Doktorarbeit / Dissertation, 2009
176 Seiten, Note: Befriedigend
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1 Einleitung
2 Abschnitt I
2.1 Die indische Kultur
2.2 Die indischen philosophischen Systeme
2.2.1 Ihre grundlegende Einheit und die heutige Relevanz
2.3 Vaiçeßika - Die Philosophie des atomistischen Pluralismus
2.4 nyãya
2.4.1 Epistemologie des nyãya
2.5 Sãmkhya
2.5.1 prak^ti
2.5.2 gunas oder Qualitäten
2.5.3 Evolution
2.5.4 puruäa
2.5.5 Das empirische Individuum
2.5.6 Mechanismen der Erkenntnis
2.5.7 Quellen des Wissens
2.5.8 Kritik
2.6 Yoga
2.6.1 Selbstkontrolle
2.6.2 Einheit
2.6.3 Realisation/Selbstverwirklichung
2.6.4 Arten von Yoga
2.6.5 Die sieben Chakras
2.6.6 Die zentrale Rolle der Atmung
2.6.7 Der Körper
2.6.8 Die Seele
2.6.9 Der Verstand - manas
2.6.10 Der Intellekt - buddhi
2.6.11 Das Gedächtnis - citta
2.6.12 Das Ego - ahamkara
2.6.13 Das Ziel
2.6.14 Die drei Bewusstseinszustände
2.6.15 karma
2.6.16 Externe und interne Natur
2.6.17 Psychologie des Yoga
2.6.18 pramãnas
2.7 púrva-mímãmsã
2.8 uttara mímãmsã / vedanta
2.8.1 Advaita Vedanta
2.8.2 Die zentralen Lehren des advaita
2.8.3 Analyse der Erfahrung
2.8.4 Der Mechanismus der Erkenntnis
2.8.5 Wahrnehmung
2.8.6 Kriterien der Erkenntnis und die Inadäquatheit von empirischem Wissen
2.8.7 anubhava - Integrale Erfahrung
2.8.8 Weisheit und Wissen
2.8.9 brahman oder die Wirklichkeit
2.8.10 Idealismus und Realismus im Licht des Vedanta
2.8.11 Das Konzept von maya
2.8.12 avidyá oder Unwissenheit
2.8.13 Natur und Seele
2.8.14 Realistische Epistemologie
3 Abschnitt II
3.1 Einführung in den Konstruktiven Realismus
3.1.1 Invariante und situativ wechselnde Sätze
3.1.2 Informationserkenntnis
3.1.3 Konstruktivismus
3.1.4 Wissen
3.1.5 Ausgangslage des Konstruktiven Realismus
3.1.6 Wirklichkeit und Realität
3.1.7 Konzept des Konstruktiven Realismus
3.1.8 Der „Objekt-Methode-Zirkel“
3.1.9 „Wirklichkeit“ und „Realität“ im Kontext des Konstruktiven Realismus
3.1.10 Lebenswelt und Mikrowelt
3.1.11 Epistemologie
3.1.12 Erkenntnis und die Methode der Verfremdung
3.1.13 Instrumentelle Erkenntnis und die Methode der Verfremdung
3.1.14 Regeln für die Verfremdung
3.1.15 Die Rolle der Wissenschaft im CR
3.1.16 Verfremdung und Metareflexion
3.1.17 Verfremdung und logische Analyse
3.1.18 Ramakrishna, eine pragmatische Verfremdung der Religionen
3.1.19 Die reflexive Erkenntnis der Verfremdung Ramakrishnas
3.1.20 Ziele des Konstruktiven Realismus
3.1.21 Der Konstruktive Realismus und seine Beziehung zur abendländischen Metaphysik
3.1.22 Abschließende Diskussion zum Konstruktiven Realismus
4 Abschnitt III
4.1 Vergleich des Konstruktiven Realismus mit der Philosophie des Yoga und des Advaita Vedanta
4.1.1 Grundannahmen des Konstruktiven Realismus
4.1.2 Platons Höhlengleichnis (vgl. Platon, 1994)
4.1.3 Unterscheidung von Realität und Wirklichkeit im CR
4.1.4 Unterscheidung von Realität und Wirklichkeit in der Philosophie des Advaita Vedanta
4.1.5 Zwei Arten von Wissen
4.1.6 Definition von Spiritualität
4.1.7 máyá
4.1.8 Abgrenzung der Metaphysik vom CR
4.1.9 Yoga oder Spiritualität als Wissenschaft
4.1.10 Evolution des Wissens
4.1.11 Die Evolution des Wissenschaftlers
4.1.12 Ergebnisse der Arbeit in Bezug auf den Konstruktiven Realismus
5 Zusammenfassung und abschließende Diskussion
Die Arbeit untersucht die erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft im Vergleich zur Philosophie des Advaita Vedanta und dem Konstruktiven Realismus, um zu klären, ob und wie der Mensch eine absolute Wirklichkeit erfahren kann.
2.3 Vaiçeßika - Die Philosophie des atomistischen Pluralismus
Das System des Vaiçeßika wird dem sagenhaften Autor Kanada zugeschrieben, der das Vaiçeßikasutra verfasst und somit die Grundlage geschaffen haben soll. Ausgehend von älteren naturphilosophischen Annahmen versucht dieses Werk alles Existierende in Kategorien zu fassen und vertritt eine pluralistische und realistische Ontologie (Amerbauer, 2000).
Geldsetzer (1999) sieht in der Philosophie des Vaiçeßika ein Pedant zur abendländischen Naturphilosophie. Von ihrem Wesen her kann sie als Analytik bezeichnet werden. Der zentrale Begriff vishesha bedeutet Individualität, Spezifität und kann als „Grundbaustein der Wirklichkeit“ übersetzt werden. Ebenso erklären die klassischen abendländischen Naturphilosophien die Naturwirklichkeit aus solchen Grundbausteinen, Atomen oder Elementen und die Weiterentwicklung der Philosophie des Vaiçeßika kann als Grundlegung indischer Naturwissenschaft aufgefasst werden.
Das System des Vaiçeßika versucht „to exhibit in one system the characters and interrelations of all that is observed“ (Whitehead: The Concept of Nature, S 185). Whitehead unterscheidet Sinnesdaten, die Welt der Perzeption und wissenschaftliche Objekte. Sinnesdaten sind die aktuellen Farben, Geschmäcker, Töne, Temperaturen, die man unmittelbar wahrnimmt. Auf diesen Wahrnehmungen wird die Welt der Erfahrung aufgebaut. Um die Sinnesdaten und die Welt der Erfahrung zu erklären, wird eine bestimmte Anzahl an wissenschaftlichen Objekten postuliert. Diese sind jedoch keine Objekte der Erfahrung. Im vaiçeßika finden sich ebenfalls die Sinnesdaten oder Objekte der Perzeption, mit denen jegliche Erfahrung beginnt.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft durch einen Vergleich mit indischen Philosophiesystemen.
2 Abschnitt I: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Einführung in die indische Kultur und die klassischen philosophischen Systeme wie Nyaya, Samkhya, Yoga und Vedanta.
3 Abschnitt II: Hier wird der Konstruktive Realismus von Fritz Wallner eingeführt, inklusive seiner zentralen Methode der Verfremdung.
4 Abschnitt III: Dieser Teil führt einen direkten Vergleich zwischen Konstruktivem Realismus und der Philosophie des Yoga sowie Advaita Vedanta durch.
5 Zusammenfassung und abschließende Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Gegenüberstellung und diskutiert die Möglichkeiten zur Gewahrwerdung der Wirklichkeit.
Wissenschaft, Spiritualität, Wirklichkeit, Konstruktiver Realismus, Advaita Vedanta, Erkenntnistheorie, Indische Philosophie, Yoga, Verfremdung, Metaphysik, Bewusstsein, Wahrnehmung, Phänomenologie, Ontologie, Absolute Realität
Die Arbeit untersucht die erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft und erforscht, wie durch einen Vergleich mit indischen Philosophiesystemen (insbesondere Advaita Vedanta und Yoga) Erkenntnisse über eine absolute Wirklichkeit gewonnen werden können.
Die zentralen Felder sind die Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie (speziell Konstruktiver Realismus), indische Philosophie, Spiritualität sowie die Reflexion menschlicher Erkenntnismöglichkeiten.
Das Ziel ist die Darstellung und Analyse unterschiedlicher Erkenntnismöglichkeiten des Menschen und die Beantwortung der Frage, ob Wissenschaft allein ausreicht, um die Wirklichkeit in ihrer Gesamtheit zu erfassen.
Die Arbeit nutzt die Methode der „Verfremdung“, ein Konzept des Konstruktiven Realismus, bei dem ein Aussagensystem in einen anderen Kontext gestellt wird, um implizite Annahmen und Grenzen aufzudecken.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der indischen Traditionen, die Diskussion des Konstruktiven Realismus und den anschließenden Vergleich, der zeigt, dass Wissenschaft und Spiritualität komplementäre Ebenen der Erfahrung sein könnten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Konstruktiver Realismus, Advaita Vedanta, Erkenntnis, Wirklichkeit, Realität, Spiritualität und Verfremdung.
Die Verfremdung fungiert als Werkzeug zur Reflexion. Indem Wissenschaftler ihre eigenen Methoden in fremden Kontexten (wie der indischen Philosophie) betrachten, können sie die verborgenen Vorannahmen ihres Handelns erkennen.
Das Advaita Vedanta bietet ein theoretisches Gerüst zur Unterscheidung von empirischer Realität und absoluter Wirklichkeit, was dem Anliegen des Autors entspricht, über die Grenzen einer rein naturwissenschaftlichen Weltdeutung hinauszublicken.
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