Masterarbeit, 2021
150 Seiten, Note: 1,6
1. Über diese Arbeit
1.1 Ziele und Fragestellung
1.2 Theoretische Bezüge
1.2.1 Lebensbewältigung
1.2.2 Lebenslagen und Lebensbewältigung
1.2.3 Brückenkonzept Bewältigungslage
1.2.4 Sozialpsychologie
1.2.5 Mediatisierung sozialen Handelns
2. Soziale Teilhabe in Zeiten des Digitalen Wandels
2.1 Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen
2.2 Qualifizierte Assistenz zur Sozialen Teilhabe (qAST)
2.2.1 Rechtsgrundlagen
2.3 Zum Bedeutungszuwachs digitaler Teilhabe
3. Empirische Studie
3.1 Grundgesamtheit
3.2 Feldzugang
3.2.1 Teilnehmende
3.3 Empirische Erfassung von Bewältigungsverhalten
3.3.1 Herausforderungen aus bewältigungstheoretischer Perspektive
3.3.2 Herausforderungen im Kontext funktionsbezogener Beeinträchtigungen
3.3.3 Methodologische Überlegungen und methodische Aspekte
3.3.4 Forschungsethische Prinzipien
3.4 Untersuchungsart
3.5 Methodik
3.5.1 Grundannahmen
3.6 Das standardisierte Erhebungsinstrument
3.6.1 Operationalisierung
3.6.2 Ergebnisse der standardisierten Erhebung
3.6.3 Erleben Digitaler Teilhabe
3.6.4 Kompetenzen und Barrieren
3.6.5 Emotionen
3.7 Die qualitative Erhebung
3.7.1 Leitfragen
3.8 Qualitative Inhaltsanalyse
3.8.1 Gewinnung des Datenmaterials
3.8.2 Entwicklung eines Kategoriensystems
3.8.3 Kategorienbasierte Auswertung
3.8.4 Kategorisierungskriterien
3.8.5 Bewältigungslagen
3.9 Interpretation der Ergebnisse
3.9.1 Erkenntnisse zum Betroffensein
3.9.2 Situative Handlungsaufforderungen an die qAST
3.9.3 Methodisches Vorgehen gelingender Intervention
3.9.4 Sublimierung
3.10 Diskussion der Ergebnisse
3.10.1 Gütekriterien und Prinzipien
3.10.2 Inhaltliche Diskussion
4. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, wie Menschen, die qualifizierte Assistenz zur Sozialen Teilhabe nach SGB IX in Anspruch nehmen, mit den Herausforderungen durch die fortschreitende Digitalisierung umgehen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, welche Bewältigungslagen sich bei diesen Leistungsbeziehenden vor dem Hintergrund zunehmend mediatisierter Lebenskonstellationen identifizieren lassen, um daraus sozialpädagogische Interventionsansätze abzuleiten.
3.3.1 Herausforderungen aus bewältigungstheoretischer Perspektive
Der nach Böhnisch in der psychodynamischen Zone der Lebensbewältigung einsetzende, somatisch – und „nicht bewusst“ (Böhnisch 2019: 22) – angetriebene psychosoziale Bewältigungsmechanismus (aaO.: 18) kann in „markanten“ (aaO.: 19), „lauten“ (ebd.) Ausdrucksweisen auffällig in Erscheinung treten, gleichwohl in der Sozialen Arbeit die „oft verdeckten“ (aaO.: 26), „eher stillen“ (aaO.: 19), „aber deswegen nicht weniger problematischen“ Reaktionsformen bei gleicher Dynamik „überwiegen“ (ebd.). Es wirkt jeweils derselbe existenzielle „Selbstbehauptungstrieb“ (aaO.: 20) über den „emotionale[n] Drang“ (aaO.: 22) zur Auflösung somatisch erzeugter Spannung eines „gestörten Selbst“ (aaO.: 21). Bedrohungen des Selbstwerts, sozialer Anerkennung oder der Selbstwirksamkeit müssen „um jeden Preis“ (aaO.: 20) kompensiert werden. Das entsprechende Bewältigungsverhalten zur „Entlastung, Ablenkung oder des Umleitens der inneren Bedrängnis“ (aaO.: 22) ist Ausdruck „innerer Hilflosigkeit“ (ebd.), rational nicht erfassbar (aaO.: 116) und „entzieht sich der Selbstkontrolle“ (aaO.: 22). Die Betroffenen sind in ihrer „Unfähigkeit“ (aaO.: 115), ihre innere Hilflosigkeit „aussprechbar, thematisierbar zu machen“ (aaO.: 22), „gleichsam kognitiv verschlossen“ (aaO.: 128).
Gegenstand der Untersuchung dieser Arbeit ist eben jenes Bewältigungsverhalten, mit dem Leistungsbeziehende qualifizierte Assistenz (LBqAST) auf erlebte Überforderungen in zunehmend digitalisierten und mediatisierten Lebenskonstellationen reagieren. Aus der Bewältigungsperspektive steht eine empirische Erfassung entsprechender Bewältigungsverhaltens vor der Herausforderung, unbewusste und unkontrollierte, oftmals stille und verdeckte Reaktionen auf kognitiv unzugängliche Bewältigungslagen zu operationalisieren. Danach sind die einzusetzenden Erhebungsmethoden zwangsläufig auszurichten.
1. Über diese Arbeit: Einführung in die Zielsetzung und die zentrale Forschungsfrage bezüglich der digitalen Bewältigungslagen von LBqAST.
2. Soziale Teilhabe in Zeiten des Digitalen Wandels: Untersuchung rechtlicher Grundlagen und der Bedeutung digitaler Teilhabe vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention.
3. Empirische Studie: Methodische Beschreibung der empirischen Untersuchung, der Datenerhebung und der Entwicklung eines Kategoriensystems zur Analyse des Bewältigungsverhaltens.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext sozialpädagogischer Intervention.
Lebensbewältigung, Digitale Teilhabe, Soziale Arbeit, Qualifizierte Assistenz, SGB IX, Bewältigungslagen, Digitaler Wandel, Mediatisierung, Inklusion, psychosoziale Handlungsfähigkeit, qualitative Inhaltsanalyse, Mixed-Method, Assistenzleistungen, Barrieren, digitale Transformation.
Die Arbeit untersucht im Kontext der Sozialen Arbeit, wie Menschen mit Behinderung, die qualifizierte Assistenz in Anspruch nehmen, mit den Herausforderungen und Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf ihren Alltag und ihre Teilhabe umgehen.
Zentrale Themen sind die Konzepte der Lebensbewältigung, die Soziale Teilhabe im digitalen Zeitalter, die Rolle mediatisierter Kommunikationsprozesse und empirische Ansätze zur Erfassung von Bewältigungsverhaltens bei LBqAST.
Das primäre Ziel ist es, Bewältigungslagen von Leistungsbeziehenden qualifizierter Assistenz zu identifizieren, um ein tiefes Verständnis für deren Umgang mit digitalisierungsbedingten Herausforderungen zu gewinnen und darauf aufbauend eine sozialpädagogische Perspektive für Interventionen zu schärfen.
Es wird ein Mixed-Method-Ansatz verfolgt, der ein standardisiertes, computergestütztes Erhebungsinstrument mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur vertiefenden Untersuchung kombiniert.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung der empirischen Studie (Grundgesamtheit, Feldzugang, Erhebungsinstrument) sowie eine umfangreiche Auswertung und Interpretation des gewonnenen Datenmaterials.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lebensbewältigung, Digitale Teilhabe, Soziale Arbeit, Qualifizierte Assistenz, SGB IX, Bewältigungslagen, Digitaler Wandel und Inklusion charakterisieren.
Der Autor identifiziert die vier Stufen: I. Bedrägnis, II. Teilhabeverwehrung, III. Kompensationsdruck und IV. Existenznot.
Die Sublimierung dient hier als Interventionsmethode, welche darauf abzielt, durch somatisch erzeugte Spannungen geprägte Bewältigungslagen in zielorientierte, realistische Schritte zu überführen, um die psychosoziale Handlungsfähigkeit der Betroffenen zu stabilisieren.
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