Bachelorarbeit
42 Seiten
1. Einleitung
2. Einführung in die Bürokratie
2.1 Soziologisch nach Max Weber – Bürokratie als rationale Form der legalen Herrschaft?
2.2 Ökonomische Betrachtung: Public Choice Theorie
3. Verwaltung der Europäischen Union
3.1 Historischer Rückblick, Aufbau und Funktionsweise der Europäischen Kommission und Administration
3.2 Superiorität der Europäischen Administration?
4. Transformation der Bürokratiemodelle auf die Europäische Administration
4.1 Rational-legale Form der Herrschaft?
4.2 Effizienzanalyse der Europäischen Administration
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die bürokratischen Strukturen der Europäischen Union unter Rückgriff auf soziologische und ökonomische Theorien. Ziel der Analyse ist es zu ergründen, ob die Europäische Administration den Idealtypus Max Webers erfüllt bzw. inwieweit ökonomische Ansätze, insbesondere die Public Choice Theorie, zur Erklärung des Verhaltens und der Effizienz der supranationalen Behörde herangezogen werden können.
2.1 Soziologisch nach Max Weber – Bürokratie als rationale Form der legalen Herrschaft?
An dieser Stelle wird das sogenannte Bürokratiemodell des bedeutenden Soziologen und Nationalökonomen Max Weber dargestellt und partiell analysiert. Hierbei geht es in erster Linie darum, ein grundlegendes Verständnis für dessen Werk herzustellen, welches für die darauffolgenden Modelle von großer Relevanz ist. Hierzu findet im Folgenden eine Betrachtung von Webers Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft von 1921 statt, welches in vielerlei wissenschaftlicher Dimension, sei es verwaltungs-, staats-, soziologie-, politik-, oder rechtswissenschaftlich, auf die Besonderheit der Bürokratie und deren gesamtgesellschaftliche Relevanz hinweist.
Die bürokratische Herrschaft ist mit ihrer Arbeitsteilung, Stetigkeit und auf fester Kompetenzabgrenzung fußenden Natur allen anderen Herrschaftsformen in Effektivität und Effizienz weit überlegen (Weber 2005). Zum Verständnis gilt es zu klären, was Max Weber unter dem Herrschaftsbegriff versteht: „Herrschaft soll heißen die Chance, für einen bestimmten Befehl bestimmten Inhalts bei angebbarer Person Gehorsam zu finden“ (Weber 2005: 38). Wichtig ist hierbei, dass Weber der erste seiner Zunft war, der den Begriff der Legitimität in die Staatsrechtslehre einführte und diese damit grundlegend veränderte (Anter & Breuer 2016a). Die Legitimität als Dogma anführend, unterscheidet er hierbei drei verschiedene Formen der Herrschaft: Zum einen die rationale oder auch legale Herrschaft, die auf „dem Glauben an die Legalität gesetzter Ordnungen und des Anweisungsrechts der durch sie zur Ausübung der Herrschaft Berufenen ruht“ (Weber 1956: 159).
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Gebilde der Europäischen Union vor und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der bürokratischen Charakterisierung sowie deren politisch-ökonomischer Einordnung.
2. Einführung in die Bürokratie: Hier werden die theoretischen Grundlagen durch Max Webers soziologische Betrachtung und die ökonomischen Erklärungsansätze der Public Choice Theorie gelegt.
3. Verwaltung der Europäischen Union: Das Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung, dem Aufbau der Europäischen Kommission und der Frage nach der Superiorität der europäischen Administration.
4. Transformation der Bürokratiemodelle auf die Europäische Administration: In diesem Teil werden die eingeführten Bürokriemodelle auf die empirischen Gegebenheiten der EU-Verwaltung angewandt, um deren Legitimation und Effizienz zu prüfen.
5. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und evaluiert die Anwendbarkeit der Theorien auf das einzigartige supranationale Gefüge der EU.
Europäische Union, Bürokratie, Max Weber, Public Choice Theorie, Europäische Kommission, Administration, Legitimität, Effizienz, Supranationalität, Rationalität, Herrschaft, bürokratische Organisation, Institutionenökonomik, öffentliche Verwaltung, Politik.
Die Arbeit analysiert die Verwaltung der Europäischen Union unter Anwendung klassischer bürokratiesoziologischer Konzepte von Max Weber sowie ökonomischer Erklärungsmodelle der Public Choice Theorie.
Die zentralen Themenfelder umfassen die strukturelle Analyse der EU-Kommission, die Frage nach der supranationalen Demokratie und Legitimität sowie die Effizienz der bürokratischen Leistungen.
Das Ziel ist es, die Eigenart und die organisatorischen Besonderheiten der europäischen Administration im Lichte bestehender Bürokrietheorien kritisch zu beleuchten und deren Leistungsfähigkeit zu hinterfragen.
Die Arbeit bedient sich einer Literaturanalyse sowie einer politökonomischen Analyse, die theoretische Ansätze mit empirischen Daten, etwa zur Entwicklung des EU-Verwaltungsbudgets, verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Bürokratiebegriffe (Weber/Public Choice) und deren Anwendung auf die konkreten Strukturen und Entscheidungsprozesse der Europäischen Union.
Wichtige Begriffe sind Supranationalität, Public Choice, bürokratische Transformation, administrative Legitimität und die Rolle der Europäischen Kommission.
Die Arbeit stellt heraus, dass die EU-Verwaltung durch eine spezifische supranationale Ausrichtung und ein komplexes System aus General- und Exekutivdirektionen geprägt ist, das sich in seiner Arbeitsweise teilweise fundamental von klassischen Nationalverwaltungen unterscheidet.
Die Theorie dient dazu, die Eigeninteressen der Akteure (Bürokraten) innerhalb der EU-Behörden zu beleuchten – insbesondere deren Bestreben nach Budgetmaximierung und Machtausweitung.
Die Analyse zeigt einen stetigen Anstieg der Verwaltungsausgaben seit 1971, wobei die Anzahl der Mitarbeiter eine gewisse Sättigung erfahren hat, was kritische Fragen zum Effizienzargument aufwirft.
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