Masterarbeit, 2020
94 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Zur Freiheit der Presse
2.1. Selbstverortung, Eigendefinition
2.2. Definitionen von Pressefreiheit
2.3. Stand der Pressefreiheit in Tschechien
3. Das tschechische Mediensystem
3.1. Definition von Mediensystem
3.2. Strukturen in Tschechien
3.3. Mediale und politische Entwicklungen vor 1989
3.4. Mediale und politische Entwicklungen in Tschechien ab 1989
3.5. Mediale und politische Entwicklungen von 2010 bis heute
4. Experteninterviews
4.1. Auswahl der Experten
4.2. Forschungsmethode: Die qualitativ-strukturierte Inhaltsanalyse
4.3. Forschungsfragen und -Erwartungen
4.4. Die Analyse der Experteninterviews
4.4.1. Kodierung
4.4.2. Analyseergebnisse
4.4.3. Zusammenfassung der Analyse
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Transformation der Pressefreiheit in Tschechien unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und politischer Veränderungen, insbesondere im Kontext des Aufstiegs populistischer Parteien wie ANO. Ziel ist eine fundierte Bestandsaufnahme der aktuellen medialen Lage und der damit verbundenen politischen Verflechtungen.
1. Einleitung
„all media systems are the result of explicit government policies, subsidies, grants of rights and regulations. [...] Indeed, to have anything close to competitive markets in media requires extensive government regulation in the form of ownership limits and myriad other policies”1
Ist wirklich jedes Mediensystem das Resultat expliziter Regierungspolitik? In Tschechien hat sich das Mediensystem in den letzten 20 Jahren durch massive politische Veränderungen und damit einhergehende Faktoren wie zum Beispiel eine veränderte Wirtschaftslage immer wieder verändert. Um zu klären, wie genau dies vonstattenging, wie das System funktioniert und welche Auswirkungen die Transformationsphase nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und damit der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik für das heutige Mediensystem hat und wie der Aufstieg populistischer Parteien, insbesondere die Partei ANO des Ministerpräsidenten Andrej Babiš, das Mediensystem veränderte – all diese Fragen sollen in dieser Masterarbeit bearbeitet werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Pressefreiheit, denn durch sie werden maßgebliche Veränderungen in den Mediensystemen erst sichtbar.
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den theoretischen Rahmen und die Problemstellung der Arbeit ab, indem sie die Transformation der Pressefreiheit in Tschechien vor dem Hintergrund politischer und ökonomischer Veränderungen beleuchtet.
2. Zur Freiheit der Presse: Dieses Kapitel definiert Pressefreiheit theoretisch und bietet eine Einordnung der aktuellen Situation in Tschechien im Vergleich zu internationalen Standards.
3. Das tschechische Mediensystem: Hier werden die Strukturen des Mediensystems analysiert und in drei historischen Epochen – vor 1989, nach 1989 bis 2010 sowie von 2010 bis heute – dargestellt.
4. Experteninterviews: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Expertenmeinungen und präsentiert die detaillierte Auswertung der geführten Interviews.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Auswirkungen der Transformationsprozesse auf die Medienlandschaft und Pressefreiheit in Tschechien.
Pressefreiheit, Tschechien, Mediensystem, Populismus, Andrej Babiš, Transformationsphase, Eigentümerstruktur, Medienunabhängigkeit, Experteninterviews, Qualität des Journalismus, Medientransformation, politische Parallelität, Zensur, Online-Medien, Medienmarkt.
Die Arbeit analysiert die Transformation der Pressefreiheit in Tschechien seit dem Ende des Kommunismus 1989, wobei der Fokus auf dem Einfluss politischer und ökonomischer Veränderungen auf das Mediensystem liegt.
Die Hauptthemen umfassen die Geschichte des tschechischen Mediensystems, die Entwicklung der Eigentümerstrukturen, den Einfluss populistischer Bewegungen – insbesondere der Partei ANO – auf die Medien sowie die Wahrnehmung von Pressefreiheit durch Experten.
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme, die klären soll, wie sich das Mediensystem durch politische und wirtschaftliche Faktoren verändert hat und inwiefern die Pressefreiheit heute gefährdet oder gegeben ist.
Es wird eine qualitativ-strukturierte Inhaltsanalyse in Anlehnung an Philipp Mayring verwendet, um die Erkenntnisse aus sieben Experteninterviews mit Medienmachern und Experten auszuwerten.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zum Mediensystem die historischen Epochen der tschechischen Medienentwicklung sowie die konkreten Analysen der Experteninterviews zur aktuellen Lage der Pressefreiheit dargelegt.
Die wichtigsten Begriffe sind Pressefreiheit, Mediensystem, Populismus, Medienkonzentration, Eigentümerstrukturen und die politische Transformation Tschechiens.
Durch den Kauf bedeutender Medienhäuser wie Mafra und sein politisches Amt als Regierungschef ergibt sich ein Interessenkonflikt, der laut Experten zu subtiler Einflussnahme und Veränderungen in der journalistischen Praxis führt.
Die Experten sind sich uneins; während einige die Pressefreiheit als gefährdet durch ökonomischen Druck und Eigentümerinteressen sehen, betonen andere die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien als unabhängiges Gegengewicht.
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