Diplomarbeit, 2004
80 Seiten, Note: 5.5
Einleitung
1. Was ist ein gutes Leben aus der Sicht der Ethik?
1.1 Definition von Ethik
1.2 Kurze Geschichte über die Frage nach dem guten Leben in der Ethik
1.3 Die aktuelle Diskussion über das gute Leben in der Ethik
1.3.1 Aktuelle Positionen
1.3.2 Gründe für die Aktualität der Frage nach dem guten Leben
2. Die Konzeption des Guten von Martha Nussbaum
2.1 Die politische Dimension
2.1.1 Ethische Forderungen an die Politik
2.1.2 Liberalismus (prozeduraler und diskursethischer)
2.1.3 Utilitarismus (utilitaristischer Liberalismus)
2.1.4 Sozialdemokratie nach Martha Nussbaum
2.2 Die starke vage Konzeption des Guten
2.2.1 Ebene1, der starken vagen Konzeption des Guten: Die Gestalt der menschlichen Lebensform
2.2.2 Ebene 2 der Konzeption des Guten: Die Grundfähigkeiten des Menschen
2.2.3 Die Rolle des Staates im Zusammenhang mit der starken vagen Konzeption des Guten
2.2.4 Mögliche Indikatoren des guten Lebens
3. Das gute Leben in den gesetzlichen Grundlagen der Sozialarbeit.
3.1 Staatsaufgaben und -ziele in der Bundesverfassung und der Kantonsverfassung Bern
3.1.1 Menschenwürde
3.1.2 Eigenverantwortung/Subsidiarität
3.2 Aussagen über das gute Leben in den Gesetzen anhand der Indikatoren von Martha Nussbaum
3.2.1 Sicherheit
3.2.2 Gesundheit/Grundversorgung
3.2.3 Wohnen
3.2.4 Beziehungen
3.2.5 Erziehung
3.2.6 Bildung und Weiterbildung
3.2.7 Arbeit
3.2.8 Autonomie/Selbstbestimmung
3.2.9 Bewegungsfreiheit/Mobilität
3.2.10 Eigentum
3.2.11 Freizeit/Erholung
3.2.12 Natur/Lebensgrundlagen
3.2.13 Politische Partizipation
4. Das Thema des guten Lebens und die Sozialarbeit
4.1 Die Diskussion über das gute Leben in der Sozialarbeit
4.2 Ein gutes Leben für alle durch mehr Solidarität – ein Auftrag der Sozialarbeit?
4.3 Der Auftrag der Sozialarbeit und das Spannungsverhältnis individueller und gesellschaftlicher Vorstellungen des guten Lebens
4.4 Die Legitimität der sozialarbeiterischen Intervention
4.5 Ethische Grundlagen der Interventionsmethodik
4.6 Mit der Sozialarbeit auf dem Weg zu einem guten Leben?
5. Ergebnisse
Die Arbeit untersucht, ob das Konzept eines „guten Lebens“ für die Sozialarbeit handlungsleitend sein kann. Es wird analysiert, inwieweit Martha Nussbaums ethische Konzeption mit den gesetzlichen Grundlagen der Sozialarbeit korrespondiert und wie diese Erkenntnisse in die Praxis der KlientInnenarbeit und sozialpolitischen Debatten integriert werden können.
2.2.1 Ebene1, der starken vagen Konzeption des Guten: Die Gestalt der menschlichen Lebensform
Die folgende Aufzählung gilt nicht als abgeschlossen im Sinne einer systematischen Philosophie oder als Vorschrift, sondern als eine intuitive Annäherung, welche die Aufmerksamkeit auf besonders wichtige Bereiche lenken möchte. Als heterogene Liste enthält sie sowohl Grenzen, gegen die wir anstossen als auch Fähigkeiten, die wir entfalten möchten. Sie muss dennoch offen sein da durch das Auftauchen nicht berücksichtiger Optionen, manche konstitutiven Merkmale weggenommen resp. hinzugefügt werden können.
1. Sterblichkeit
Jeder Mensch hat den Tod vor sich und ist sich dessen ab einem bestimmten Alter bewusst. Ein anthropomorphes unsterbliches Wesen oder ein sterbliches Wesen dem die Neigung fehlt das Sterben zu vermeiden resp. das Weiterleben anzustreben, würden wir nicht als Wesen unserer Art erkennen.
2. Der menschliche Körper
Menschliche Körper haben trotz einer enormen Bandbreite mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede. Obschon Körpererfahrungen kulturell geprägt sind, weisen die körperlichen Grundbedürfnisse viele Gemeinsamkeiten auf und sind nicht kulturbedingt. Der Körper setzt möglichen Erfahrungen Grenzen. Ohne auf die Metaphysik zurückzugreifen listet Nussbaum die folgenden vier grundlegenden körpergebundenen Merkmale des Menschen auf.
Einleitung: Einführung in die historische und philosophische Debatte über das gute Leben und Begründung der Relevanz für die Sozialarbeit.
1. Was ist ein gutes Leben aus der Sicht der Ethik?: Darstellung verschiedener philosophischer Ansätze und der aktuellen Renaissance der Ethik des guten Lebens.
2. Die Konzeption des Guten von Martha Nussbaum: Detaillierte Erläuterung des Fähigkeitenansatzes und der universalistischen Ethik von Martha Nussbaum.
3. Das gute Leben in den gesetzlichen Grundlagen der Sozialarbeit.: Untersuchung der schweizerischen Bundes- und Kantonsverfassung im Vergleich zu ethischen Indikatoren.
4. Das Thema des guten Lebens und die Sozialarbeit: Diskussion über die Notwendigkeit ethischer Orientierung in der Sozialarbeit und die Legitimität von Interventionen.
5. Ergebnisse: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse zur Bedeutung ethischer Konzepte für die Zielbestimmung in der Sozialarbeit.
Sozialarbeit, gutes Leben, Martha Nussbaum, Ethik, Selbstbestimmung, Handlungsfähigkeit, Sozialstaat, Gesetzliche Grundlagen, Menschenwürde, Fähigkeitenansatz, Solidarität, Interventionsmethodik, Lebensführung, Gerechtigkeit, soziale Teilhabe.
Die Arbeit untersucht die Relevanz einer „Ethik des guten Lebens“ für die professionelle Soziale Arbeit und analysiert, wie normative Vorstellungen in der Praxis begründet werden können.
Zu den Kernbereichen zählen die philosophische Ethik, das Konzept der „starken vagen Konzeption des Guten“ nach Martha Nussbaum sowie die Analyse der schweizerischen Sozialgesetzgebung.
Ziel ist es zu klären, ob eine Konzeption des guten Lebens für die Zielbestimmung der Sozialarbeit handlungsleitend sein kann und welche Bedeutung dies für den Auftrag der Sozialarbeit hat.
Es wird eine ethische Diskursanalyse durchgeführt, die normative philosophische Theorien mit rechtlichen Dokumenten (Verfassungen/Gesetze) vergleicht und in den sozialarbeitswissenschaftlichen Kontext übersetzt.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Nussbaum), den Vergleich mit staatlichen Gesetzen und die aktuelle fachliche Debatte innerhalb der Sozialarbeit über den Umgang mit Werten und Normen.
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Sozialarbeit, Gutes Leben, Martha Nussbaum, Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit.
Laut Nussbaum hat der Staat die Aufgabe, strukturelle, materielle und pädagogische Bedingungen zu schaffen, die es allen BürgerInnen ermöglichen, grundlegende Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben zu entwickeln.
Solidarität wird als notwendige Bedingung für ein gerechtes Zusammenleben betrachtet und als ein zentraler Begründungszusammenhang für den Sozialstaat und die Existenzberechtigung der Sozialarbeit identifiziert.
Der Autor plädiert dafür, dass SozialarbeiterInnen ihre eigenen Normalitätsvorstellungen reflektieren müssen, um im Dialog mit den KlientInnen eine gemeinsame Problemsicht und Zukunftsvorstellung zu erarbeiten, ohne dabei KlientInnen zu bevormunden.
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