Masterarbeit, 2018
81 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
1.1 Familie und Haushalt
1.2 Familienformen
1.3 Agrarstrukturen
1.4 Ökotypen
1.4.1 Viehzucht als Wirtschaftsform
1.4.2 Getreidebau als Wirtschaftsform
1.4.3 Weinbau als Wirtschaftsform
1.4.4 Hausindustrie als Wirtschaftsform
1.4.5 Handwerk als Wirtschaftsform
1.5 Funktionen von Verwandtschaft
2. Material und Methoden
3. Ergebnisse
3.1 Die Familienstruktur als Untersuchungsgegenstand
3.1.1 Das Prinzip des Ökotypus: Mensch-Umwelt Interaktion
3.1.2 Eine Frage der Verwandtschaft: Produktion und Reproduktion als Aufgabe des Haushalts
3.1.3 Die ländliche Sozialstruktur
3.2 Haushalte und Wirtschafssysteme in Europa
3.2.1 Protoindustrialisierung in Appenzell- Außerrhoden
3.2.1.1 Haushalt und Familie in Appenzell- Außerrhoden
3.2.1.2 Arbeitsorganisation im Haushalt der Heimarbeiter
3.2.1.3 Die Mechanische Stickerei im 19. Jahrhundert
3.2.1.4 Ökotypus des Kantons Appenzell-Außerrhoden
3.2.2 Hollandgängerei, Leinengewerbe und Heuerlinge im Osnabrücker Land
3.2.2.1 Ursachen und Rahmenbedingungen der Hollandgängerei
3.2.2.2 Das Heuerlingswesen und die textile Verarbeitung
3.2.2.3 Heiratsverhalten und Haushaltsstruktur
3.2.2.4 Ökotypus des Osnabrücker Lands
3.2.3 Haushaltsstrukturen in Estland
3.2.3.1 Datengrundlage
3.2.3.2 Landwirtschaftliche und demographische Entwicklung
3.2.3.3 Die Sozial- und Haushaltsstruktur der Bauernschaft
3.2.3.4 Positionen der Haushaltsmitglieder
3.2.3.5 Ökotypus Estlands
3.2.4 Haushaltsstrukturen im transdanubischen Ungarn
3.2.4.1 Bevölkerung und Umwelt
3.2.4.2 Sozialstrukturen des Bezirks Pilis
3.2.4.3 Haushalts- und Familienformen
3.2.4.4 Bauernwirtschaften und Arbeitsorganisation
3.3 Determinanten und Ökotypen im Vergleich
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Adaptionsfähigkeit ländlicher Haushaltsstrukturen und die Entstehung spezifischer Ökotypen im vorindustriellen Europa zwischen 1600 und 1850. Ziel ist es zu untersuchen, wie unterschiedliche sozioökonomische und natürliche Rahmenbedingungen die haushaltliche Organisation, Arbeitskraftrekrutierung und gesellschaftliche Schichtung in verschiedenen europäischen Regionen prägten und welche Korrelationen zwischen Umweltfaktoren und familialen Strukturen bestehen.
1.4.1 Viehzucht als Wirtschaftsform
Das Wesen der Tierhaltung bedingt einen ganzjährigen, gleichförmigen Arbeitseinsatz, der täglich nötig ist, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Langfristige Kontrakte und eine hohe Zahl an Gesinde prägten daher diese Haushalts- und Wirtschaftsform. Die Arbeit erfolgte dabei nicht nur das ganze Jahr hindurch, sondern auch tageszeitunabhängig, etwa beim Abkalben und bedurfte einer Gewöhnung von Mensch und Tier aneinander gleichermaßen, besonders auch beim Melken und der Arbeit mit Pferden. Eine Anstellung von Gelegenheitsarbeitern war daher in nutztierhaltenden Betrieben vorwiegend zur Heuernte gegeben. Eine weitere Arbeitsspitze, neben dieser, war die Almarbeit in den Sommermonaten. Kennzeichnend für den Einsatz des Gesindes in der Viehhaltung war schon der Umstand der Bezeichnung des zu besetzenden Postens. So fanden sich im untersuchten Raum spezifische Hierarchien innerhalb des Gesindes, je nach Verantwortungsumfang und Arbeitsort. Beispielsweise der „Oberroßknecht“, der für die Pflege und Instandhaltung der Pferde und des Fuhrwerks zuständig war. Auch für die Heuarbeiten fanden sich solche Bezeichnungen („Einwerfer“), ebenso wie für die zu betreuenden Tierarten („Ochsner, Gaisser“). Die Vielzahl an zu besetzenden Positionen in der Tierhaltung führte zwangsläufig dazu, dass Arbeitsaufkommen und -erledigung nicht ausschließlich durch Familienmitglieder abgedeckt werden konnten. Daher stieg die Gesindezahl in der Tierhaltung mit zunehmender Großvieheinheit an. (Mitterauer 1986: S.200-202) Das Geschlechterverhältnis war dabei weitgehend ausgeglichen. In den gebirgigen Gemeinden war der Anteil an Inwohnern als Indikator für Tagelöhner sehr gering, wohingegen in den flacheren Gemeinden, deren Ebenen sich neben der Tierhaltung auch für den Ackerbau eignen, der Inwohneranteil bedeutend höher lag. Obwohl viehwirtschaftlich geprägt, waren die meisten nutztierhaltenden Betriebe bestrebt, möglichst autark zu sein und so wurde der Eigenbedarf an Brotgetreide selbst in ungünstigen Regionen vor Ort gedeckt.
1. Einführung: Definition der zentralen Konzepte wie Familie, Haushalt, Familienformen, Agrarstrukturen sowie die Einführung in das theoretische Modell des Ökotypus zur Untersuchung historischer Haushaltsstrukturen.
2. Material und Methoden: Darlegung des wissenschaftlichen Vorgehens, basierend auf dem Fragenkatalog von Ehmer und Mitterauer zur operationalisierbaren Analyse von Arbeitsorganisation und Familienstruktur unter Nutzung quantitativer Bevölkerungsverzeichnisse.
3. Ergebnisse: Fundierte Analyse der regionalen Fallbeispiele Appenzell-Außerrhoden, Osnabrücker Land, Estland und Ungarn, wobei die spezifischen Wechselwirkungen zwischen Naturraum, Herrschaftsform und haushaltlicher Anpassung in einer vergleichenden Synthese dargelegt werden.
4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass Haushalte komplexe, an Rahmenbedingungen adaptierte soziale Einheiten sind, wobei institutionelle Faktoren wie Erb- und Bodenrecht die größte Bestimmtheit für Ökotypen aufweisen.
5. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen historischen und sozialwissenschaftlichen Quellen und Forschungsliteratur.
Agrargeschichte, vorindustrielles Europa, Ökotypus, Haushaltsstrukturen, Familienformen, Protoindustrialisierung, Gutsherrschaft, Grundherrschaft, Landwirtschaft, Arbeitsorganisation, Gesindewesen, Heiratsmuster, bäuerliche Schichtung, Freiteilbarkeit, Anerbenrecht.
Die Arbeit untersucht die Anpassung ländlicher Haushalte an ihre jeweiligen Umweltbedingungen im vorindustriellen Europa zwischen ca. 1600 und 1850. Dabei liegt der Fokus auf der Wechselbeziehung zwischen sozialen Strukturen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Zu den Kernbereichen gehören die Analyse von Familien- und Haushaltstypen, die Bedeutung von Heiratsmustern, das Erbrecht sowie der Einfluss von Agrar- und Wirtschaftsformen auf die soziale Schichtung der ländlichen Bevölkerung.
Das primäre Ziel ist es, anhand des Konzepts des „Ökotypus“ zu zeigen, wie Haushalte und Regionen in Europa unterschiedlich auf ähnliche Herausforderungen reagierten und welche Faktoren dabei maßgeblich für die Entstehung unterschiedlicher struktureller Typen verantwortlich waren.
Die Arbeit nutzt den von Ehmer und Mitterauer entwickelten Fragenkatalog, um qualitative und quantitative Daten (wie Bevölkerungsverzeichnisse und historische Quellen) vergleichbar zu machen und in einen regional vergleichenden Rahmen zu stellen.
Nach einer theoretischen Einführung werden detaillierte Fallstudien zu verschiedenen Regionen (Appenzell-Außerrhoden, Osnabrücker Land, Estland, Ungarn) analysiert und abschließend miteinander in eine vergleichende Determinanten-Analyse überführt.
Zentrale Begriffe sind Ökotypus, Protoindustrialisierung, Gutsherrschaft, Grundherrschaft, Kleinfamilie, Gesindewesen, Anerbenrecht und Freiteilbarkeit.
Während in Appenzell die Hausindustrie bald zur Vollerwerbsgrundlage wurde und Spezialisierungen wie die Stickerei förderte, blieb das Leinengewerbe im Osnabrücker Land primär ein Nebenerwerb zur subsistenziellen Landwirtschaft, wobei die Menschen hier zudem saisonal in die Hollandgängerei abwanderten.
Aufgrund des gutsherrschaftlichen Systems und der hohen Frondienstbelastung der Bauernschaft waren große, durch Gesinde erweiterte Haushalte in Estland eine funktionale Notwendigkeit, um sowohl die gutsherrlichen Dienste als auch die eigene landwirtschaftliche Produktion aufrechtzuerhalten.
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