Masterarbeit, 2019
89 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
2 Forschungsüberblick und Chronologie
3 Der indische Subkontinent am Vorabend des Krieges 1756
3.1 Das Mogulreich bis 1756
3.2 Die europäischen Handelskompanien
3.2.1 Die East India Company
3.2.2 Die Compagnie des Indes
3.2.3 Die Vereenigde Oostindische Compagnie
4 Der Siebenjährige Krieg
4.1 Auf dem europäischen Schauplatz
4.2 Auf dem nordamerikanischen Schauplatz
5 Der Dritte Karnatische Krieg
5.1 Ziele der Kriegsteilnehmer
5.2 Die Sichtweisen der europäischen Kriegsteilnehmer
5.2.1 The Revolution in Bengal
5.2.2 Le politique Indien
5.3 Ausblick und Bedeutung des Dritten Karnatischen Krieges
6 Zusammenfassung
7 Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Quellenverzeichnis
7.2 Literaturverzeichnis
8 Anhang
8.1 Vorder-Indien
8.2 Gangesdelta
Die vorliegende Arbeit untersucht den indischen Kriegsschauplatz („Dritter Karnatischer Krieg“) während des Siebenjährigen Krieges. Das Ziel ist es, die spezifischen indischen Interessen und deren Verflechtung mit dem globalen Konflikt zwischen Großbritannien und Frankreich durch die Analyse zeitgenössischer Quellen (Memoranden) offenzulegen und die bisherige Forschungslücke zu schließen, die Indien oft nur als Randerscheinung behandelte.
5.2.1 The Revolution in Bengal
Unter dem Titel „Memoirs of the Revolution in Bengal Anno. Dom. 1757. By which Meer Jaffeir was raised to the Government of that Province, together with those of Bahar and Orixa. Including the Motives to this Enterprize; the Method in which it was accomplished; and the Benefits that have accrued [sic!] from thence to that Country, our United Company trading to the East Indies, and to the British Nation“ veröffentlichten John Campbell und William Watts 1760 die Darstellung der Ereignisse aus britischer Sicht.
Wie man bereits dem Titel entnehmen kann, handelt es sich bei dieser Quelle um die Memoiren bzw. im weiteren Sinne um eine historische Darstellung der Herren Watts und Campbell, da die geschilderten Begebenheiten keiner Person direkt zugeordnet werden können bzw. kein lyrisches Ich/Wir spricht und kein Unterschied zwischen selbst Erlebtem und von anderen Geschildertem gemacht wird. Darüber hinaus verrät bereits der Titel, dass die Ereignisse der Jahre 1756–1761 als ‚Revolution‘ gesehen werden. Dennoch oder gerade deshalb handelt sich um eine authentische Quelle, die in sehr gutem Schriftbild verfügbar ist, das von Gale Cengage Learning digital bereitgestellt wird. Im Folgenden wird die Schilderung von Campbell und Watts chronologisch analysiert werden, wobei ein Großteil der Kritik und Interpretation in die Fußnoten verlagert wurde, um im Text den roten Faden beibehalten zu können.
Die Verfasser beginnen ihre ‚Memoiren‘ bereits im Vorwort mit der Bekanntgabe des Zieles zu zeigen, „how one of our finest Settlements in the East Indies was suddenly sacked and subverted by the Impetuosity of a young Man, intoxicated with Sovereign Power“, den man erst im Hauptteil als Siraj ud-Daulah kennenlernt. Kurz darauf folgt ein Lob auf die königlichen Streitkräfte, ohne die alles verloren gewesen wäre und die den Namen Großbritannien wieder reingewaschen hätten.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema des bisher in der Forschung vernachlässigten indischen Schauplatzes des Siebenjährigen Krieges.
2 Forschungsüberblick und Chronologie: Skizzierung der bestehenden Forschungsliteratur und Begründung der Bedeutung des Themas in den globalen Konfliktstrukturen.
3 Der indische Subkontinent am Vorabend des Krieges 1756: Analyse der politischen Lage im Mogulreich und der Rolle der drei europäischen Handelskompanien.
4 Der Siebenjährige Krieg: Darstellung des globalen Konflikts mit Fokus auf die Schauplätze in Europa und Nordamerika als notwendiger Hintergrund für die indischen Ereignisse.
5 Der Dritte Karnatische Krieg: Zentrale Analyse des indischen Konflikts zwischen Briten und Franzosen anhand von zeitgenössischen Memoranden und politischen Untersuchungsschriften.
6 Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse zur rechtlichen und politischen Bewertung der britischen Intervention in Bengalen.
7 Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und historischer Fachliteratur.
8 Anhang: Visualisierung der territorialen Veränderungen durch historisches Kartenmaterial.
Siebenjähriger Krieg, Dritter Karnatischer Krieg, British East India Company, Compagnie des Indes, Siraj ud-Daulah, Robert Clive, Bengalen, Mogulreich, Kolonialpolitik, Handelsmonopole, Schlacht bei Plassey, Indien, globale Konflikte, Souveränität, Quellenkritik
Die Arbeit untersucht die Ereignisse in Indien während des Siebenjährigen Krieges und hinterfragt, warum dieser Schauplatz in der bisherigen Forschung im Vergleich zu Europa und Nordamerika unterrepräsentiert ist.
Im Zentrum stehen die East India Company (EIC), die Compagnie des Indes (CdI) sowie die lokalen indischen Herrscher, insbesondere Siraj ud-Daulah.
Es geht darum, die Sichtweisen der jeweiligen europäischen Kriegsparteien auf Indien anhand von zeitgenössischen Quellen herauszuarbeiten und zu prüfen, ob die Intervention als Verteidigungsakt oder als gezielter Machtausbau zu werten ist.
Die Autorin/der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse zweier Memoranden und politischer Schriften der Zeit (u.a. Campbell/Watts und Roubaud), um die subjektiven Perspektiven der Akteure zu spiegeln.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ausgangslage in Indien, den Verlauf der Handelsrivalitäten und die Rechtfertigungsstrategien der Briten und Franzosen bezüglich des Ausbruchs des „Dritten Karnatischen Krieges“.
Die Arbeit zeichnet sich durch einen stark quellenorientierten Ansatz aus und hinterfragt kritisch die „offizielle“ Darstellung der frühen britischen Kolonialgeschichte durch die Beteiligten selbst.
Das „Black Hole of Calcutta“ wird in der britischen Darstellung als zentrales Motiv für die Rechtfertigung militärischer Gewalt gegen Siraj ud-Daulah verwendet, während neuere Forschung die historische Präzision dieses Narrativs in Zweifel zieht.
Die VOC verhielt sich während des Konflikts weitgehend neutral und war militärisch kaum in die Kampfhandlungen involviert, weshalb der Fokus des Autors auf den aktiveren Akteuren EIC und CdI liegt.
Die Quellen von Campbell und Watts stilisieren den Sturz des Nawab als „Revolution“, um die britischen Maßnahmen zur Machtübernahme als notwendige Stabilisierungsmaßnahme erscheinen zu lassen.
Roubaud einerseits kritisiert die Gier nach Kolonien und das militärische Handeln der EIC, plädiert aber andererseits für eine starke direkte französische Herrschaft, was seine eigene Argumentation über die Schädlichkeit kolonialer Abenteuer untergräbt.
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