Masterarbeit, 2022
100 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Interkulturelle Kompetenz an der Hochschule
2.1 Interkulturalität an der Hochschule
2.2 Interkulturelle Kompetenz
2.3 Interkulturelle Kompetenz im Hochschulkontext
3. Interkulturelle Trainings
3.1 Relevanz interkultureller Trainings
3.2 Interkulturelle Trainings an der Hochschule
3.3 Klassifikation von interkulturellen Trainings
3.4 Trainingstechniken im Hochschulkontext
3.5 Interkulturelle Lerntheorien
4. Gesprächsanalyse und interkulturelle Trainings
4.1 Grundlagen und Methoden der Konversationsanalyse
4.2 Methoden der Konversationsanalyse
4.3 Kultur und interkulturelle Kommunikation aus Sicht der Konversationsanalyse – Kultur als Praxis
5. Gesprächsanalytische Trainingskonzepte
5.1 Diskursanalytische Fortbildungskonzepte
5.2 Simulation authentischer Fälle
5.3 Musterhafter Ablauf eines gesprächsanalytisch orientierten Trainingskonzeptes an der Hochschule und praktische Umsetzungen
5.4 Anwendbarkeit der vorgestellten Konzepte
5.5 Vorteile an der Arbeit mit Transkripten
6. Konzeption eines gesprächsanalytisch basierten Trainings für internationale Studierende
6.1 Kulturtheoretische Grundlagen
6.2 Die Transkripte
6.2.1 Datenerhebung
6.2.2 Transkriptionskonventionen
6.3 Trainingsplanung
6.3.1 Trainingsvorbereitung
6.3.2 Programmentwicklung
6.4 Trainingskonzept /Trainingsdesign
7. Fazit
Die Arbeit entwickelt ein gesprächsanalytisch basiertes Trainingskonzept für internationale Studierende, um deren interkulturelle Kompetenzen im deutschen Hochschulkontext durch die Analyse authentischer Alltagsgespräche zu fördern. Ziel ist es, Studierende für die durch Kommunikation konstruierten kulturellen Zugehörigkeiten zu sensibilisieren und ihnen handlungsorientierte Reflexionsmöglichkeiten für akademische sowie private Interaktionssituationen zu bieten.
4.3 Kultur und interkulturelle Kommunikation aus Sicht der Konversationsanalyse – Kultur als Praxis
In der Ethnomethodologie wird der Mensch als kulturelles Wesen angesehen, der sich in einer von ihm selbst geschaffenen Welt von Bedeutungen bewegt, mit der ein ständiger Austausch stattfindet. Diese Bedeutungswelt muss sich vom Menschen angeeignet werden und wird stetig reproduziert (vgl. Leenen 2019: 38). Nach Geertz (1987) ist der Mensch somit „in selbstgesponnene Bedeutungsgewebe verstrickt“ (Geertz 1987: 9). Kultur wird aus gesprächs- und konversationsanalytischer Sicht als eine durch Sprechen und Zuhören bzw. Schreiben und Lesen hervorgebrachte Orientierung eigenen und fremden Handelns definiert:
„Was wir als Kultur wahrnehmen und benennen, wird demzufolge an der sprachlichen und sonst wie wahrnehmbaren Oberflache der Erscheinungsformen der Kommunikation immer wieder aufs Neue reproduziert und hervorgebracht“ (Hausendorf 2007: 403).
Somit ist Kultur ein dynamischer Prozess und das Individuum ist selbst ein lebendiges Element der Kultur und verstärkt diese positiv oder lehnt diese negativ ab, indem es sich in ihr bewegt (vgl. Leenen 2019: 70). In der Sprechpraxis wird von den Interagierenden eine Gesprächskultur mit gemeinsamen Normen, Werten und Wissenshintergründen hergestellt. In dieser Gruppe existieren Interaktionsrituale wie z.B. geteilte Formen der Höflichkeit, der Themenbehandlung und des konversationellen Stils (vgl. Hausendorf 2007: 7f). Kultur ist jedoch kein feststehender Vorrat an kulturellem Wissen, auf das sich Individuen bei ihren Handlungen beziehen, sondern die stetige Reproduktion von routinierten kulturellen Praktiken (vgl. Leenen 2019: 71). Viele Praktiken der Gesprächskultur bleiben in Gesprächen implizit, da sie innerhalb einer Kultur als normal gelten (vgl. Hausendorf 2007: 11). Bedeutungen werden jedoch nicht nur aus Sprache und Zeichen und nicht-sprachlichen Symbolen erschlossen, vielmehr ist das menschliche Handeln in Bezug zum Kontext bedeutsam. In der menschlichen Interaktion gibt es nichts, was nicht-bedeutsam oder kein Interpretationsgegenstand sein könnte (vgl. Leenen 2019: 39).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen internationaler Studierender im deutschen Hochschulkontext und begründet die Notwendigkeit interkultureller Trainings durch gesprächsanalytische Methoden.
2. Interkulturelle Kompetenz an der Hochschule: Dieses Kapitel definiert zentrale Begrifflichkeiten wie Kultur und interkulturelle Kompetenz und erörtert deren spezifische Bedeutung für Akteur*innen im universitären Bereich.
3. Interkulturelle Trainings: Hier werden Geschichte, Funktion und Klassifikationsmöglichkeiten von interkulturellen Trainings dargelegt sowie Lerntheorien diskutiert, die als Grundlage für Trainingskonzepte dienen.
4. Gesprächsanalyse und interkulturelle Trainings: Dieses Kapitel stellt die Methodik der Konversationsanalyse vor und überträgt das Konzept der "Kultur als Praxis" auf die Analyse sprachlicher Interaktionen.
5. Gesprächsanalytische Trainingskonzepte: Es werden bestehende Trainingsverfahren vorgestellt, kritisch bewertet und auf ihre Anwendbarkeit für die Zielgruppe der internationalen Studierenden geprüft.
6. Konzeption eines gesprächsanalytisch basierten Trainings für internationale Studierende: Dieses Kapitel enthält die detaillierte Planung und Beschreibung des neuen Trainingskonzepts, einschließlich Datengewinnung, Transkriptionsverfahren und Modulablauf.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung des Trainingsmoduls zusammen, reflektiert die methodische Herangehensweise und bewertet das Potenzial der Arbeit für zukünftige interkulturelle Bildungsangebote.
Interkulturelle Kompetenz, Hochschule, Gesprächsanalyse, Konversationsanalyse, interkulturelles Training, internationale Studierende, Transkription, kulturelle Identität, soziale Praxis, Kommunikation, Alltagsgespräch, Sprachenwechsel, Code-Switching, situierter Ansatz, Trainingskonzept.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines interkulturellen Trainings für internationale Studierende an deutschen Hochschulen unter Nutzung gesprächsanalytischer Methoden.
Zentrale Themen sind interkulturelle Kommunikationskompetenz, die theoretische Fundierung von interkulturellen Trainings sowie die praktische Anwendung der Gesprächsanalyse zur Reflexion eigener und fremder kultureller Praktiken.
Das Hauptziel ist die Entwicklung und Beschreibung eines praxisorientierten Trainingskonzepts, das internationale Studierende befähigt, interkulturelle Interaktionssituationen besser zu verstehen und zu bewältigen.
Es wird die Methode der Gesprächsanalyse bzw. Konversationsanalyse eingesetzt, um authentisches Sprachmaterial in Form von Transkripten als Grundlage für Reflexions- und Lernprozesse nutzbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung und die konkrete Ausarbeitung der Trainingsplanung, von der Datenerhebung bis zur detaillierten Beschreibung der Einzelmodule.
Die Arbeit lässt sich durch Keywords wie "Interkulturelles Training", "Gesprächsanalyse", "Hochschulkontext", "internationale Studierende" und "Kultur als Praxis" beschreiben.
Durch Reflexion der eigenen Gruppenzugehörigkeiten und die Erarbeitung des Konzepts, dass Studierende in verschiedenen Kontexten (akademisch, privat, kulturell) unterschiedliche Rollen und Zugehörigkeiten einnehmen.
Sie wirken als Zeitlupeneffekt für die Kommunikation, ermöglichen das Sichtbarmachen von impliziten Interaktionsmustern und Missverständnissen und bieten eine authentische Grundlage anstelle von theoretischen Modellen.
Da in den erhobenen Alltagsgesprächen internationaler Studierender das formelle Thema "Studium und Universität" kaum relevant wird, musste hier auf ergänzende E-Mail-Beispiele zurückgegriffen werden.
Sie ist zentral, da die Teilnehmenden durch den Vergleich von eigenen Erfahrungen mit den gezeigten Transkripten eine Betroffenheit aufbauen, die den Lernprozess nachhaltig unterstützt.
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