöst wurden.
5. Prozesse der Vergangenheitsaufarbeitung: Hier werden die Mechanismen der Identitätsfindung und Erinnerungsarbeit bei den beteiligten Romanfiguren systematisch gegenübergestellt und bewertet.
6. Ausblick und Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Vergangenheitsaufarbeitung einen komplexen Prozess darstellt, der für die Individuen von hoher Bedeutung ist, aber oft an strukturellen oder psychologischen Hürden scheitert.
Spanischer Bürgerkrieg, Franco-Diktatur, spanische Gegenwartsliteratur, Luna lunera, Rosa Regàs, Vergangenheitsbewältigung, Vergangenheitsaufarbeitung, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Kindheit, Familiäre Destruktion, Franquismus, Erinnerungskultur.
Die Hausarbeit widmet sich der Art und Weise, wie die einschneidenden Ereignisse des spanischen Bürgerkriegs und der anschließenden Franco-Diktatur in der spanischen Gegenwartsliteratur, beispielhaft anhand des Romans Luna lunera, thematisiert und aufgearbeitet werden.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen politischer Repression auf die familiäre Struktur, die psychischen Folgen wie Traumata und Angst bei Kindern, sowie der theoretische Diskurs über Vergangenheitsbewältigung in totalitären Kontexten.
Ziel ist es zu untersuchen, welche Komponenten die Romanfiguren für eine erfolgreiche Aufarbeitung der Vergangenheit benötigen und inwiefern der aktuelle Forschungsstand hinsichtlich der kindlichen Perspektive diesbezüglich ergänzt werden kann.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte mit tiefenpsychologischen Ansätzen und Begriffen des kollektiven Gedächtnisses sowie der Traumaforschung verbindet.
Der Hauptteil analysiert detailliert die kindliche und erwachsene Perspektive im Roman, untersucht die destruktiven Strukturen im Haus des Großvaters und beleuchtet die Rolle missglückter Fluchtversuche als Symptom der Aufarbeitung.
Wichtige Begriffe sind Vergangenheitsaufarbeitung, kollektives Gedächtnis, Trauma, Franquismus, kindliche versus erwachsene Perspektive und die Analyse literarischer Symbole im Roman.
Der Großvater fungiert als Verkörperung des franquistischen Regimes im privaten Raum. Sein autoritäres Gebaren und seine ständige Ausübung von Gewalt und Zwang machen ihn zum primären Auslöser der Ängste und Traumata der Enkelkinder.
Santiago versucht, seine Kriegserlebnisse durch Musik und ein Vermeidungsverhalten (Verdrängung) zu bewältigen. Da er jedoch nicht aktiv über das Erlebte spricht, gelingt keine vollständige therapeutische Heilung, sondern er bleibt in einem trügerischen Zustand verhaftet.
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