Masterarbeit, 2008
90 Seiten, Note: 2,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
1. Fußballsprache als ein Gebilde aus drei Teilbereichen
2.Gesellschaftliche und geschichtliche Einflüsse und Entwicklungen
2.1 Die „Geburtsstunde“ des Fußballs in Deutschland und der Beginn des Fußball-Vokabulars
2.2 Entstehung der Fachsprache durch die Popularität des Fußballs
3. Warum Fußball eine Fachsprache ist
3.1 Drei grundlegende semantische Prinzipien
3.1.1 Metonymie
3.1.2 Metapher
3.1.3 Simplifizierende Abstraktion
4. Fußballsprache als Komplex aus drei Teilbereichen
4.1 Wechselwirkung der fußballsprachlichen Teilbereiche
5. Einflüsse anderer (Fach-)Sprachen auf die Fußballsprache
5.1 Einfluss von Anglizismen
5.2 Einfluss von Fachsprachen anderer Sportarten
5.3 Einfluss von Fachsprachen von Musik, Theater und Spielen
5.4 Einfluss von Kriegsbegriffen und der Fachsprache des Militärs
5.5 Einfluss der Fachsprache des Fachbereichs Technik
6. Die Beeinflussung der Fußballsprache durch die Gemeinsprache
6.1 Die Beeinflussung der Gemeinsprache durch die Fußballsprache
7. Geschichte und Entwicklung der Fußball-Berichterstattung in der Presse
7. 1 Die (Fußball-)Sprache der Presseberichterstattung
7.2 Unterscheidung von Positions-, Tabellen- und Spielsprache innerhalb der Sprache der Presseberichterstattung
7.2.1 Positionssprache
7.2.2 Tabellensprache
7.2.3 Spielsprache
7.3 Inhalte der Berichterstattung
7.4 Merkmale des Stils der Reportsprache
7.4.1 Metaphern und Beiwörter
7.4.2 Worthülsen als „Klassiker“
7.4.3 Zwischen „Verbrüderung“ und Distanzierung von Sportler, Redakteur und Rezipient
7.4.4 Monotonie
7.4.5 Superlativische, hyperbolische Ausdrucksweise
7.5 Zusammenfassende Überlegungen zu den stilistischen Merkmalen der Reportsprache
7.6 Die Kritik an der Fußballberichterstattung
7.6.1 Übermäßiger Gebrauch von Metaphern und Fremdwörtern
7.6.2 Fußballspiele als „Ersatzkriege“
8. Erklärungen und Relativierungen der Kritik -Begrenzte Autonomie und Zeitdruck vs. Versuche der Vermeidung von Monotonie
9. Schlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht die linguistische Entwicklung der Fußballsprache, wobei der Fokus auf der Rolle der Presseberichterstattung liegt. Es soll analysiert werden, wie sich die Sprache rund um den Fußball etabliert hat, welchen Einflüssen sie unterliegt und inwiefern der Journalismus zur sprachlichen Ausgestaltung und Verbreitung der Fußballterminologie beiträgt.
3.1.1 Metonymie
Bei dem „wohl wichtigsten Begriffsbildungsprinzip der Fußballsprache“ verschiebt sich „die Bedeutung eines Wortes innerhalb desselben Erfahrungsrahmens oder, beim Fußball, derselben Spielsituation auf neue bzw. weitere Elemente (…)“.
Dieser Vorgang des „Mitdenkens“ der jeweiligen Spielsituation soll nun durch einige von Burkhardt angeführte Beispielsätze der Begriffe Tor und Elfmeter illustriert werden, die heutzutage durchaus in zahlreichen Presseberichten genauso wiedergefunden werden könnten und absolut geläufig sind:
- Oliver Kahn steht im Tor. Oliver Kahn steht unmittelbar vor dem metaphorisch als Tor bezeichneten Gestänge und versucht zu verhindern, dass der Ball in vollem Umfang hinter dessen Grundlinie gerät.
- Das Tor fiel in der 60. Minute. In der 60. Minute gelangte der Ball in vollem Umfang hinter die Grundlinie des metaphorisch als Tor bezeichneten Gestänges, so dass ein Spielpunkt gewonnen wurde.
- Michael Ballack schoss ein Tor. Michael Ballack trat den Ball so, dass er in vollem Umfang hinter die Grundlinie des metaphorisch als Tor bezeichneten Gestänges gelangte, sodass ein Spielpunkt gewonnen wurde.
- Der Schiedsrichter gab Elfmeter. Der Schiedsrichter entschied, dass wegen einer Regelwidrigkeit im Strafraum der Ball von einem elf Meter von der Grundlinie entfernten mit Kreide markierten Punkt aus in Richtung Tor getreten werden muss.
- Das war Elfmeter. Es gab eine Spielsituation, in der der Schiedsrichter wegen einer Regelwidrigkeit im Strafraum hätte entscheiden müssen, dass der Ball von einem elf Meter von der Grundlinie entfernten mit Kreide markierten Punkt aus in Richtung Tor getreten werden muss.
Einleitung: Es wird der Fokus auf die sprachliche Entwicklung der Fußballberichterstattung in der Presse gelegt, um deren Einfluss auf die Fußballkommunikation zu bewerten.
1. Fußballsprache als ein Gebilde aus drei Teilbereichen: Der Untersuchungsgegenstand wird als Gesamtheit des Redens und Schreibens über Fußball definiert, unterteilt in Sportjargon, Berichterstattung und Regelwerk.
2.Gesellschaftliche und geschichtliche Einflüsse und Entwicklungen: Hier wird der historische Kontext der Entstehung des Fußballs und dessen Ausbreitung sowie der Beginn der frühen Fachsprache in Deutschland erläutert.
3. Warum Fußball eine Fachsprache ist: Es wird dargelegt, warum Fußball aufgrund spezifischer Fachtermini und semantischer Prinzipien als Fachsprache zu klassifizieren ist.
4. Fußballsprache als Komplex aus drei Teilbereichen: Dieses Kapitel vertieft die Wechselwirkung zwischen Sachsprache, Jargon und der Reportsprache der Presse als konstitutive Elemente.
5. Einflüsse anderer (Fach-)Sprachen auf die Fußballsprache: Es wird untersucht, wie Einflüsse aus anderen Sportarten, Militär, Technik und dem Theater die Variabilität der Fußballsprache erweitert haben.
6. Die Beeinflussung der Fußballsprache durch die Gemeinsprache: Es wird analysiert, wie die Gemeinsprache als Fundus für die Fußballsprache dient und wie diese beiden Systeme ineinandergreifen.
7. Geschichte und Entwicklung der Fußball-Berichterstattung in der Presse: Dieses umfangreiche Kapitel behandelt die Historie, die stilistischen Merkmale und die Kritik an der aktuellen, oft durch Boulevardisierung geprägten Berichterstattung.
8. Erklärungen und Relativierungen der Kritik -Begrenzte Autonomie und Zeitdruck vs. Versuche der Vermeidung von Monotonie: Die Kritik an der Fußballsprache wird im Kontext des journalistischen Arbeitsalltags und ökonomischer Zwänge relativiert.
9. Schlussbemerkung: Die Erkenntnisse werden zusammengefasst und die Fußballsprache als treffende, wenngleich manchmal überspitzte Ausdrucksform des sportlichen Geschehens gewürdigt.
Fußballsprache, Sportberichterstattung, Reportsprache, Fachsprache, Metapher, Metonymie, Sportjournalismus, Anglizismen, Kriegsrhetorik, Gemeinsprache, Medienwirksamkeit, Fachjargon, Nominalstil, Sport, Fußball.
Die Arbeit widmet sich der linguistischen Untersuchung der deutschen Fußballsprache, insbesondere unter dem Aspekt, wie diese in der Presseberichterstattung geprägt, beeinflusst und weitergegeben wird.
Die Untersuchung deckt die historische Entwicklung des Fußballvokabulars, die Strukturierung in verschiedene Sprachbereiche wie Jargon und Fachsprache sowie den Einfluss von Metaphorik und Fremdsprachen ab.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Sprache der Fußballberichterstattung entwickelt hat, welche stilistischen Merkmale dominieren und wie diese Sprache das allgemeine Verständnis des Fußballsports in der Gesellschaft prägt.
Der Autor führt eine linguistische Analyse durch, die auf der Auswertung aktueller Printmedien und der Einbeziehung fachwissenschaftlicher Theorien, wie etwa der von Harald Dankert oder Armin Burkhardt, basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung semantischer Prinzipien, die Einflüsse anderer Fachbereiche (z.B. Militär, Technik), die Wechselwirkung mit der Gemeinsprache sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Stil der Sportberichterstattung.
Zentrale Begriffe sind Fußballsprache, Sportberichterstattung, Metaphorik, Reportsprache, Fachjargon und die wechselseitige Beeinflussung zwischen Fach- und Gemeinsprache.
Der Autor erläutert, dass viele dieser Begriffe historisch gewachsen sind, da die Entstehungszeit des Fußballsports in eine Ära mit starkem militärischem Einfluss fiel. Heute dienen sie vor allem der prägnanten und bildhaften Beschreibung des Wettkampfcharakters.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Boulevardmedien durch extreme Nutzung von Jargon, Nominalkomposita und emotionalisierender Wortschöpfungen die Fußballsprache prägen, wobei dies kritisch im Hinblick auf den Verlust von Seriosität und die Sensationslust hinterfragt wird.
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