Examensarbeit, 2007
68 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Historischer Diskurs
2.1 „Wegbereiter“ des Sportunterrichts
2.2 Schulturnen nach Adolf SPIESS
2.3 Leibeserziehung der Reformpädagogik
2.4 Politische Leibeserziehung im Dritten Reich
2.5 Geteiltes Deutschland
2.5.1 Körpererziehung im Osten
2.5.2 Leibeserziehung im Westen
2.6 Sportunterricht seit den 70er Jahren
2.7 Zwischenfazit
3 Aktuelle Zielsetzungen anhand der DSB SPRINT-Studie
3.1 Zielebene der Lehrpläne
3.1.1 Stellenwert und Potenzial des Fachs
3.1.2 Ziele der Bewegungsbildung
3.1.3 Ziele der Allgemeinbildung
3.1.4 Leistung, Gesundheit und soziales Lernen
3.2 Zielsetzung aus Sicht der Schulleiter und Lehrer
3.3 Bedeutung der Ergebnisse
4 Legitimationsversuche
4.1 Pfeiler der Legitimation nach PÜHSE
4.1.1 Anthropologische Grundlegung
4.1.2 Sache
4.1.3 Kind und Jugendlicher
4.2 Vorteilsargumentation nach SCHERLER
4.2.1 Innerschulische Begründungen
4.2.2 Außerschulische Begründungen
4.2.2.1 Innersportliche Begründungen
4.2.2.1 Übersportliche Begründungen
4.3 Argumente nach BALZ
4.3.1 Erziehung zum Sport: Sportartenkompetenz
4.3.2 Erziehung im Sport: Handlungsfähigkeit
4.3.3 Erziehung durch Sport: Lebenskunst
4.4 Begründungsfaktoren nach GRÖSSING
4.4.1 Begründungsfaktor Anthropologie
4.4.1.1 Körperlichkeit
4.4.1.2 Bewegung
4.4.1.3 Sinn
4.4.1.4 Kultur
4.4.2 Begründungsfaktor Lebenswelt
4.4.2.1 Familie
4.4.2.2 Wohnbereich
4.4.2.3 Kindergarten und Grundschule
4.5 Zusammenfassung und Ergänzung
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimationsgrundlagen des Schulsports, um zu begründen, wozu dieses Fach im schulischen Fächerkanon existiert. Ziel ist es, den Legitimationsdruck zu reflektieren und anhand historischer Entwicklungen sowie aktueller Zielsetzungen, insbesondere der SPRINT-Studie, ein fundiertes Verständnis für die Bedeutung des Sportunterrichts zu entwickeln.
2.1 „Wegbereiter“ des Sportunterrichts
Die Integration der körperlichen Erziehung und des Trainings in das Bildungswesen ist keine neuzeitliche Erscheinung, sondern war schon in der griechischen und römischen Antike wichtiger Bestandteil einer harmonischen Gesamtausbildung. Das sogenannte Bildungsideal „Kalokagathia“ beschrieb das Streben nach körperlicher und geistlich-sittlicher Vollkommenheit.
Im europäischen Mittelalter (500-1500 n. Chr.), schreibt PROHL, seien die Leibesübungen von christlichen Idealen an den Rand gedrängt worden. Daher könne erst in der Neuzeit, die mit der Epoche der Aufklärung begann, vom Anfang einer - aus heutiger Sicht - sportpädagogischen Entwicklung gesprochen werden (vgl. PROHL 1999, S. 25). KRÜGER dagegen erläutert, dass „die Ausbildung körperlich-motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten und bestimmter Bewegungsformen und Bewegungstechniken […] seit Menschengedenken […] in allen Ländern eine - wenn auch unterschiedliche - Rolle [spielte]“ (KRÜGER 2001, S. 48). Als Beispiel nennt er u.a. die körperliche Ausbildung für Ritter und Knappen im europäischen Mittelalter (vgl. ebd., S. 29).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Legitimationsdruck des Sportunterrichts angesichts von Bildungsreformen und hinterfragt die Daseinsberechtigung des Faches.
2 Historischer Diskurs: Das Kapitel zeichnet die geschichtliche Entwicklung von den Anfängen der Leibesübungen über das Schulturnen nach Spiess und die Reformpädagogik bis hin zum heutigen Sportverständnis nach.
3 Aktuelle Zielsetzungen anhand der DSB SPRINT-Studie: Auf Basis empirischer Daten und Lehrplananalysen werden die aktuellen Ziele und der Stellenwert des Schulsports in Deutschland untersucht.
4 Legitimationsversuche: Es werden verschiedene wissenschaftliche Konzepte und Begründungsmodelle vorgestellt, die den Sportunterricht als unverzichtbaren Bestandteil schulischer Bildung legitimieren.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass der Sportunterricht aufgrund seiner einzigartigen Möglichkeit, körperliche, soziale und persönlichkeitsbildende Aspekte zu vereinen, gerade unter heutigen Bedingungen unabdingbar ist.
Sportunterricht, Legitimation, Schulsport, SPRINT-Studie, Leibeserziehung, Bildungsauftrag, Handlungsfähigkeit, Bewegungskultur, Sportpädagogik, Erziehung, Schulleiter, Lehrpläne, Gesundheit, soziale Verantwortung, Körperlichkeit.
Die Arbeit untersucht die Frage, wie die Existenz und Notwendigkeit des Sportunterrichts im schulischen Fächerkanon begründet werden kann.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Schulsports, die aktuellen Zielsetzungen aus Lehrplänen und die theoretischen Konzepte zur Legitimation des Faches.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Fach Sport trotz wechselnder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und Legitimationsdruck legitimiert und als unverzichtbar ausgewiesen werden kann.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Ergebnissen der DSB SPRINT-Studie, um eine fundierte, wissenschaftliche Begründung zu erarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Rückblick, eine Analyse aktueller Lehrplanziele anhand der SPRINT-Studie und eine detaillierte Gegenüberstellung verschiedener legitimatorischer Konzepte von Sportpädagogen.
Sportunterricht, Legitimation, SPRINT-Studie, Handlungsfähigkeit, Schulsport, Bewegungskultur, Bildung, Erziehung und Körperlichkeit.
Während Pühse mit einem dreigliedrigen Modell (Anthropologie, Sache, Kind/Jugendlicher) arbeitet, fokussiert Grössing stärker auf einen bewegungskulturellen Ansatz und grenzt diesen explizit vom klassischen Sportunterricht ab.
Der Doppelauftrag umfasst die „Erziehung zum Sport“ (Qualifikation für außerschulischen Sport) und die „Erziehung durch Sport“ (Förderung der Entwicklung und sozialer Werte), welche gemeinsam die Legitimation des Faches stützen.
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