Masterarbeit, 2020
88 Seiten, Note: 1,15
I Theoretischer Hintergrund
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Methode
2 Begriffe und Ansätze der Selbstkonzeptforschung
2.1 William James (1890)
2.2 Symbolischer Interaktionismus
2.3 Das hierarchische Selbstkonzeptmodell von Shavelson et al. (1976)
3 Das Fähigkeitsselbstkonzept
3.1 Der Zusammenhang zwischen Selbstkonzept und Schulleistung
3.2 Das Fähigkeitsselbstkonzept bei Grundschulkindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen
3.3 Determinanten des Fähigkeitsselbstkonzepts
3.3.1 Vergleichsprozesse
3.3.1.1 Soziale Bezugsnorm
3.3.1.1.1 Die Theorie des sozialen Vergleichs
3.3.1.1.2 Der Big-Fish-Little-Pond-Effekt
3.3.1.2 Kriteriale Bezugsnorm
3.3.1.3 Individuelle Bezugsnorm
3.3.1.4 Dimensionale Bezugsnorm
3.3.2 Ursachenzuschreibungen
3.3.3 Fremdeinschätzungen und -bewertungen
II Analytischer Teil
4 Das Fähigkeitsselbstkonzept an inklusiven Schulen vs. Förderschulen
4.1 Empirische Studien
4.2 Von der Lernbehinderung zum Förderschwerpunkt Lernen
4.3 Inklusion vs. Separation
4.3.1 Vergleichsprozesse an inklusiven Schulen vs. Förderschulen
4.3.2 Die Förderschule als Schonraum
4.3.3 Stigmatisierung anhand attributionaler Fremdzuschreibungen
5 Implikationen für die Praxis
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die Entwicklung des Fähigkeitsselbstkonzepts bei Grundschulkindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen in inklusiven Schulen im Vergleich zu Förderschulen unterscheidet, um daraus Implikationen für eine selbstkonzeptfördernde Unterrichtspraxis abzuleiten.
1 Einleitung
Das Handeln des Menschen ist im hohen Maße davon abhängig, wie er sich selbst sieht (vgl. Raffaelli 2010, S. 14), wobei das Handeln wiederum die Erkenntnisse über sich selbst und über die eigenen Stärken und Schwächen beeinflusst (vgl. Langenkamp 2018, S. 13; Lohbeck et al. 2016, S. 54; Hellmich 2011, S. 11; Raffaelli 2010, S. 14; Krupitschka 1990, S. 9). Diese Erkenntnisse des selbstbezogenen Wissens werden als Selbstkonzept bezeichnet (vgl. Hellmich 2011, S. 11; Moschner & Anschütz 2011, S. 195; Streblow 2002, S. 10) und entwickeln sich in der Auseinandersetzung mit der sozialen Umwelt (vgl. Moschner & Anschütz 2011, S. 195; Raffaelli 2010, S. 14; Krupitschka 1990, S. 9). Das Selbstkonzept stellt jedoch kein genaues Abbild der Realität dar, sondern basiert auf Erfahrungen und ist vielmehr das Ergebnis subjektiver Interpretationen (vgl. Langenkamp 2018, S. 12; Hascher & Neuenschwander 2011, S. 208; Hellmich & Günther 2011, S. 21; Zeinz & Köller 2006, S. 177).
Während in den ersten Lebensjahren die Eltern und weitere Familienmitglieder die Entstehung des Selbstkonzepts des Kindes maßgeblich beeinflussen, steigt mit dem Eintritt des Kindes in die Schule auch der Einfluss weiterer sozialer Bezugspersonen auf die Selbstkonzeptentwicklung (vgl. Krupitschka 1990, S. 9). Im Umgang mit den damit einhergehenden Lern- und Leistungssituationen erhalten Kinder erstmals regelmäßige Leistungsrückmeldungen und sammeln somit Kenntnisse über ihre eigenen schulbezogenen Stärken und Schwächen (vgl. Kastens et al. 2013, S. 100; Ehm et al. 2011, S. 37; Hellmich & Günther 2011, S. 26f.). Die subjektive Einschätzung einer Person hinsichtlich ihrer eigenen schulischen Fähigkeiten und Kompetenzen wird als Fähigkeitsselbstkonzept bezeichnet (vgl. Schuchardt et al. 2015, S. 4).
Die Leistungsrückmeldung geht dabei nicht nur von der Lehrkraft aus, die als grundlegende Quelle selbstbezogenen Wissens fungiert, sondern umfasst zugleich das Individuum selbst, das durch den Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen sein Fähigkeitsselbstkonzept generiert (vgl. Kastens et al. 2013, S. 99f.; Haeberlin 1991, S. 168), sowie die engere soziale Umgebung innerhalb der Schulklasse (vgl. Langenkamp 2018, S. 25; Hascher & Neuenschwander 2011, S. 210). Denn die Schule stellt nicht nur einen Leistungs-, sondern auch einen sozialen Kontext dar, in dem Kinder Erfahrungen mit sozialen und leistungsbezogenen Vergleichsprozessen machen, um ihre Fähigkeiten innerhalb dieser Referenzgruppe einzuschätzen (vgl. Hascher & Neuenschwander 2011, S. 208).
I Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Selbstkonzeptforschung, definiert das Fähigkeitsselbstkonzept und beschreibt dessen Determinanten wie Vergleichsprozesse und Ursachenzuschreibungen.
4 Das Fähigkeitsselbstkonzept an inklusiven Schulen vs. Förderschulen: Der analytische Teil vergleicht die Auswirkungen verschiedener Beschulungsformen auf das Fähigkeitsselbstkonzept unter Berücksichtigung von Schonraumeffekten und Stigmatisierung.
5 Implikationen für die Praxis: Hier werden pädagogische Handlungsoptionen aufgezeigt, um die Entwicklung eines realistischen Fähigkeitsselbstkonzepts durch unterstützende Maßnahmen im Unterricht zu fördern.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die verdeutlicht, dass die Beschulungsform komplexe Auswirkungen auf das Selbstkonzept hat und individuelle Förderung entscheidend ist.
Selbstkonzept, Fähigkeitsselbstkonzept, Förderschwerpunkt Lernen, Inklusion, Förderschule, Soziale Vergleichsprozesse, Big-Fish-Little-Pond-Effekt, Ursachenzuschreibung, Stigmatisierung, Leistungsrückmeldung, Bezugsnormorientierung, Schulleistung, pädagogische Interventionen, Grundschulkind, Reattributionstraining
Die Arbeit untersucht die Entwicklung des Fähigkeitsselbstkonzepts bei Grundschulkindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen und stellt dabei die Auswirkungen inklusiver Schulsettings jenen von Förderschulen gegenüber.
Im Mittelpunkt stehen die Einflussparameter auf das Fähigkeitsselbstkonzept, insbesondere soziale Vergleichsprozesse, Ursachenzuschreibungen für Erfolge und Misserfolge sowie die Rolle von Fremdeinschätzungen durch Lehrkräfte in verschiedenen Schulformen.
Ziel ist es, die Unterschiede in der Fähigkeitsselbstkonzeptentwicklung bei Kindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen herauszuarbeiten, um fundierte Kriterien für selbstkonzeptfördernde Interventionen in der Unterrichtspraxis zu gewinnen.
Die Autorin wählt eine qualitative Methode des systematischen Vergleichens, die deduktiv vorgeht und sich auf das 4-Stufen-Modell von Hilker (1962) stützt, um nationale und internationale Studien zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Background über Selbstkonzeptmodelle und deren Determinanten sowie einen analytischen Teil, der empirische Befunde zu Inklusion und Separation betrachtet und kritisch diskutiert.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Fähigkeitsselbstkonzept, Förderschwerpunkt Lernen, soziale Vergleichsprozesse, Bezugsgruppeneffekte und die Gegenüberstellung von Inklusion und Separation definieren.
Laut der Arbeit führt der Wechsel anfangs oft zu einer Steigerung des Fähigkeitsselbstkonzepts, da die Kinder in einem leistungshomogeneren Umfeld (dem sogenannten "Schonraum") weniger Misserfolgen ausgesetzt sind und induzierte Erfolgserlebnisse sammeln können.
Dieser Begriff verweist darauf, dass die positiven Effekte eines Schonraums auf das Fähigkeitsselbstkonzept meist nur von kurzer Dauer sind und nach einiger Zeit wieder abfallen können, was die langfristige Wirksamkeit dieser Beschulungsform in Bezug auf das Selbstkonzept infrage stellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

