Bachelorarbeit, 2020
33 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2.1 Aggression
2.2 Konflikt
3. Formen von Gewalt
3.1 Physische Gewalt
3.2 Psychische Gewalt
3.3 Verbale Gewalt
4. Erklärungsansätze für Gewalttaten
4.1 Labeling Approach Theorie
4.2 Lerntheorien
4.2.1 Differenzielle Assoziation
4.2.2 Operante Konditionierung
4.3 Anomietheoretische Ansätze
5. Studien zu Gewalttaten an Schulen
5.1 Bertelsmann Stiftung
5.2 KFN Studie
6. Präventionsmöglichkeiten durch Programme
6.1 Faustlos Curriculum
6.1.1 Ziele
6.1.2 Adressaten
6.1.3 Durchführung
6.1.4 Durchführungsdauer
6.1.5 Fazit zu Faustlos
6.2 Konstanzer Trainingsmodell
6.2.1 Ziele
6.2.2 Adressaten
6.2.3 Durchführung
6.2.4 Durchführungsdauer
6.2.5 Fazit zum KTM
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit bietet eine fundierte Zustandsbeschreibung des Phänomens „Gewalt an Schulen“ aus kriminologischer Perspektive, wobei zentrale Begrifflichkeiten geklärt, theoretische Erklärungsansätze erörtert und aktuelle Studienergebnisse hinsichtlich ihrer Relevanz für Präventionsmaßnahmen analysiert werden.
4.1 Labeling Approach Theorie
Die Labeling Approach Theorie legt den Fokus im Gegensatz zu den meisten anderen Kriminalitätstheorien auf das Umfeld des Täters. Der Grund für die Entstehung von Kriminalität wird hier nicht dem Täter zugeschrieben, sondern dessen sozialen Umfeld. Die Delinquenz wird hier nicht als dauerhaft bestehendes Merkmal auf Grund von Eigenschaften des Täters oder dessen Handlungs-abläufen erklärt. Weiterhin würden keine von der Umwelt oder von der Person des Täters abhängigen Faktoren betrachtet, sondern die so genannte „Etikettierung“ von Personen oder Gruppen durch deren Umfeld. Die Theorie beschäftigt sich damit, welche soziale Reaktion durch diese Zuordnung bei den abgestempelten Personen entsteht und wie sich das auf ihr Verhalten im Hinblick auf Kriminalität auswirkt.
Aus der Sicht dieser Theorie besteht bzw. entsteht abweichendes Verhalten nicht einfach, sondern bestimmte Sanktionen, Regeln und Wertungen, die bei bestimmten Gruppen vorgenommen werden, lösen dieses aus.
Die Entwicklung des „Etikettierten“ sei ein Prozess von Absondern, Markieren und Definieren dieser Person als delinquent, was dessen Erscheinungsbild als kriminelle Person erst erschaffen würde. Dieses würde dann durch die Gesellschaft und die Person selbst übernommen werden und bei dieser eben jene Charakter-eigenschaften hervorrufen, suggerieren und stimulieren, die ihr durch den Etikettierungsprozess angeheftet wurden. Es sei hier nicht von Bedeutung ob dieser Prozess durch Außenstehende geschehe, die die Person dadurch sanktionieren oder resozialisieren wollen würden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Gewalt an Schulen ein, grenzt den Untersuchungsgegenstand ein und skizziert das methodische Vorgehen der Zustandsbeschreibung.
2.1 Aggression: Hier werden die begrifflichen Grundlagen der Aggression aus biologischer und psychologischer Perspektive definiert und verschiedene Ausprägungsformen unterschieden.
2.2 Konflikt: Dieses Kapitel erläutert den Auseinandersetzungsprozess zwischen Konfliktparteien sowie die Differenzierung zwischen latenten und manifesten sowie sozialen Konflikten.
3. Formen von Gewalt: Basierend auf systemischen Unterscheidungen werden in diesem Abschnitt physische, psychische und verbale Gewaltformen als relevante Kategorien für das Schulumfeld isoliert.
4. Erklärungsansätze für Gewalttaten: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über diverse kriminologische Theorien, um die Ursachen hinter aggressivem Verhalten und Gewalttaten an Schulen zu erklären.
4.1 Labeling Approach Theorie: Die Theorie fokussiert sich auf die stigmatisierende Wirkung des sozialen Umfelds und dessen Einfluss auf die Identitätsbildung eines delinquenten Schülers.
4.2 Lerntheorien: Kapitel 4.2 untersucht, wie delinquentes Verhalten durch Interaktion und Verstärkungsmechanismen im sozialen Umfeld erlernt und verfestigt werden kann.
4.2.1 Differenzielle Assoziation: Hier wird Sutherlands Theorie vorgestellt, die den Erwerb kriminellen Verhaltens durch soziale Lernprozesse in Cliquen und Peer-Groups beschreibt.
4.2.2 Operante Konditionierung: Der Fokus liegt hier auf dem Lernen durch Konsequenzen, insbesondere wie Erfolgs- oder Bestrafungserlebnisse die Wahrscheinlichkeit zukünftigen Gewalthandelns beeinflussen.
4.3 Anomietheoretische Ansätze: Dieses Kapitel thematisiert den sozialen Druck bei ungleicher Verteilung von Chancen und die daraus resultierende Notwendigkeit, nach zielen mittels illegitimer Mittel zu streben.
5. Studien zu Gewalttaten an Schulen: Es werden Ergebnisse renommierter Studien zusammengefasst, um die reale Prävalenz und geschlechtsspezifische Ausprägungen von Gewalt an Schulen zu belegen.
5.1 Bertelsmann Stiftung: Die Studie wird hinsichtlich des internationalen Vergleichs und der Wahrnehmung des Sicherheitsgefühls unter achtjährigen Schülern analysiert.
5.2 KFN Studie: Hier werden Erkenntnisse über das Opfererleben durch Beleidigungen, Mobbing und körperliche Gewalt innerhalb unterschiedlicher Schulformen präsentiert.
6. Präventionsmöglichkeiten durch Programme: Dieser Abschnitt dient der kritischen Vorstellung spezieller Programme zur Gewaltprävention, die an Schulen implementiert wurden.
6.1 Faustlos Curriculum: Das Programm wird in seinen Zielen und Durchführungsschritten als Ansatz zur Förderung der emotionalen Kompetenz und Empathie bei Kindern dargestellt.
6.1.1 Ziele: Hier werden die primären Zielsetzungen des „Faustlos“-Curriculums zur Steigerung empathischer Fähigkeiten definiert.
6.1.2 Adressaten: Dieser Punkt präzisiert die Zielgruppe, zu der vornehmlich Erzieher und Lehrer im primärpräventiven Kontext gehören.
6.1.3 Durchführung: Die schrittweise didaktische Umsetzung des Programms, von der Emotionserkennung bis hin zum aktiven Zuhören, wird hier erörtert.
6.1.4 Durchführungsdauer: Die Zeitvorgaben für die Umsetzung in verschiedenen Bildungseinrichtungen werden hinsichtlich ihrer Flexibilität erläutert.
6.1.5 Fazit zu Faustlos: Eine abschließende Bewertung der Eignung des Programms zur langfristigen Prävention bei beiden Geschlechtern.
6.2 Konstanzer Trainingsmodell: Das Modell wird als Instrument zur Stärkung der sozialen Kompetenzen von Lehrkräften im Umgang mit Konfliktsituationen vorgestellt.
6.2.1 Ziele: Fokus der Ziele ist die Erweiterung des Handlungsrepertoires von Lehrkräften und die Schaffung einer konfliktarmen Lernatmosphäre.
6.2.2 Adressaten: Die Ausrichtung auf die Lehrerschaft aller Schulformen als Fortbildungsmaßnahme steht hier im Mittelpunkt.
6.2.3 Durchführung: Die praktische Umsetzung, insbesondere durch Rollenspiele und das Prinzip der wechselseitigen Unterrichtsvisitation durch Trainingspartner, wird dargelegt.
6.2.4 Durchführungsdauer: Die Individualität der Trainingsdauer in Abhängigkeit von Anwendungsfällen wird thematisiert.
6.2.5 Fazit zum KTM: Eine Zusammenführung der Ergebnisse zur Eignung des KTM im Kontext der sofortigen Intervention und zukünftigen Prävention.
7. Fazit: Das Fazit bündelt die zentralen Erkenntnisse über die Präsenz von Gewalt an Schulen und empfiehlt die kombinierte Anwendung der Programme zur effektiven Gewaltreduktion.
Gewalt an Schulen, Kriminologie, Aggression, Mobbing, Prävention, Faustlos, Konstanzer Trainingsmodell, Labeling Approach, Empathie, Sozialer Konflikt, Jugenddelinquenz, Lehrkräftefortbildung, Intervention, Schulklima, Schulform.
Die Arbeit liefert eine kriminologische Zustandsbeschreibung der Gewaltproblematik an Schulen, beleuchtet deren theoretische Ursachen und prüft die Eignung zweier spezifischer Präventionsprogramme.
Neben der Definition von Gewalt und Konflikten werden kriminologische Theorien, empirische Studien zur Gewaltprävalenz sowie Interventionsmöglichkeiten durch Präventionsprogramme als Hauptthemen behandelt.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Phänomen „Gewalt an Schulen“ zu schaffen und zu evaluieren, ob Programme wie Faustlos oder das Konstanzer Trainingsmodell wirksame Lösungsansätze bieten.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Studien sowie einer systematischen Inhaltsanalyse der gewählten Präventionsprogramme.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsbestimmungen und kriminologische Erklärungsansätze), die Darstellung empirischer Befunde und die detaillierte Vorstellung und Bewertung der Interventionsprogramme.
Zu den zentralen Begriffen zählen Gewalt an Schulen, Prävention, Interventionsprogramme, Empathieförderung, kriminologische Theorien und Schulklima.
Die Theorie erklärt hier Gewalttätigkeit durch die Stigmatisierung von Schülern durch Lehrer oder Mitschüler, wobei das "Etikett" eines kriminellen Schülers eine selbsterfüllende Prophezeiung auslösen kann.
Empathie wird als entscheidende Basiskompetenz angesehen; ihr Training gilt als Schlüssel dazu, dass Kinder in Konfliktsituationen von körperlicher Gewalt absehen und stattdessen konstruktive Lösungen suchen.
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