Bachelorarbeit, 2017
66 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2 DIE DEUTSCHE WOHNUNGSWIRTSCHAFT
2.1 Die Wohnung als Wirtschafts- oder Sozialgut
2.2 Die Wohnimmobilienmärkte in Deutschland
2.2.1 Funktionsweise des Wohnimmobilienmarktes
2.2.2 Mietpreisbildung auf dem Wohnimmobilienmarkt
2.2.3 Ortsübliche Vergleichsmiete und Mietspiegel
2.3 Vorgelagerte Märkte
2.3.1 Der Grundstücksmarkt
2.3.2 Die Bauwirtschaft
2.3.3 Die Wohnungsbaufinanzierung
2.3.4 Einfluss der vorgelagerten Märkte
2.4 Demografische Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes
2.5 Der Wohnimmobilienmarkt in München
2.5.1 Einwohnerentwicklung
2.5.2 Wohnungsbestand
3 ÖKONOMISCHE RECHTFERTIGUNG VON MIETPREISBEGRENZUNGEN
3.1 Marktversagen auf dem Mietwohnungsmarkt
3.2 Mietpreisbindung auf dem Wohnimmobilienmarkt
3.2.1 Das Mietrechtnovellierungsgesetz
3.2.2 Marktwirkung von Mietpreisbindung bei Bestandsmieten
3.2.3 Marktwirkung von Mietpreisbindung bei Neuvertragsmieten
3.3 Diskussion des MietNovG
4 KONZEPTE FÜR ERSCHWINGLICHEN WOHNRAUM IN MÜNCHEN
4.1 Alternativen auf Nachfrageseite
4.1.1 Verschärfte Mietpreisbremse
4.1.2 Wohngeld
4.2 Alternativen auf Angebotsseite
4.2.1 Public Private Partnerships
4.2.2 Sozialer Wohnungsbau
5 FAZIT
Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit der Mietpreisbremse in Deutschland mit besonderem Fokus auf den Wohnungsmarkt der Stadt München. Das primäre Ziel ist es, die ökonomische Sinnhaftigkeit der Mietpreisbegrenzungen zu bewerten und alternative Strategien zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu diskutieren.
2.2.1 Funktionsweise des Wohnimmobilienmarktes
Ein Markt entsteht, wo Anbieter und Nachfrager von Produkten oder Leistungen aufeinandertreffen. Aufgrund der Standortgebundenheit von Immobilien gliedert sich der Wohnimmobilienmarkt in unterschiedliche, sich individuell entwickelnde, regionale Teilmärkte. Merkmal eines Teilmarktes ist ein einheitliches Preisniveau, welches durch eine schnelle Reaktion von Angebot und Nachfrage auf Preisunterschiede zustande kommt. Ein Austausch zwischen einzelnen regionalen Teilmärkten, und damit ein Ausgleich der Preise, ist jedoch aufgrund der oben genannten Immobilität des Gutes Wohnung nicht möglich.
Die einzelnen Teilmärkte lassen sich wie folgt untergliedern.
räumliche Teilmärkte: Betrachteter Faktor ist die Lage des Objekts, welche durch Bebauungsdichte und -art sowie das Wohnumfeld und Erreichbarkeit notwendiger Infrastruktur, wie beispielsweise Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten, näher bewertet werden kann.
sachliche Teilmärkte: Die Unterscheidung wird anhand der vorgesehenen Nutzung des Objekts getroffen. Hierunter fallen beispielsweise Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Eigenheime.
Da jeder Teilmarkt Unterschiede bezüglich der Reaktionszeit und der Preiselastizität aufweist, und damit der Prozess der Preisbildung gedrosselt wird, ist die Funktion des Preises oder Mietzinses als Knappheitsindikator auf den einzelnen Teilmärkten nur bedingt zutreffend. Des Weiteren kann es durch die Zerlegung des Wohnungsmarktes in einzelne Segmente selbst bei einem eigentlich ausgeglichenen Gesamtmarkt zu Ungleichgewichten in den einzelnen Teilmärkten kommen. Grund dafür ist, dass die Anpassung an regionale oder sachliche Nachfrageverschiebungen durch die Segmentierung erheblich erschwert wird. Durch den nicht vorhandenen Ausgleich innerhalb der Märkte und der Unteilbarkeit der Immobilie, die eine beliebige Einschränkung des Konsums eines Haushalts vermeidet, ist ein Haushalt bei einer Preiserhöhung innerhalb eines Teilmarktes gezwungen, auf einen anderen Teilmarkt auszuweichen. Dies führt zwischen den Teilmärkten zu einer Nachfrageverschiebung, welche entsprechende Anpassungsschwierigkeiten des Angebots zur Folge hat.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Wohnraumknappheit unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Bedeutung des Wohnens und der Zielsetzung der Arbeit.
2 DIE DEUTSCHE WOHNUNGSWIRTSCHAFT: Detaillierte Betrachtung der Wohnung als Wirtschafts- und Sozialgut sowie Analyse der spezifischen Marktcharakteristika und vorgelagerten Marktsektoren in Deutschland und München.
3 ÖKONOMISCHE RECHTFERTIGUNG VON MIETPREISBEGRENZUNGEN: Theoretische Untersuchung, inwieweit ein Marktversagen als Grundlage für staatliche Mietpreisregulierungen und das MietNovG dienen kann.
4 KONZEPTE FÜR ERSCHWINGLICHEN WOHNRAUM IN MÜNCHEN: Diskussion und Bewertung konkreter politischer und wirtschaftlicher Lösungsansätze auf der Nachfrage- und Angebotsseite.
5 FAZIT: Synthese der Untersuchungsergebnisse und abschließende Bewertung der Wirksamkeit von Mietpreisbremsen gegenüber alternativen Strategien zur Förderung des Wohnungsbaus.
Mietpreisbremse, Wohnungsmarkt, Marktversagen, München, Wohnraumknappheit, Mietpreisbindung, MietNovG, Sozialgut, Wirtschaftsgut, Wohnungswirtschaft, Mietspiegel, Wohnbaufinanzierung, Grundstücksmarkt, demografischer Wandel, Immobilienwirtschaft.
Die Thesis untersucht die Auswirkungen und die ökonomische Rechtfertigung der 2015 eingeführten Mietpreisbremse sowie alternativer Strategien zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in angespannten Wohnungsmärkten wie München.
Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Theorie zur Klassifizierung von Wohnraum, die Analyse von Marktstrukturen, die Auswirkungen politischer Eingriffe auf Mietpreise und die Bewertung von angebotsorientierten Lösungen.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die staatliche Mietpreisregulierung tatsächlich zu einer Entlastung führt, oder ob sie unbeabsichtigte negative Markteffekte hervorruft, und welche Ansätze für den Münchner Markt sinnvoller erscheinen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Untersuchung marktwirtschaftlicher Modelle (Angebot/Nachfrage) und statistischer Daten zur Bevölkerungs- und Wohnraumentwicklung in München.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Fundierung des Immobilienmarktes, eine detaillierte Prüfung von Marktversagen (etwa durch Informationsmängel) und die kritische Diskussion des Mietrechtnovellierungsgesetzes (MietNovG).
Die zentralen Begriffe sind Mietpreisbremse, Marktversagen, Wohnungsmarkt, Sozialgut versus Wirtschaftsgut sowie die spezifischen Bedingungen des Standorts München.
Als Sozialgut steht die soziale Funktion des Wohnens als Grundbedürfnis im Vordergrund, was staatliche Eingriffe zur Sicherung der Bezahlbarkeit rechtfertigen kann. Als Wirtschaftsgut hingegen ist die Wohnung eine Kapitalanlage, deren Preisbildung über Angebot und Nachfrage erfolgt.
Aus ökonomischer Sicht wird argumentiert, dass die Mietpreisbremse Investitionsanreize für Neubau und Instandhaltung senkt, das Angebot verknappt und somit langfristig eher zur Verschärfung des Wohnraummangels beiträgt.
PPP-Modelle sollen staatliche Bautätigkeiten effizienter machen, indem privates Kapital und technisches Fachwissen genutzt werden, um große Wohnbauprojekte schneller und kostengünstiger umzusetzen, als es der öffentlichen Hand allein möglich wäre.
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