Bachelorarbeit, 2020
74 Seiten, Note: 2,0
Zur Einführung
1. Begriffsbestimmungen und rechtliche Rahmenbedingungen
1.1. Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung
1.2. Formen, Risikofaktoren und Auswirkungen von Kindeswohlgefährdung
1.2.1. Formen
1.2.2. Risikofaktoren
1.2.3. Auswirkungen
1.3. Rechtliche Bestimmungen
1.4. Die Rolle des Familiengerichts
2. Das Jugendamt, der RSD und der JHA
3. Von der professionellen Haltung zur professionellen Handlung
3.1. Der Professionalitätsbegriff in der Sozialen Arbeit
3.2. Professionalität und Kompetenzen von Sozialarbeiter/innen im RSD
3.3. Die systemische Haltung
3.4. Zum Umgang mit dem doppelten Mandat
3.5. Zum Umgang mit der Garantenstellung
3.6. Zum Umgang mit den eigenen Emotionen
3.7. Der Blick auf die Emotionen der Kinder, Jugendlichen und Eltern
3.8. Professionelle Kommunikation und Beziehungsarbeit im Zwangskontext
4. Der Prozess der Gefährdungsabwehr
4.1. Eingang der Meldung
4.1.1. Entgegennahme der Meldung
4.1.2. Erster Check
4.2. Planung der Überprüfung
4.2.1. Planung der Handlungsschritte
4.2.2. Tragfähige interne und externe Kooperationen
4.3. Überprüfung
4.3.1. Gefährdungseinschätzung und sozialpädagogische Diagnostik
4.3.2. Zum Umgang mit standardisierten Einschätzungsbögen
4.4. Suche nach der geeigneten Intervention
4.4.1. Entwurf eines Handlungsplans
4.4.2. Das familiengerichtliche Verfahren
4.4.3. Die Inobhutnahme
5. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die professionellen Anforderungen und Kompetenzen, die Sozialarbeiter/innen im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst (RSD) benötigen, um den staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdungen fachgerecht zu erfüllen. Ziel ist die Entwicklung eines fundierten Selbst- und Handlungsverständnisses, das fachliche Standards mit einer beziehungsorientierten Haltung in Zwangskontexten verbindet.
Die systemische Haltung
[...] ein systemisch ausgerichteter Kinderschutz [orientiert sich] im Unterschied zu (eher) repressiven und kontrollierenden Ansätzen an individuellen Lösungen für Kinder in schwierigen Lebenslagen und gefährdenden Familiensituationen. Dabei stehen Dialog, Reflexivität, Mitgefühl und Achtsamkeit der Fachkräfte sowie Beteiligung der Eltern und ihrer Kinder im Mittelpunkt.
Familiale Systeme versuchen die gewohnte Stabilität zu erhalten und, sollte sie verloren gehen, sie durch dialogische und dauerhafte Prozesse der Anpassung sowie durch Ausbalancieren wieder zu erreichen. Eine Veränderung innerhalb des Systems, ist nur durch die Mitglieder und bei bestehender Motivation möglich. Ein empathisches und beziehungsorientiertes Vorgehen des/der Sozialarbeiter/in kann bei den Eltern motivationserzeugend wirken, um etwas zu ändern und die angebotenen Hilfen auch wirklich anzunehmen und wahrzunehmen. Jedoch bleibt die definitive Erwartung an die Eltern zur gewaltlosen Erziehung bestehen und wird als Voraussetzung zur Veränderung gesehen.
1. Begriffsbestimmungen und rechtliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe und den Rechtsrahmen der Kindeswohlgefährdung sowie die Bedeutung der Gefährdungsmerkmale.
2. Das Jugendamt, der RSD und der JHA: Hier werden die organisatorischen Strukturen des Jugendamtes und die Rolle des Regionalen Sozialpädagogischen Dienstes innerhalb dieses Systems dargestellt.
3. Von der professionellen Haltung zur professionellen Handlung: Dieses Kapitel erörtert die notwendigen Kompetenzen, Haltungen und ethischen Aspekte für die professionelle Arbeit in der Sozialen Arbeit.
4. Der Prozess der Gefährdungsabwehr: Dies ist ein praxisorientiertes Kapitel, das den Ablauf von der Meldung bis hin zur Intervention (inklusive Inobhutnahme und Familiengericht) detailliert beschreibt.
5. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Sinnerfüllung und professionellen Haltung für die Arbeit im RSD.
Kindeswohlgefährdung, Sozialarbeit, Regionaler Sozialpädagogischer Dienst, Kinderschutz, Gefährdungsabwehr, Familiengericht, Inobhutnahme, Professionelle Haltung, Systemische Beratung, Zwangskontext, SGB VIII, Fallanalyse, Pädagogische Diagnostik, Beziehungsarbeit, Garantenstellung
Die Arbeit befasst sich mit der professionellen Arbeit von Sozialarbeiter/innen im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst (RSD) bei Anzeigen von Kindeswohlgefährdungen.
Die zentralen Themen umfassen rechtliche Rahmenbedingungen, professionelle Kommunikation in Zwangskontexten, methodische Prozessgestaltung sowie die reflexive Haltung gegenüber Klienten.
Die Forschungsfrage lautet, welche Kompetenzen und Haltungen Sozialarbeiter/innen im RSD benötigen, um den Kinderschutzauftrag beziehungsorientiert und fachlich fundiert umzusetzen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die systemische Analyse professioneller Handlungsmuster im Kinderschutz.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Grundlagen, die Beschreibung der RSD-Strukturen, eine fundierte Auseinandersetzung mit der professionellen Haltung und die detaillierte Darstellung des Gefährdungsabwehr-Prozesses.
Kinderschutz, Gefährdungsabwehr, RSD, professionelle Identität, Systemische Sozialarbeit, SGB VIII, Zwangskontext.
Das Familiengericht greift ein, wenn die Gefährdung nicht durch Hilfen abgewendet werden kann, und fungiert als nötige Instanz zum Schutz des Kindes, wenn Eltern zur Kooperation nicht fähig oder bereit sind.
Sie müssen die Hilfeleistung für die Familie transparent mit dem gesetzlichen Kontrollauftrag zur Sicherung des Kindeswohls verbinden, wobei die Hilfe zur Selbsthilfe stets im Vordergrund steht.
Die Arbeit im Kinderschutz ist emotional hochbelastend; Supervision und Selbstreflexion schützen davor, dass eigene Emotionen, Vorurteile oder das Bedürfnis zur Abwehr die professionelle Einschätzung negativ beeinflussen.
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