Bachelorarbeit, 2017
76 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Alkohol
2.1 Begriffserklärung
2.2 Wirkung
2.3 Folgen des Alkoholkonsums
3. Alkoholismus / Alkoholabhängigkeit / Alkoholmissbrauch
3.1 Begriffserklärung
3.2 Klassifikation
3.3.1 ICD-10
3.3.2 DSM-V
4. Jugendalter
4.1 Adoleszenz und Pubertät
4.2 Entwicklungsaufgaben
4.3 Lebensphase Jugend
5. Jugendlicher Alkoholkonsum
5.1 Gesetzliche Vorgaben
5.2 Epidemiologie
5.2.1 Prävalenzen
5.2.2 Alkoholintoxikation
5.2.3 Alter, Getränkepräferenzen und Wirkerwartungen
5.3 Ätiologie
5.3.1 Neurobiologisches Erklärungsmodell (DROGE)
5.3.2 Psychologisches Erklärungsmodell (INDIVIDUUM)
5.3.3 Entwicklungspsychologisches Modell (INDIVIDUUM)
5.3.4 Persönliche Einflussfaktoren (INDIVIDUUM)
5.3.5 Soziale und gesellschaftliche Einflussfaktoren (SOZIALFELD)
6. Prävention und Gesundheitsförderung
6.1 Begriffserklärung
6.2 Kategorien von Prävention
6.3 Suchtprävention bei Jugendlichen
6.3.1 Universelle Präventionsangebote
6.3.2 Selektive Präventionsangebote
6.3.3 Indizierte Präventionsangebote
6.3.4 Akteure und Strukturen der Suchtprävention in Deutschland
7. Definition und Gegenstand der Sozialen Arbeit
7.1 Soziale Probleme nach Staub - Bernasconi
7.2 Lebensweltorientierung nach Thiersch
8. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den jugendlichen Alkoholkonsum unter den Aspekten der Epidemiologie und Ätiologie sowie der Suchtprävention. Ziel ist es zu eruieren, inwiefern der Konsum als Herausforderung für die Soziale Arbeit in der Suchthilfe zu verstehen ist und wie Jugendliche unterstützt werden können, ein adäquates Verhältnis zum Substanzkonsum aufzubauen.
5.3.1 Neurobiologisches Erklärungsmodell (DROGE)
Bei dem neurobiologischen Modell steht das mesolimbische - mesokortikale dopaminergene Belohnungssystem im Vordergrund. Als Belohnung („reward“) wird ein Objekt oder ein Erlebnis bezeichnet, welches eine Annäherung durch eine Person oder ein Tier verursacht, obwohl das Ziel (die Belohnung) nicht ohne Mühen zu erreichen ist. Mögliche Belohnungen können unter anderem Essen, Sex oder Suchtmittel sein. (Vgl. Rommelsbacher 2009, S. 97)
Als „Eintrittspforte“ dienen dopaminergene Neuronen. Hierbei handelt es sich um Nervenzellen, in denen der Neurotransmitter Dopamin vorkommt. Durch Suchtstoffe wie Ethanol, aber auch Opiate, Cannabinoide, Nikotin sowie Kokain werden die Neuronen aktiviert. Dies geschieht sowohl direkt, als auch indirekt über die Aktivierung von anderen Neuronentypen (z.B. GABAergene Neurone). (Vgl. a.a.O., S. 99) Das Belohnungssystem kann in zwei Teilbereiche unterteilt werden: die „Wanting“ - Komponente als informativer und motivationaler Anteil und die „Liking“ - Komponente als hedonistischer Anteil des Belohnungssystems (vgl. a.a.O., S. 98).
Im „Wanting“ - Bereich geht es vor allem um Lernvorgänge in Bezug die Belohnung („reward-related learning“). Hier werden unter anderem Hinweisreize, die Bedeutung der Belohnung, motivationale Zustände, wie Hunger, Stress oder Entzugssymptome sowie Handlungen, die das Wohlergehen ermöglichen, verarbeitet, abgespeichert und reaktiviert. Hinweisreize können zum Beispiel Orte, an denen es die Belohnung gibt (äußerer Hinweisreiz) oder Gefühle, die der frühere Konsum ausgelöst hat (innerer Hinweisreiz) sein. Von dort werden Informationen gleichmäßig an die „Liking“ - Komponente weitergeleitet. Dabei wird die Belohnung hinsichtlich der Zeit zwischen dem Hinweisreiz und der Verfügbarkeit sowie ihrer Größe mit früheren Belohnungen verglichen. Fällt die Belohnung größer aus als erwartet, steigt die Aktivität. Fällt sie hingegen kleiner aus als erwartet, sinkt die Aktivität. Daran gekoppelt steigt bzw. sinkt auch die Motivation zu handeln. Zukünftige Handlungen werden dementsprechend optimiert. (Vgl. a.a.O., S. 97 f.)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des jugendlichen Alkoholkonsums vor dem Hintergrund aktueller Studien und definiert das Forschungsziel.
2. Alkohol: Dieses Kapitel beschreibt die Substanz Ethanol, ihre Wirkungsweise im menschlichen Körper sowie kurz- und langfristige gesundheitliche Folgen.
3. Alkoholismus / Alkoholabhängigkeit / Alkoholmissbrauch: Hier werden zentrale Begriffe definiert und die diagnostische Einordnung nach ICD-10 und DSM-V vorgenommen.
4. Jugendalter: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklungsphasen Pubertät und Adoleszenz sowie die für das Jugendalter spezifischen Entwicklungsaufgaben.
5. Jugendlicher Alkoholkonsum: Hier werden gesetzliche Rahmenbedingungen, epidemiologische Daten und ätiologische Erklärungsmodelle für riskanten Konsum dargelegt.
6. Prävention und Gesundheitsförderung: Das Kapitel erläutert Konzepte der Suchtprävention, unterteilt diese in Interventionskategorien und betrachtet Akteure und Strukturen in Deutschland.
7. Definition und Gegenstand der Sozialen Arbeit: Hier wird der theoretische Bezug zur Sozialen Arbeit hergestellt, insbesondere durch die Definition sozialer Probleme und die Lebensweltorientierung.
8. Schlussbetrachtung: Den Abschluss bildet eine Synthese der Erkenntnisse zur Verknüpfung von Jugend und Alkoholkonsum sowie eine Einordnung in das professionelle Handeln der Suchthilfe.
Jugendlicher Alkoholkonsum, Suchtprävention, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Epidemiologie, Ätiologie, Risikoverhalten, Entwicklungsaufgaben, Suchthilfe, Gesundheitsförderung, Substanzkonsumstörung, Jugendschutzgesetz, Suchtdreieck, Adoleszenz, Interventionsmethoden
Die Arbeit untersucht den Alkoholkonsum von Jugendlichen, die damit verbundenen Herausforderungen für die Soziale Arbeit und Möglichkeiten für eine effektive Suchtprävention.
Die Arbeit fokussiert sich auf epidemiologische Erkenntnisse, ätiologische Ursachenmodelle, suchtpräventive Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern und die theoretische Verankerung der Thematik in der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist es zu analysieren, warum Jugendliche Alkohol trinken und welche Unterstützungsmöglichkeiten vorhanden sind, um ein gesundes Verhältnis zur Substanz zu fördern.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer tiefgehenden Analyse der aktuellen Fachliteratur, epidemiologischer Studien sowie theoretischer Modelle der Sozialen Arbeit basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen zum Alkohol, psychologische und neurobiologische Modelle, epidemiologische Daten zum Konsumverlauf bei Jugendlichen sowie die Analyse präventiver Konzepte und des professionellen Auftrags der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit ist geprägt durch Fachbegriffe wie Suchtdreieck, Lebensweltorientierung, Risikoverhalten, Entwicklungsaufgaben und die Unterscheidung von Präventionskategorien (universell, selektiv, indiziert).
Selektive Prävention richtet sich an Jugendliche mit erhöhten Risikofaktoren, während indizierte Prävention bei Jugendlichen mit bereits bestehender Vorstufe einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ansetzt.
Sie ermöglicht es, den Alkoholkonsum Jugendlicher als Folge unbefriedigender Einbindung in soziale Systeme zu definieren und macht ihn zu einem legitimen Gegenstand für professionelle Soziale Arbeit.
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