Bachelorarbeit, 2022
107 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Kinderschutz
2.1.1 Der Begriff Kinderschutz im deutschen Recht
2.1.2 Das enge und breite Verständnis von Kinderschutz
2.1.3 Der Begriff Kinderschutz im internationalen Recht
2.1.4 Risiko- und Schutzfaktoren für die kindliche Entwicklung
2.1.5 Destruktive Parentifizierung als Risikofaktor
2.1.6 Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Child Language Brokering
2.1.7 Zwischenfazit
2.2 Child Language Brokering
2.2.1 Definition und begriffliche Abgrenzung
2.2.2 Bilingualität und Bikulturalität
2.2.3 Relevanz der kindlichen Entwicklung
2.2.4 Einfluss der Familiendynamik
2.2.5 Parentifizierung
2.2.6 Risiken für die mentale Gesundheit
2.2.7 Strukturelle Ursachen in Deutschland
2.2.8 Zwischenfazit
3 Forschungsmethodisches Vorgehen
3.1 Begründung des qualitativen Forschungsparadigmas
3.2 Datenerhebungsinstrument
3.3 Fallauswahl und Fallportrait
3.4 Interviewsituation und Transkription
3.5 Datenanalyse
4 Vorstellung der empirischen Ergebnisse
4.1 Rahmenbedingungen und Übersetzungssituationen
4.1.1 Rahmenbedingungen
4.1.2 Übersetzungssituationen
4.2 Emotionen und psychische Belastungen
4.2.1 Emotionale Reaktionen
4.2.2 Psychische Belastungen
4.3 Familiendynamik
4.4 Folgen von Child Language Brokering
4.5 Professionelle Sicht auf Child Language Brokering
5 Einordnung der empirischen Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand
6 Abschlussdiskussion und Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Child Language Brokering", bei dem Kinder für ihre Eltern oder andere Verwandte mit Migrationshintergrund als Dolmetscher fungieren, und analysiert dessen Auswirkungen auf den Kinderschutz in der Sozialen Arbeit sowie die psychische Entwicklung der beteiligten Kinder.
2.2.1 Definition und begriffliche Abgrenzung
Der international verwendete Begriff Child Language Brokering beschreibt das Phänomen, wenn Kinder für ihre Eltern oder andere Erwachsene von einer Sprache in eine andere Sprache übersetzen (vgl. Weisskirch, 2017, S. 7). Ein Großteil der Forschung über Child Language Brokering wurde in den USA mit hispanischen Familien durchgeführt (vgl. Titzmann & Michel, 2017, S. 88). Zusätzliche Studien existieren u.a. zu Diaspora-Migrant*innen in Deutschland, Migrant*innen aus der ehemaligen Sowjetunion in Israel und chinesischen Migrant*innen in Kanada (vgl. ebd). Kinder, die mehr als eine Sprache sprechen, beginnen häufig im Kindesalter für Eltern oder andere Angehörige zu dolmetschen und führen diese Tätigkeit bis ins Erwachsenenalter fort (vgl. Weisskirch, 2017, S. 7). Dabei werden diese Kinder, die sogenannten Child Language Broker, aufgrund ihres altersbedingten Entwicklungsstandes und der damit einhergehenden, sich verändernden Beziehung zu den Eltern unterschiedlich durch Sprachmittlungserlebnisse geprägt (vgl. ebd.). Child Language Broker übersetzen nicht nur geschriebene sowie mündliche Sprache, sondern sind zugleich in der Rolle der Familienexpert*in der neuen Kultur (vgl. Titzmann & Michel, 2017, S. 75; Guan, 2017, S. 163).
Richtiges Sprachmitteln ist eine komplexe Aufgabe. Zusätzlich zur reinen Wort-für-Wort-Übersetzung spielen Gefühle, Wahrnehmungen und Kontextwissen eine wichtige Rolle, um den Kommunikationsinhalt exakt zu vermitteln (vgl. Nash, 2017, S. 116). All diese Bereiche fließen in das Language Brokering ein, sodass von den Kindern viele Kompetenzen erwartet werden (vgl. ebd.). Im Allgemeinen engagieren sich Mädchen öfter als Child Language Broker als Jungen (vgl. Rainey et. al., 2017, S. 215).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Child Language Brokering ein, beleuchtet die aktuelle Forschungslage in Deutschland und definiert das zentrale Erkenntnisinteresse sowie die wissenschaftliche Fragestellung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Kinderschutz und Child Language Brokering, analysiert Risiko- und Schutzfaktoren sowie das Konzept der destruktiven Parentifizierung und diskutiert den aktuellen Wissensstand sowie Handlungsempfehlungen.
3 Forschungsmethodisches Vorgehen: Hier wird das qualitative Forschungsparadigma begründet, das Datenerhebungsinstrument (Leitfadeninterview) erläutert und die Fallauswahl sowie die Methoden der Datenanalyse und Transkription dargelegt.
4 Vorstellung der empirischen Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der Interviews, strukturiert nach Rahmenbedingungen, emotionalen Belastungen, familiären Dynamiken, den Folgen von Child Language Brokering und der professionellen Perspektive der Befragten.
5 Einordnung der empirischen Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand: Hier werden die gewonnenen empirischen Erkenntnisse mit bestehenden Theorien und Studienergebnissen aus der Fachliteratur verknüpft und miteinander verglichen.
6 Abschlussdiskussion und Fazit: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und leitet Anforderungen für den Kinderschutz sowie notwendige politische Weichenstellungen für die Soziale Arbeit ab.
Child Language Brokering, Kinderschutz, Kindeswohl, Migration, Sprachmitteln, Parentifizierung, Psychische Gesundheit, Sozialarbeit, Risikofaktoren, Kindesentwicklung, Identität, Interkulturelle Kompetenz, Laiendolmetschen, Familienbeziehungen, Empowerment.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit dem Phänomen des "Child Language Brokering" auseinander, bei dem Kinder für ihre Eltern mit Migrationshintergrund bei alltäglichen und professionellen Terminen dolmetschen.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen dieser Tätigkeit auf die psychische Gesundheit der Kinder, der Einfluss familiärer Dynamiken, die Relevanz des Kinderschutzes sowie die Anforderungen an professionelle Fachkräfte in der Sozialarbeit.
Das Ziel ist es, Anforderungen an den Kinderschutz in der Sozialen Arbeit im Kontext von Child Language Brokering zu definieren und den Umgang von Fachkräften mit dieser Praxis zu reflektieren.
Die Autorin wählte einen qualitativen Forschungsansatz und führte Leitfadeninterviews mit Personen durch, die in ihrer Kindheit selbst als Sprachmittler für ihre Eltern tätig waren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, methodologisches Vorgehen und die Vorstellung der empirischen Ergebnisse, in denen persönliche Erfahrungen von drei Befragten in Bezug auf Belastungen und Rollenkonflikte analysiert werden.
Die wesentlichen Begriffe sind Child Language Brokering, Kinderschutz, Kindeswohlgefährdung, Parentifizierung, Sprachmittlung und das interdisziplinäre Spannungsfeld zwischen Migration und Integration.
Die Einschätzungen sind differenziert: Während negative Gefühle wie Scham, Überforderung und Angst vorherrschen, berichten manche Befragte auch von einem Gefühl der Professionalität oder einem durch die Erfahrung gestärkten Selbstbewusstsein.
Resilienz ist ein Schlüsselfaktor; eine stabile Bindung zu den Eltern und das Vorhandensein von unterstützenden Ressourcen (wie Geschwister oder positive Rückmeldungen) können dazu beitragen, dass die Sprachmittlungstätigkeit weniger oder gar nicht als Belastung wahrgenommen wird.
Es wird gefordert, dass Fachkräfte Laiendolmetschen durch Kinder generell vermeiden, bei Bedarf externe Sprachmittler hinzuziehen, das Kind bei Überforderung von der Situation entlasten und Eltern intensiv hinsichtlich ihrer Verantwortung beraten.
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