Magisterarbeit, 2008
103 Seiten, Note: 1,1
1. Einführung
1.1. Fragestellung
1.2. Islam in Deutschland
1.3. Islam in Stadthagen
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Migration in Deutschland - Forschungsstand
2.1.1. Migration allgemein
2.1.2. Muslime in der Migration
2.1.3. Muslimische Frauen in der Migration
2.2. Integration in Deutschland - Forschungsstand
2.2.1. Hans-Joachim Hoffmann-Nowotny
2.2.2. Hartmut Esser
3. Feldstudie
3.1. Methodik
3.2. Die Mädchengruppe
3.3. Projektverlauf
3.4. Leitfragen
3.5. Die Interview-Partnerinnen
4. Auswertung
4.1. Die Mädchengruppe
4.1.1. Beitritt zur Mädchengruppe
4.1.2. Bedeutung und Inhalte der Gruppe
4.1.3. Einbindung ins Gemeindeleben
4.2. Gesellschaft und Integration
4.2.1. Selbstverortung in der Gesellschaft
4.2.2. Selbstverortung in Sachen Integration
4.2.3. Akzeptanzgefühl
4.2.4. Definition des Integrationsbegriffs
4.2.5. Bedingungen für Integration
4.2.6. Die Anderen
4.2.7. Aktive Integrationsbemühungen
4.2.8. Religion und Integration
4.3. Religiosität
4.3.1. Glaube
4.3.2. Praxis
4.3.3. Wissen
4.3.4. Erfahrungen
4.3.5. Konsequenzen
4.4. Kontext
4.4.1. Diskriminierung
4.4.2. Rückkehrabsicht
4.4.3. Der Moscheeverein
4.4.4. Problembewusstsein
5. Schlussbetrachtungen
5.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2. Fazit
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Religiosität und Integrationspraxis bei jungen Musliminnen, die eine Mädchengruppe in der Aksa-Moschee in Stadthagen besuchen. Das zentrale Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie diese jungen Frauen ihre eigene Integration definieren, welche Rolle der Islam dabei spielt und wie sie ihre Einbindung in die deutsche Mehrheitsgesellschaft aktiv gestalten.
3.1. Methodik
Qualitative Forschung ist nicht repräsentativ. Sie will der Komplexität der untersuchten Phänomene gerecht werden, indem sie die Subjektivität der zu Erforschenden und des Forschers angemessen berücksichtigt. Während quantitativ-empirische Ansätze durchaus ihre Berechtigung haben, wo es beispielsweise um die Verbreitung bestimmter Meinungen in der sozialen Schichtung der Gesellschaft geht, kommen standardisierte Fragebögen und das Streben nach der Objektivität der Naturwissenschaften in vielen Fällen nicht nah genug an den Forschungsgegenstand heran. Denn dieser ist in den sozialwissenschaftlichen Disziplinen letzten Endes immer ein Mensch. Menschen aber sind in vielerlei Hinsicht zu individuell, um sie objektiv und repräsentativ zu erfassen. Die qualitative Forschung trägt dieser Erkenntnis durch eine aufgeschlossene Herangehensweise Rechnung, indem sie die Methoden jeweils auf die Angemessenheit im Hinblick auf die vorliegenden Forschungsfragen und das zu untersuchende soziale Feld überprüft. Häufig – wie auch in diesem Fall – sind Leitfaden-Interviews das Mittel der Wahl. Hier kann der oder die Interviewte den individuellen Standpunkt verdeutlichen. Persönliche Erfahrungen, Meinungen und Kausalitätsvermutungen finden Eingang in die Untersuchung. Eine Reihe von Einzelfällen entsteht, die die Bandbreite der untersuchten sozialen Phänomene abbildet und dennoch eine gewisse Vergleichbarkeit bietet.
Die Kombination aus teilnehmender Beobachtung und Interviews ermöglicht eine sehr gründliche Betrachtung des Forschungsgegenstandes. Statt einer statistischen Abfrage des Ist-Zustandes eines breiten Feldes, wie es bei quantitativen Verfahren möglich ist, zeigen diese qualitativen Möglichkeiten nur einen sehr kleinen Ausschnitt der sozialen Wirklichkeit – diesen aber intensiv. „Während es der quantitativen Forschung (…) also um die Verteilung bestimmter Eigenschaften und Merkmale in der Bevölkerung [geht], zielen qualitative Studien auf das Verständnis der Komplexität sozialer Phänomene, um dies an einigen gut ausgewählten Beispielen zu studieren und zu demonstrieren“.
1. Einführung: Hinführung zur Problematik der Integration muslimischer Minderheiten und Vorstellung des Untersuchungsraums Stadthagen sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Überblick über den Forschungsstand zu Migration und Integration in Deutschland sowie Diskussion der zentralen theoretischen Konzepte von Hoffmann-Nowotny und Esser.
3. Feldstudie: Erläuterung der angewandten qualitativen Methodik, des Projektverlaufs innerhalb der Aksa-Moschee sowie Vorstellung der Interview-Partnerinnen.
4. Auswertung: Detaillierte Analyse der Ergebnisse unterteilt in die Mädchengruppe, gesellschaftliche Integration, Religiosität und den sozialen Kontext der Moscheegemeinde.
5. Schlussbetrachtungen: Synthese der Ergebnisse und Fazit bezüglich des Zusammenhangs von Religiosität und gelungener Integration in der untersuchten Fallstudie.
Integration, Migration, Islam, muslimische Jugendliche, Mädchengruppe, Religiosität, Aksa-Moschee, Stadthagen, Identität, qualitative Sozialforschung, Akkulturation, Moscheeverein, türkischstämmig, Diskriminierung, Lebenswelt.
Die Magisterarbeit untersucht, wie sich junge Musliminnen, die Teil einer Mädchengruppe einer Moscheegemeinde sind, in die deutsche Gesellschaft integrieren und welchen Stellenwert ihr Glaube in diesem Prozess einnimmt.
Zentrale Themen sind die Bedeutung von Mädchengruppen, die Bedeutung von Religiosität für den Alltag, Erfahrungen mit Diskriminierung, Vorstellungen zur Rückkehr in die Türkei sowie die Wahrnehmung der Rolle des Moscheevereins.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Religiosität und Integration sich nicht ausschließen, sondern bei den untersuchten Frauen in einem positiven Verhältnis zueinander stehen können.
Die Autorin nutzt eine qualitative Methode, basierend auf teilnehmender Beobachtung und halbstandardisierten Leitfaden-Interviews, um ein tiefes Verständnis für die individuellen Perspektiven der Teilnehmerinnen zu gewinnen.
Der Hauptteil wertet die durchgeführten Interviews aus. Er beleuchtet das Selbstverständnis der Mädchen als Teil der Gruppe, ihr Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft, die Relevanz religiöser Pflichten (wie Gebet und Fasten) und den Einfluss des kulturellen und sozialen Kontextes.
Wichtige Begriffe sind Integration, muslimische Identität, Akkulturation, Religiosität, Moscheegemeinde und soziale Teilhabe.
Das Kopftuch wird von den Befragten als religiöse Pflicht wahrgenommen, jedoch wird das Tragen oft aus Integrationsüberlegungen heraus im beruflichen oder schulischen Kontext zurückgestellt, um Diskriminierungen zu vermeiden.
Sie liefert eine differenzierte Innenansicht und zeigt auf, dass Integration nicht als Abkehr vom Glauben verstanden wird, sondern dass eine aufgeklärte Religiosität sogar die Auseinandersetzung mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft fördern kann.
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