Magisterarbeit, 2008
154 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1 Mehr als ein Audioguide
1.2 Inhaltlicher Überblick
2. Service im Museum
2.1 Bedeutung
2.2 Begriff
2.3 Zeitliche und inhaltliche Differenzierung
2.4 Einordnung mobiler Führungsgeräte
2.5 Servicemanagement
2.6 Ziele
3. Mobile Führungsgeräte im Museum
3.1 Begriff im Kontext der Neuen Medien
3.2 Der klassische Audioguide
3.2.1 Definition und Entstehung
3.2.2 Nutzen und Ziele
3.2.3 Technische Umsetzung
3.3 Der Multimedia-Guide
3.3.1 Definition und Entstehung
3.3.2 Nutzen und Ziele
3.3.3 Technische Umsetzung
3.4 Gruppenführungsgeräte
3.5 Zusatzfunktionen
3.5.1 Interaktion
3.5.2 Barrierefreie Nutzung
3.5.3 Bookmarking
3.5.4 Integrierte Nutzeranalysen
3.6 Kritische Überlegungen
4. Empirische Untersuchung
4.1 Ziel und Methode
4.2 Ergebnisse der Museumsuntersuchungen
4.2.1 Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
4.2.2 Das Kunsthistorische Museum Wien
4.2.3 Das Bank Austria Kunstforum Wien
5. Erfolgsfaktoren im Überblick
6. Kosten, Nutzen und Ziele im Überblick
7. Fazit
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Stand und neue Trends bei mobilen Führungsgeräten als Serviceinstrument in Museen zu evaluieren, um Ängste abzubauen, Erfolgsfaktoren zu definieren und Entscheidungshilfen für die Implementierung anzubieten.
3.1 Begriff im Kontext der Neuen Medien
Unter dem Begriff „mobile Führungsgeräte“ werden im Folgenden Audioguides, Multimedia-Guides und Gruppenführungsgeräte verstanden. Doch in welchen übergeordneten Kontext lassen sie sich einordnen? Grundsätzlich gehören sie zu den Medien im Museum. Ein Medium dient der Kommunikation und vermittelt Inhalte zwischen einem Kommunikator und einem Rezipienten, deren Rollenverteilung stabil ist (vgl. Puppis, 2007, S. 32). Im Museum ist der Besucher der Rezipient, der über das Medium „mobiles Führungsgerät“ Inhalte vermittelt bekommt. Je nach Gestaltung des Führungsgerätes kann man das Medium auch zu den neuen Medien zählen. Unter diesem Begriff werden Medien zur Wissensvermittlung verstanden, die in digitalisierter Form erreichbar sind und sich durch eine hypermediale Struktur auszeichnen. Hypermedial bedeutet, dass es sich um einen nicht-linearen Text handelt, verschiedene Medien integriert sind und interaktive Elemente verwendet werden. (vgl. Reiter, 2001, S. 21).
Ein nicht-linearer Text ist ein so genannter Hypertext, das heißt, seine Struktur ist nicht hierarchisch aufgebaut, sondern ist durch Querverweise vernetzt, so dass der Benutzter selbst darüber entscheiden kann, welche Verknüpfungen er verfolgt und wie tief er in die Struktur eintaucht (vgl. Reiter, 2001, S.22). Ziel neuer Medien im Museum ist neben den in Kapitel 2.6 beschriebenen Servicezielen vor allem eine gelungene kommunikative Strategie in der Vermittlungsarbeit. Denn wie Wohlfromm treffend feststellt: „Objekte erklären sich nicht von allein. Sie erzählen weder ihre Geschichte noch ihre Bezüge. Haben der Kurator oder das Ausstellungsteam eine Aussage im Sinn, müssen sie sich kommunikativer Strategien bedienen“ (2001, S.33). Neue Medien dienen somit vor allem als Informations- und Präsentationsinstrumente in der Ausstellung (vgl. Wohlfromm, 2001, S.54f). Neben den mobilen Führungsgeräten sind Informationsterminals, die an einem fest installierten Platz im Museum stehen und meist visuell mit dem Besucher in Interaktion treten, die bekanntesten Vertreter neuer Medien im Museum. Diese werden in der vorliegenden Arbeit jedoch nicht näher betrachtet.
1. Einführung: Die Einleitung begründet die Relevanz moderner Führungsgeräte als Serviceinstrument und stellt die These auf, dass diese trotz Vorurteilen eine Chance für Museen bieten.
2. Service im Museum: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen des Servicemanagements, ordnet mobile Führungsgeräte als Value-Added-Service ein und definiert strategische Ziele.
3. Mobile Führungsgeräte im Museum: Hier erfolgt eine detaillierte technische und inhaltliche Differenzierung von Audioguides, Multimedia-Guides und Gruppenführungsgeräten sowie eine Betrachtung neuer Trends und Zusatzfunktionen.
4. Empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise (Interviews und Besucherbefragungen) und präsentiert die Ergebnisse der Fallstudien in drei spezifischen Museen.
5. Erfolgsfaktoren im Überblick: Eine tabellarische Zusammenfassung der kritischen Erfolgsfaktoren für Inhalt, Technik und Handhabung.
6. Kosten, Nutzen und Ziele im Überblick: Eine strukturierte Gegenüberstellung der finanziellen Investitionen sowie der strategischen und operativen Vorteile.
7. Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass mobile Führungsgeräte ein wertvolles Instrument sind, sofern sie passend in das Gesamtkonzept eines Museums eingebettet werden.
Museumsmanagement, Audioguide, Multimedia-Guide, Serviceorientierung, Besucherzufriedenheit, Digitalisierung, Interaktion, Barrierefreiheit, Erfolgsfaktoren, Wissensvermittlung, Marketing, Besucherbindung, Empirische Untersuchung, Museumsservice, Neue Medien
Die Arbeit untersucht, wie mobile Führungsgeräte als modernes Serviceinstrument dazu beitragen können, das Besuchererlebnis in Museen zu verbessern und die Institutionen zukunftsfähig aufzustellen.
Die Untersuchung deckt die theoretischen Grundlagen des Servicemanagements im Museum ab, vergleicht verschiedene Gerätetechnologien und analysiert deren Nutzen, Kosten und Erfolgsfaktoren in der Praxis.
Das Hauptziel besteht darin, den derzeitigen Stand sowie neue Trends mobiler Führungsgeräte aufzuzeigen und durch empirische Belege zu begründen, warum diese Geräte ein erfolgversprechendes Besucherserviceinstrument sind.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse, teilstrukturierten Experteninterviews mit Geräteherstellern und Museumsverantwortlichen sowie qualitativen Kurzbefragungen von Museumsbesuchern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffs- und Bedeutungsklärung von Service im Museum und eine detaillierte technische Vorstellung der verschiedenen Gerätetypen inklusive aktueller Zusatzfunktionen wie Bookmarking und Interaktion.
Wichtige Begriffe sind Museumsmanagement, Audioguide, Multimedia-Guide, Serviceorientierung, Besucherzufriedenheit, Interaktion, Barrierefreiheit und Erfolgsfaktoren.
Der Multimedia-Guide geht über die reine Audio-Wiedergabe hinaus, indem er computergestützte Funktionen wie Video, Bilder, Animationen sowie eine interaktive Benutzerführung und Rückmeldemöglichkeiten via Touchscreen integriert.
Die Herausforderungen liegen vor allem im hohen personellen Aufwand für die grafische Vorbereitung, der Klärung von Urheber- und Bildrechten sowie der wirtschaftlichen Kalkulation bei unklaren Absatzzahlen.
Die Museen bestätigen, dass ein erfolgreiches System zu 50 Prozent aus dem Gerät und zu 50 Prozent aus dem Inhalt besteht; zudem ist die einfache, intuitive Bedienung für alle Altersgruppen entscheidend.
Dies ist weniger der Art der Ausstellung geschuldet als vielmehr der Tatsache, dass Kunstmuseen tendenziell ein Bildungsbürgertum ansprechen und durch eine stärkere finanzielle und personelle Ausstattung eher in der Lage sind, innovative Vermittlungsprojekte umzusetzen.
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