Forschungsarbeit, 2009
31 Seiten
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Die Worte „Wahrscheinlichkeit“; ferner „Sicherheit“
1.3.1 Das Wort „Wahrscheinlichkeit“ in den Wirtschaftswissenschaften
1.3.2 Das Wort „Wahrscheinlichkeit“ in der Umgangssprache
1.3.3 Das Wort „Wahrscheinlichkeit“ in den Rechtswissenschaften
1.3.4 Das Wort „Sicherheit“ in der Umgangssprache
1.3.5 Das Wort „Sicherheit“ in der Wissenschaft
1.3.6 Das so genannte „Ratingsymbol“ des „Triple A“
1.3.7 Die Worte von EVERLING zum „Triple A“ auf seiner HP
1.3.8 EVERLING zum „Triple A“ auf DEUTSCHLANDRADIO
1.3.9 EVERLING in ACHLEITNER/EVERLING/NIGGEMANN
1.3.10 Die „Newsletter“-Worte von EVERLING anno 2002
1.3.11 Die Worte von EVERLING in KIENBAUM/BÖRNER
1.3.12 Die Wortfolge im „Rating“-Kontext von SCHNEIDER et al
1.3.13 Die Wortfolge im „Rating“-Kontext des [d]BVRA
1.3.14 Die Worte von TRIEU iZm dem Deutsche Post Bank AG - Rating
1.3.15 Die Worte von KNEPEL auf der HP der BANKINGCLUB GmbH
1.3.16 SCHUMANN iRd Firmenkunden-Rating iZm „Basel II“
1.3.17 Die Behauptungen der TECH DATA
1.3.18 Implikationen für die („Rating“-„Prozess“-)Praxis ?
1.4 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftlich-kritisch den Gebrauch der Wortfolge „an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“ im Kontext von Ratings, insbesondere bei Staatsanleihen. Ziel ist es, die wissenschaftliche Unhaltbarkeit dieser rhetorischen Floskel aufzuzeigen, die fachlich inkorrekt Wahrscheinlichkeit als graduellen Begriff mit dem theoretischen, absoluten Begriff der Sicherheit vermischt.
1.3.5 Das Wort „Sicherheit“ in der Wissenschaft
Aus ernsthaft wissenschaftlicher Sicht ist festzuhalten, dass Sicherheit ein (strikter) ja/nein-Begriff ist. Und, dass es sich bei Sicherheit um einen theoretischen Begriff handelt, ähnlich den Begriffen „wahr“ oder „unendlich“: es handelt sich auch bei ihnen um theoretische Größen. Die Problematik besteht nun darin, dass dies – siehe etwa die (gegenwärtige) Umgangssprache so (oft) nicht „wahr“-genommen wird. Ergo existieren Formulierungen wie etwa „Ich bin mir relativ sicher, dass…“.
In der Umgangssprache, in einer lebensnahen, praktischen „Umwelt“, wird (unglücklich, unseriös) ein Begriff aus der Welt der Theorie (zB „Sicherheit“) aufgegriffen und mit Aussagen, die einer praktischen Welt entstammen, die sich des Graduellen bedient (arg „Wahrscheinlichkeit“) in – allerdings inkorrekte, unzulässige, unwissenschaftliche – (vermeintliche!) „Verbindung“ gebracht. (Im Falle der sog „an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit“ klingt [sic!] dieser Begriff für viele Sprecher und Hörer ua noch besonders „gut“ [sic!]).
Die folgenden Formulierungen (ua von EVERLING) zeichnen ein – mehr als bloß „erschütterndes“ Bild – um statistische Grundaussagen. Statistische Grundaussagen, mit den in der Jurisprudenz – sub titulo – „impression management“ im „sozialen“ Moment des Prozessablaufs beeindruckt werden kann (arg „Totschlag-Argument“), die aber – strictu sensu – einerseits nicht das versprechen, was sie – (sprach-)bildhaft „gedacht“ – versprechen zu sein (Stichwort: Schein-Genauigkeit, Suggerierung einer Quanti- [sic!]- fizierbarkeit der Wortfolge „mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“) und andererseits überdies aufdecken, wie – hochgradig – subjektiv Beurteilungen sind.
1. Einleitung: Darstellung der aktuellen Kontroverse um Ratings und die Motivation zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der verwendeten Terminologie.
1.1 Einführung: Hinführung zum Thema durch die Analyse aktueller wirtschaftspolitischer Debatten und die Bedeutung von Ratings für Anleihen.
1.2 Gang der Untersuchung: Kurzer Überblick über die methodische Herangehensweise und die beabsichtigte Dekonstruktion stochastischer Begriffe.
1.3 Die Worte „Wahrscheinlichkeit“; ferner „Sicherheit“: Detaillierte Untersuchung der Begrifflichkeiten und deren Missbrauch in verschiedenen Fachbereichen.
1.3.1 bis 1.3.17: Analyse spezifischer Expertenmeinungen, Veröffentlichungen und Ratingsymbol-Definitionen durch verschiedene Autoren und Organisationen unter wissenschaftlicher Kritik.
1.3.18 Implikationen für die („Rating“-„Prozess“-)Praxis ?: Diskussion über den Nachholbedarf bei Gutachtern und die Risiken einer unkritischen Übernahme fachlich inkorrekter Sprachbilder.
1.4 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick: Abschließendes Fazit zur Notwendigkeit einer präziseren und wissenschaftlich fundierteren Ausdrucksweise in der Wirtschaftspraxis.
Rating, Triple A, Wahrscheinlichkeit, Sicherheit, Stochastik, Finanzkrise, Staatsanleihen, Entscheidungstheorie, wissenschaftliche Methode, quantitative Aussage, qualitative Beurteilung, Ratingagenturen, Bonität, Ausfallrisiko, Terminologie.
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Kritik an der im Finanzwesen verbreiteten Wortfolge „an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheorie, die Definitionen von Rating-Symbolen sowie der kritische Vergleich zwischen umgangssprachlichen und wissenschaftlich korrekten Begriffsverwendungen.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Offenlegung von Fehlbehauptungen durch Experten und Rating-Agenturen, welche versuchen, durch sprachlich unzulässige Verknüpfungen eine Schein-Genauigkeit zu suggerieren.
Der Autor nutzt eine kritisch-analytische Methode, die auf der Prüfung von Definitionen, statistischen Grundlagen und dem Vergleich mit Fachliteratur basiert, um die fachliche Korrektheit der Aussagen zu hinterfragen.
Der Hauptteil analysiert zahlreiche Zitate von Experten und aus Publikationen, die das Rating „Triple A“ oder „AAA“ mit der besagten Wortfolge in Verbindung bringen, und unterzieht diese einer strengen wissenschaftlichen Prüfung.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Rating, Triple A, Wahrscheinlichkeit, Sicherheit, Stochastik, Bonität und wissenschaftliche Methodik.
Sicherheit ist ein absoluter ja/nein-Begriff, während Wahrscheinlichkeit ein gradueller Begriff ist. Der Autor betont, dass eine Grenzüberschreitung zwischen diesen beiden Kategorien logisch und inhaltlich falsch ist.
Der Autor sieht darin ein rhetorisches Mittel, das für den Hörer „gut klingt“, aber in der Praxis eine Quantifizierbarkeit vorgaukelt, die bei qualitativen Aussagen nicht gegeben ist.
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