Bachelorarbeit, 2021
40 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. Ein historischer Rückblick
3.1 Die Entwicklung des § 175 des Strafgesetzbuches
3.2 Auflösung des § 175
4. Aktuelle Gesetzeslage
5. Die evangelische Kirche
5.1 Ein historischer Rückblick
5.2 Die Bedeutung der Ehe
5.3 Gegenwärtige Positionierung
5.4 Die Positionierung von Olaf Latzel
5.5 Die Positionierung von Peter Dabrock
5.6 Olaf Latzel und Peter Dabrock im Vergleich
6. Schlusswort
7. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht den historischen und gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Homosexualität in der evangelischen Kirche Deutschlands. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Bedeutung dieser Wandel für die kirchliche Debatte um Segnung und Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hat, wobei unterschiedliche theologische Positionen gegenübergestellt werden.
3.1 Die Entwicklung des § 175 des Strafgesetzbuches
„So eyn Mensch mit eynem vihe, man mit man, weib mit weib unkeusch treyben, die haben auch das leben verwürckt und man soll sie der gemeynen gewonheit nach mit dem feur vom leben zum tod richten.“
Dies ist der Artikel 116 aus der Constitutio Criminalis Carolina (CCC), welches 1532 unter Kaiser Karl V. erlassen wurde. Durch das Einführen eines allgemeingültigen deutschen Strafgesetzwerkes, wurde der Grundbaustein für die Bestrafung von homosexuellen Handlungen bereits im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation errichtet. Die Sanktionierung fiel unter die Schuld der Sodomie und wurde unter anderem mit der Selbstbefriedigung und der Leichenschändung gleichgestellt. Begründet wurde der Tod durch Feuer mit den Gedanken, dass „[…] in jeder unnatürlichen Wollustbefriedigung etwas Unchristliches, eine Ketzerei lag“. Die Constitutio Criminalis Carolina lenkte bis zur Einführung des Strafrechts des deutschen Reiches, das deutschsprachige Strafsystem. In Preußen wurde im Zuge der Einführung des preußischen Landrechts 1794 zwischen Staats- und Privatverbrechen unterschieden, wobei das Ausleben von Homosexualität unter letzteres fiel. Dies hatte zur Folge, dass die Homosexualität unter Begründung der Unnatürlichkeit und Sündhaftigkeit in Zuchthaus und anschließender Verbannung aus der eigenen Ortschaft endeten.
1. Einleitung: Stellt das Thema Homosexualität in der evangelischen Kirche vor und präzisiert die Leitfrage nach der Bedeutung des politischen und gesellschaftlichen Wandels für kirchliche Debatten.
2. Begriffsbestimmung: Definiert zentrale Begriffe wie Sexualität und sexuelle Orientierung aus theologischer und soziologischer Perspektive.
3. Ein historischer Rückblick: Analysiert die Entstehung des § 175 und die Auswirkungen auf homosexuelle Männer bis hin zur schrittweisen Entkriminalisierung.
3.1 Die Entwicklung des § 175 des Strafgesetzbuches: Beleuchtet die Strafverfolgung vom Mittelalter über das Kaiserreich bis in die Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit.
3.2 Auflösung des § 175: Beschreibt den juristischen Weg zur vollständigen Streichung des Paragraphen nach der deutschen Wiedervereinigung.
4. Aktuelle Gesetzeslage: Erläutert die rechtlichen Meilensteine, insbesondere die Einführung der Ehe für alle im Jahr 2017.
5. Die evangelische Kirche: Untersucht das Ringen der Kirche um angemessene Reaktionen auf gesellschaftliche Liberalisierungsprozesse.
5.1 Ein historischer Rückblick: Analysiert die frühe kirchliche Ablehnung von Homosexualität als "Krankheit" und die Rolle der Seelsorge.
5.2 Die Bedeutung der Ehe: Diskutiert das kirchliche Eheverständnis im Wandel vom Sittenhüter zum Segnungsanbieter.
5.3 Gegenwärtige Positionierung: Zeigt die offizielle Haltung der EKD und die diversen Segnungspraxen der Landeskirchen auf.
5.4 Die Positionierung von Olaf Latzel: Stellt die konservative, auf biblischer Wörtlichkeit basierende Argumentation des Bremer Pastors dar.
5.5 Die Positionierung von Peter Dabrock: Erläutert die liberale, menschenrechtsorientierte Position des Sozialethikers.
5.6 Olaf Latzel und Peter Dabrock im Vergleich: Kontrastiert die theologischen Grundannahmen beider Positionen.
6. Schlusswort: Führt die Analyse zusammen und bewertet den Umgang der evangelischen Kirche mit dem Themengebiet.
7. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Homosexualität, evangelische Kirche, Segen, Segnung, Ehe für alle, § 175, sexuelle Orientierung, christliche Ethik, biblische Auslegung, Seelsorge, Diskriminierung, gesellschaftlicher Wandel, Olaf Latzel, Peter Dabrock, EKD.
Die Bachelorarbeit beleuchtet den Umgang der evangelischen Kirche mit Homosexualität im Kontext gesellschaftlicher und politischer Veränderungen in Deutschland.
Die Themen umfassen die Geschichte der Strafrechtsparagraphen, das Eheverständnis, die theologischen Debatten in Landeskirchen und die Positionen einzelner Theologen.
Das Ziel ist es zu analysieren, wie der politische und gesellschaftliche Wandel die innerkirchliche Urteilsbildung zur Homosexualität und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare beeinflusst hat.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die theologische Texte, kirchliche Positionspapiere und gesellschaftspolitische Analysen systematisch auswertet.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung des § 175, die aktuelle rechtliche Lage, das kirchliche Verständnis von Ehe und Segen sowie die gegensätzlichen Ansätze von Olaf Latzel und Peter Dabrock.
Die wichtigsten Schlagworte sind Homosexualität, evangelische Kirche, Ehe für alle, kirchliche Ethik und Segen.
Der Paragraph dient als Ausgangsbasis, um die lange Zeit der Kriminalisierung und den späteren Wandel der gesellschaftlichen Normen zu verstehen, auf die die Kirche reagieren musste.
Während Latzel die Bibel wortwörtlich auslegt und Homosexualität als "Sünde" wertet, plädiert Dabrock für eine historische Kontextualisierung und betont die Übereinstimmung mit Menschenrechten und Nächstenliebe.
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