Masterarbeit, 2022
95 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Relevanz und Aktualität in der öffentlichen theologischen Diskussion
1.2 Vorgehensweise
2 Zum Begriff Gemeinde
2.1 Gemeinde im Alten Testament
2.2 Die jüdische Gemeinde zur Zeit Jesus
2.3 Der Begriff Ekklesia
2.4 Der Begriff Koinonia
3 Entstehung der christlichen Gemeinde
3.1 Die ersten Christen
3.2 Außerhalb der jüdischen Gemeinde – damalige Folgen des Gemeindeausschlusses
3.3 Das Vorbild der Urgemeinde in der Apostelgeschichte
3.4 Zwischenfazit
4 Das Wesen von christlichen Gemeinden
4.1 Kirchenmodell von Peter Bubmann
4.2 Missionsbefehl als Begründung des gemeindlichen Auftrags
4.3 Gemeinschaft
4.4 Nachfolge
4.5 Evangelistische Wortverkündigung
4.5.1 Was ist zeitgemäße Verkündigung?
4.5.1.1 Sakramente
4.5.1.2 Sakrament der Taufe
4.5.1.3 Sakrament des Abendmahls bzw. Eucharistie
4.6 Diakonie - Dienst am Nächsten
4.7 Spiritualität als Kern von christlicher Gemeinschaft
4.8 Zwischenfazit
5 Leiblichkeit
5.1 Wortabstammung und Bedeutungswandel
5.2 Leiblichkeit in der Bibel
5.3 Zur Wirkungsgeschichte der Leibfeindlichkeit
5.4 Die Erlösung des Leibes
5.5 Die Leiblichkeit in Pandemiezeiten
5.6 Stellenwert von Leiblichkeit für die Gemeinde
5.7 Digitale Präsenz
6 Theologisches Verhältnis von Leib zu Seele und Geist
6.1 Entstehung des Begriffs Seele in verschiedenen Kulturen
6.2 Seele im Alten Testament
6.3 Seele im Neuen Testament
6.4 Verhältnis Seele und Nefesch
6.5 Verhältnis Seele und Herz
6.6 Verhältnis Seele und Geist
6.7 Verhältnis Seele und Körper
6.8 Schlussfolgerungen aus den beiden letzten Kapiteln
7 Gemeinde in Pandemiezeiten
7.1 Herausforderungen durch Versammlungsverbot
7.1.1 Gottesdienste für Geimpfte?
7.1.2 Gottesdienst oder Gesundheit?
7.1.3 Die Herausforderung der digitalen Gottesdienste und Angebote
7.1.4 Die Herausforderung des Algorithmus
7.1.5 Digitale Experimente
7.1.6 Das Überangebot und die Konkurrenz
7.2 Chancen durch die neuen digitalen Möglichkeiten
7.2.1 Neue Wege der Beteiligung und Aufmerksamkeit
7.2.2 Förderung des allgemeinen Priestertums der Gläubigen
7.2.3 Nachfrage-Boom
7.2.4 Milieuorientierung ernstnehmen
7.2.5 Die zukünftige Generation nicht verlieren
7.2.6 Die Krise als Sprungbrett in die Postmoderne
7.2.7 Krisenfeste Alternativen schaffen
7.2.8 Stärkung der Hausfrömmigkeit
7.3 Zwischenfazit aus diesem Kapitel
8 Umfrage der ACK zum Thema digitales Abendmahl
8.1 Einleitung
8.2 Ergebnisse der Umfrage
8.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
8.4 Bedeutung der Ergebnisse anhand des jeweiligen Ämterverständnisses
8.4.1 Bund freier Pfingstgemeinden
8.4.2 Mühlheimer Verband
8.4.3 Evangelisch-methodistische Kirche
8.4.4 Kirche des Nazareners
8.5 Fazit aus der Umfrage
9 Ist das Abendmahl grundsätzlich digital durchführbar?
9.1 Schlussfolgerung zur Frage der Online-Umsetzung
10 Die Rolle der Leiblichkeit für die Gemeinde
10.1 Abschließende Schlussfolgerung
Die Masterarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der physischen Realität christlicher Gemeinschaft und den Herausforderungen der Digitalisierung in Pandemiezeiten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Leiblichkeit eine konstitutive und unverzichtbare Komponente für das Wesen der Gemeinde ist oder ob eine rein digitale Ausübung – beispielsweise beim Abendmahl – dem theologischen Auftrag von Kirche gerecht werden kann.
Die Rolle der Leiblichkeit für die Gemeinde
Nun kommen wir zur Hauptfrage: der konstitutiven Rolle von Leiblichkeit für die Gemeinde. Es sollen zunächst die bisher zusammengetragenen Ergebnisse beleuchtet werden, dazu werden im Folgenden die wichtigsten Aspekte aus den vorangegangenen Kapiteln noch einmal aufgegriffen.
Im Kapitel 2.4 haben wir herausgearbeitet, dass Menschen ihr Gegenüber brauchen, mit dessen speziellen Erfahrungen und Begabungen von Gott, um gemeinsam die Aufgaben der Gemeinde zu erfüllen und persönlich ermutigt zu werden. Das Gespräch unter vier Augen, der gemeinsame Spaziergang, das gemeinsame wortlose Arbeiten Seite an Seite, diese Formen von Gemeinschaft stärken den Einzelnen und das Vertrauen, Teil eines Ganzen zu sein und sich zugehörig zu fühlen.
Im Kapitel 3.1 kam der Aspekt hinzu, dass die Gemeinde sich immer auch als Gemeinschaft verstand, die sich regelmäßig traf und ihr Hab und Gut teilte. Die körperliche Komponente war wichtig und wie wir hier gesehen haben, wurde das Fernbleiben der Versammlungen auch kritisiert. Die sich praktisch und somit auch physisch beistehende Gemeinschaft war in Zeiten der Verfolgung besonders wichtig für die Gemeinde. Genauso wichtig ist es auch aktuell für die Gemeinde zu Pandemiezeiten, sich gegenseitig körperlich beizustehen, zu helfen und zu trösten.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung, dass Kirchen in der Pandemie trotz Digitalisierungsschub ihre traditionelle Ausrichtung auf Leiblichkeit neu definieren müssen.
2 Zum Begriff Gemeinde: Dieses Kapitel erarbeitet die biblischen und historischen Grundlagen von Gemeinde als gewachsene soziale und geistliche Zusammenkunft.
3 Entstehung der christlichen Gemeinde: Es beschreibt die Gründung der ersten christlichen Gruppen und die Bedeutung der physischen Gemeinschaft im Kontext ihrer Zeit.
4 Das Wesen von christlichen Gemeinden: Das Kapitel analysiert Kernelemente kirchlichen Handelns, unter anderem durch die Modelle von Peter Bubmann und den Missionsbefehl.
5 Leiblichkeit: Hier wird der theologisch-anthropologische Fokus auf den Leib als unverzichtbares Ausdrucksorgan des menschlichen Glaubens gelegt.
6 Theologisches Verhältnis von Leib zu Seele und Geist: Diese Untersuchung der drei Dimensionen des Menschen verdeutlicht deren Unauflöslichkeit und gegenseitige Angewiesenheit.
7 Gemeinde in Pandemiezeiten: Der Abschnitt diskutiert die praktischen Auswirkungen von Versammlungsverboten auf die kirchliche Struktur und digitale Lösungsansätze.
8 Umfrage der ACK zum Thema digitales Abendmahl: Eine empirische Auswertung zeigt die konfessionellen Differenzen in der Bewertung digitaler Sakramentsvollzüge auf.
9 Ist das Abendmahl grundsätzlich digital durchführbar?: Die zentrale ethische und theologische Abwägung über die Sinnhaftigkeit und Legitimität virtueller Mahlfeiern.
10 Die Rolle der Leiblichkeit für die Gemeinde: Das Fazit führt die Argumente zusammen und bekräftigt die Bedeutung physischer Dimensionen für den christlichen Glauben.
Leiblichkeit, Christliche Gemeinde, Digitalisierung, Abendmahl, Koinonia, Ekklesia, Pandemie, Leib Christi, Sakramente, Anthropologie, Gottesdienst, Spiritualität, Missionsbefehl, Gemeinschaft, Digitale Präsenz
Die Arbeit untersucht, ob die leibliche Zusammenkunft – also die physische Präsenz von Menschen – für das Wesen der christlichen Gemeinde unbedingt notwendig ist oder ob digitale Formate diese Funktion ersetzen können.
Zu den Schwerpunkten gehören die ekklesiologische Bestimmung von Gemeinde, die biblische Anthropologie von Leib, Seele und Geist sowie die Herausforderungen an das kirchliche Leben während der Corona-Pandemie.
Das Ziel ist es, zu klären, ob Leiblichkeit konstitutiv für Gemeinde ist oder ob eine moderne christliche Gemeinde ihre Aufgaben auch im Onlinemodus vollständig erfüllen kann.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus theologischer Grundlagenarbeit, Literaturanalyse zu ekklesiologischen Modellen und einer empirischen Auswertung einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zum digitalen Abendmahl.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Begriffe der Urgemeinde, ein ekklesiologisches Verständnis christlicher Wesensmerkmale sowie eine tiefe Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Leibes in der christlichen Lehre und der heutigen digitalen Realität.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Leiblichkeit, Gemeinde, Digitalisierung, Abendmahl, Koinonia und Gemeinschaft charakterisiert.
Der Autor sieht digitale Angebote als hilfreiche Ergänzung, warnt aber davor, dass die körperliche Komponente, die den Menschen in seiner Ganzheit betrifft, im rein digitalen Raum nicht vollständig abgebildet werden kann.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Abendmahl eine tief in der Leiblichkeit verwurzelte Handlung ist. Während die theologischen Positionen der Konfessionen variieren, betont die Arbeit jedoch, dass die physische Partizipation für das gemeinschaftsstiftende Wesen der Gemeinde von konstitutiver Bedeutung bleibt.
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