Masterarbeit, 2013
236 Seiten, Note: 1,3
1. Management Summary
2. Einführung
2.1 Ausgangssituation im Familienunternehmen Bussmann
2.2 Praktische und theoretische Bedeutung des Enterprise Risk Management (ERM)
2.3 Zielsetzung
2.4. Methodik
2.5 Aufbau der Thesis
3. Einflussfaktoren
3.1 Gesetzliche Grundlagen nach KonTraG
3.2 Deutscher Corporate Governance Kodex
3.3 Deutscher Rechnungslegungs-Standard Nr. 5
3.4 Risk Management Standards: COSO und ISO 31000
3.5 Problematik der Nachfolge in Familienunternehmen
3.6 Kapitalisierung in Familienunternehmen
3.7 Kapitalmarkt und Bedeutung des Ratings nach Basel II
3.8 Entscheidungstheorie: Bewertung von Risiken
3.9 Kognitive Verzerrungen im Entscheidungsprozess
3.10 Aktuelle Bedeutung des Risikomanagements
3.11 Zusammenfassung des Kapitels
4. Elemente des Enterprise Risk Management
4.1 Definition des Risikos
4.2 Enterprise Risk Management (ERM)
4.3. Ziele des Enterprise Risk Management
4.4 Qualitative Begründung für ein Enterprise Risk Management
4.5 Wertorientierte strategische Steuerung durch ERM
4.6 Risikomanagementprozess
4.6.1 Risikopolitik und Risikokultur des Unternehmens
4.6.2 Festlegung der Risikofelder
4.6.3 Risikoidentifikation
4.6.3.1 Risk Taxonomy
4.6.3.2 Risikoregister
4.6.4 Risikobewertung
4.6.4.1 Scoring-Modelle
4.6.4.2 Von Heat Maps zur intelligenten Risk Map
4.6.4.4 Value-at-Risk und Simulation
4.6.5 Risikosteuerungsstrategien
4.6.5.1 Konzept des „Natural Owner of Risk“
4.6.5.2 Risikovermeidung
4.6.5.3 Risikoverminderung
4.6.5.4 Risikoüberwälzung
4.6.5.4.1 Versicherungen
4.6.5.4.2 Derivate
4.6.5.5 Risiken tragen
4.6.6. Risikoüberwachung
4.6.6.1 Risikocontrolling im Kontext des Controlling
4.6.6.2 Risikoperformance messen und steigern
4.6.7. Organisation des Risikomanagement
4.6.9 Implementierung von ERM
4.7 Zusammenfassung des Kapitels
5. Ausgestaltung des ERM in einem Familienunternehmen
5.1 Definition eines Familienunternehmens
5.2 Risikopotenziale und Risikoneigung in Familienunternehmen
5.3. Organisatorische Gestaltung
5.4 Instrumente des Enterprise Risk Management in Familienunternehmen
5.5 Zusammenfassung des Kapitels
6. Installation des ERM im Unternehmen Bussmann
6.1 Untersuchungsgegenstand: Familienunternehmen Bussmann
6.2 Bisheriges Business Modell und Strategie
6.3 Strategie 2015 und das Ziel „Dienstleistungskompetenz“
6.4 Organisation des Familienunternehmens
6.5 Überblick über die Finanzstruktur & Gesellschaftsformen
6.6 Implementierung des ERM im Unternehmen
6.6.1 Risikostrategie und Risikopolitik bei Bussmann
6.6.2 Risikoidentifikation
6.6.2.1.Empirie: Interviewpartner Risikoidentifikation
6.6.2.2 Ergebnisse der Risikoidentifikation
6.6.3 Risikobewertung
6.6.3.1 Workshop „Risikobewertung“
6.6.3.2 Ergebnisse der Risikobewertung
6.6.4 Risikoaggregation
6.6.5 Risikotragfähigkeit und Risk Appetite
6.6.6 Bestimmung der Risikosteuerungsstrategie
6.6.7 Risikoüberwachung und Risk Reporting
6.7 MIS, IKS und ERM bei Bussmann
6.8 Organisation des ERM-Prozesses
6.9 Ausgewählte Risiken bei Bussmann und Ihre strategische Steuerung
6.9.1 Risiko volatiler Kraftstoffkosten
6.9.1.1 Abwälzungsstrategie mittels Hedging
6.9.1.2 Auswahl des Derivates
6.9.2 Risiken im Immobilienbereich
6.9.3 Strategische Risiken
6.9.4 Risiko Nachfolge- und Erbschaftsplanung
6.10 Ergebnisse der Implementierung
6.10.1 Wertorientierte Unternehmensführung
6.10.2 Portfoliomanagement im Familienunternehmen
6.11 Implementierungserfahrungen im allgemeinen Kontext
6.12 Zusammenfassung
7. Zusammenfassung & Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines praxisnahen Enterprise Risk Management (ERM) Konzepts, das speziell auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Familienunternehmen zugeschnitten ist, um Entscheidungsprozesse zu fundieren und strategische Ziele abzusichern.
Die Dynamik des modernen Wirtschaftsgeschehens
Für jedes wirtschaftlich handelnde Subjekt ist die Abwägung von Chancen und Risiken der Kern seiner Entscheidungsfindung. Die Vernachlässigung sowohl von Chancen als auch Risiken führt über kurz oder lang zum Ausscheiden eines Marktteilnehmers. Die intelligente Nutzung von Chancen verbunden mit der richtigen Risikostrategie verspricht dagegen den Markterfolg. Dieser Abwägungsprozess stellt sich vor dem Hintergrund eines aktuell äußerst turbulenten Wirtschaftsgeschehens als besonders schwierig dar: Phasen rasanten Wachstums werden von plötzlichen Einbrüchen der Konjunktur gefolgt; die Volatilität und Geschwindigkeit dieser Ereignisse erreichen eine bislang ungewohnte Dynamik. Das Vertrauen in eine stabile Entwicklung und verlässliche Planung sinkt, eine Prognostik traut sich kein seriöser Marktteilnehmer auf Grund der Komplexität und Intransparenz des Geschehens zu. Das Risikopotenzial nimmt gefühlt bei allen Marktteilnehmern ständig zu.
Überraschend war der unvermittelte Zusammenbruch der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers Inc. am 15. September 2008, ein vorher unvorstellbares Großereignis, das wie ein „schwarzer Schwan“ für den Widerspruch der eben noch herrschenden Theorie der Finanzmärkte gilt. Die Insolvenz löste Schockwellen an den Finanzmärkten aus, die in Folge des global organisierten Wertpapier- und Derivatehandels unmittelbar auch in Deutschland spürbar waren und zu einer plötzlichen Verknappung der Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken führten. Die Anzahl von Großereignissen, die scheinbar außerhalb der Bandbreite von Wahrscheinlichkeiten auftreten, verdichtet sich: 11. September 2001, Irak-Krieg, Ölpreis-Schocks, Fukushima, jeder hat Beispiele parat.
1. Management Summary: Einleitende Übersicht über die Zielsetzung, Methodik und Ergebnisse der Thesis im Kontext von ERM-Konzepten für Familienunternehmen.
2. Einführung: Analyse des turbulenten Marktumfelds und der Notwendigkeit systematischer Risikostrategien, verbunden mit einer Vorstellung des Untersuchungsobjekts Bussmann.
3. Einflussfaktoren: Beleuchtung der regulatorischen Rahmenbedingungen (KonTraG, DCGK) sowie betriebswirtschaftlicher Faktoren wie Nachfolge, Kapitalisierung und kognitiver Verzerrungen im Entscheidungsprozess.
4. Elemente des Enterprise Risk Management: Theoretische Fundierung des ERM, Definition von Risiken und detaillierte Darstellung der Prozessschritte von der Identifikation bis zur Überwachung.
5. Ausgestaltung des ERM in einem Familienunternehmen: Spezifizierung der ERM-Anforderungen und Risikopotenziale unter Berücksichtigung der Besonderheiten von Familienunternehmen.
6. Installation des ERM im Unternehmen Bussmann: Praktischer Transfer der theoretischen Konzepte auf das Fallbeispiel Bussmann inklusive Simulationsanalysen und Ableitung von Steuerungsstrategien.
7. Zusammenfassung & Ausblick: Abschließende Synthese der Ergebnisse sowie Reflexion über den Nutzen und die Grenzen des Risikomanagements in mittelständischen Strukturen.
Enterprise Risk Management, ERM, Familienunternehmen, Risikomanagement, Risikokultur, Risikoaggregation, Monte-Carlo-Simulation, Risikobewertung, Wertorientierte Unternehmensführung, KMU, Risikoidentifikation, Risikosteuerung, Business Governance, Kennzahlen, Entscheidungsfindung.
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung eines Enterprise Risk Management-Systems (ERM) in mittelständischen Familienunternehmen, um Risiken systematisch zu steuern und Chancen besser zu nutzen.
Themen sind die Analyse regulatorischer Einflüsse (KonTraG), die Berücksichtigung familienspezifischer Besonderheiten, die qualitative und quantitative Risikobewertung sowie die strategische Unternehmenssteuerung.
Ziel ist es, ein flexibles und pragmatisches Risikomanagement-System zu konzipieren, das den Entscheidungsprozess in Familienunternehmen nachhaltig unterstützt, ohne durch übermäßige Bürokratie den Betrieb zu belasten.
Es kommen qualitative Experteninterviews, Konzepte der Verhaltensökonomie (kognitive Verzerrungen) und statistische Verfahren wie die stochastische Szenarioanalyse mit Monte-Carlo-Simulation zum Einsatz.
Neben der theoretischen Herleitung des ERM bildet die detaillierte Fallstudie der Hermann Bussmann GmbH den Kern, in der das theoretische Modell praktisch auf operative Risiken übertragen wird.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Risiko-Rendite-Profil, Risikotragfähigkeit, Natural Owner of Risk, Simulation und wertorientierte Unternehmensführung.
In Familienunternehmen ist die Familie der wichtigste Stakeholder. Ihre spezifische Risikoneigung, informelle Einflussnahme und die Herausforderung der Nachfolgeregelung müssen bei der Gestaltung des ERM zwingend berücksichtigt werden.
Der Autor stellt fest, dass das ERM zwar ein hervorragendes Werkzeug zur Steuerung operativer und strategischer Risiken ist, jedoch keine Lösung für die konfliktgeladenen, emotionalen Prozesse einer Nachfolgeplanung bietet.
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