Magisterarbeit, 2008
137 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. I Theoretische Grundlagen
2.1 I.1 Musikalität als theoretisches Konstrukt
2.1.1 I.1.1 Anfänge der Musikalitätsforschung
2.1.2 I.1.2 Der Terminus Musikalität und sein begriffliches Umfeld
2.1.3 I.1.3 Definitionsmöglichkeiten
2.2 I.2 Erklärungsmodelle hoher musikalischer Leistung
2.2.1 I.2.1 Begabungskonzepte
2.2.2 I.2.2 Expertisemodell
2.2.3 I.2.3 Kritische Würdigung
2.3 I.3 Determinanten musikalischer Entwicklung
2.3.1 I.3.1 Vererbung
2.3.2 I.3.2 Umwelt und Sozialisation
2.3.3 I.3.3 Aktive Gestaltung der eigenen Entwicklung
2.4 I.4 Messbarkeit der Musikalität
2.4.1 I.4.1 Definition, Aufgaben und Ziele
2.4.1.1 I.4.1.1 SEASHORE und BENTLEY
2.4.1.2 I.4.1.2 Musikalitätstests von GORDON
2.4.1.3 I.4.1.3 Neuere Testverfahren
2.4.2 I.4.2 Kritik an Musikalitätstests
2.5 I.5 Musikalität und Persönlichkeit
2.5.1 I.5.1 Musikalität und Intelligenz
2.5.2 I.5.2 Persönlichkeitsmerkmale von Musikern
2.5.3 I.5.3 Wunderkinder
3. II Der Wettbewerb „Jugend musiziert“
3.1 II.1 Rahmenbedingungen des Wettbewerbes
3.1.1 II.1.1 Zur Grundsteinlegung und Entwicklung
3.1.2 II.1.2 Zur kulturpolitischen Bedeutung des Wettbewerbes
3.1.3 II.1.3 „Jugend musiziert“ und Europa
3.2 II.2 Forschungsarbeiten über „Jugend musiziert“
3.2.1 II.2.1 Jugend musiziert. Der Wettbewerb in der Sicht von Teilnehmern und Verantwortlichen (1987)
3.2.2 II.2.2 Leben für Musik. Eine Biographiestudie über musikalische (Hoch-) Begabungen (1989)
3.2.3 II.2.3 Jugend am Instrument. Eine Repräsentativstudie (1991)
4. III Der Fördergedanke bei „Jugend musiziert“
4.1 III.1 Musikalische und pädagogische Aspekte
4.1.1 III.1.1 Förderung von Neuer Musik und kammermusikalischen Besetzungen
4.1.2 III.1.2 Deutscher Kammermusikkurs und Jugendorchester
4.1.3 III.1.3 Begegnung und Beratung
4.1.4 III.1.4 Positive Auswirkungen einer Teilnahme
4.2 III.2 Ökonomische Aspekte
4.2.1 III.2.1 Anschluss- und Fördermaßnahmen
4.2.2 III.2.2 „WESPE“ – Wochenende der Sonderpreise
5. IV Kritische Stimmen und ungelöste Probleme
5.1 IV.1 Über Wettbewerbe in der Musik
5.1.1 IV.1.1 Negative Auswirkungen einer Teilnahme - „Jugend musiziert oder Jugend kämpft?“
5.1.2 IV.1.2 Qualitätsansprüche an Musikwettbewerbe: „Jugend musiziert“ auf dem Prüfstand
5.2 IV.2 Ungelöste Probleme bei „Jugend musiziert“
5.2.1 IV.2.1 Integration neuer Aufgaben
5.2.2 IV.2.2 Neue Medienentwicklungen
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag des Musikwettbewerbs „Jugend musiziert“ (JM) zur Begabtenfindung und -förderung in Deutschland. Sie analysiert die theoretischen Grundlagen musikalischer Begabung sowie die pädagogischen und ökonomischen Rahmenbedingungen von JM, um zu erörtern, inwiefern der Wettbewerb als Förderprojekt fungiert und welchen Herausforderungen sich dieses System im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche und mediale Entwicklungen stellen muss.
I.1.1 Anfänge der Musikalitätsforschung
Den ersten umfassenden Versuch, die Fähigkeiten und Merkmale eines musikalischen Menschen zu beschreiben, hat Theodor BILLROTH in seiner Schrift Wer ist musikalisch? (1895) unternommen. Er greift dabei sowohl auf die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Zeit als auch auf eigene Erfahrungen und Beobachtungen als Musiker zurück. Hinsichtlich der wissenschaftlichen Fundierung von BILLROTHS Überlegungen spielen vor allem die tonpsychologischen und physiologischen Erkenntnisse über die Grundlagen des Musikhörens und -erlebens eine wichtige Rolle. Dieses psychophysiologische Wissen über die Erregung von Sinnesorganen und Nervenfasern, über physiologische Prozesse der Wahrnehmung und Empfindung, bildeten eine wesentliche Grundlage für BILLROTH. Zusätzlich zieht er Beobachtungen aus Anthropologie und Musikethnologie heran, welche als neue Disziplin der Musikwissenschaften gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand.
I THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament, indem es Musikalität als Konstrukt definiert, verschiedene Begabungsmodelle diskutiert und sich mit der Messbarkeit musikalischer Fähigkeiten sowie der Persönlichkeit von Musikern auseinandersetzt.
II DER WETTBEWERB „JUGEND MUSIZIERT“: Hier werden die Entstehungsgeschichte, die kulturpolitische Bedeutung sowie die forschungsgeschichtlichen Arbeiten zu „Jugend musiziert“ vorgestellt, um das Format als Förderinstrument zu kontextualisieren.
III DER FÖRDERGEDANKE BEI „JUGEND MUSIZIERT“: Dieses Kapitel beleuchtet die pädagogischen und ökonomischen Förderstrukturen des Projekts, einschließlich Anschlussmaßnahmen wie Kurse und die Förderung von Ensembles.
IV KRITISCHE STIMMEN UND UNGELÖSTE PROBLEME: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Wettbewerbspraxis, dem Leistungsdruck und der Notwendigkeit, das System „Jugend musiziert“ an neue musikalische Realitäten (Popmusik, Medien) anzupassen.
Jugend musiziert, Musikalität, musikalische Begabung, Begabtenförderung, Musikwettbewerb, Expertiseforschung, Musikalische Sozialisation, Talent, Hochbegabung, Leistungsdruck, Musikpädagogik, Instrumentalausbildung, Musikpsychologie, Anschlussförderung
Die Arbeit untersucht den Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ als zentrales Instrument der Begabtenfindung und -förderung im musikalischen Bereich in Deutschland.
Das Spektrum reicht von musikpsychologischen Grundlagen über die historische Entwicklung von „Jugend musiziert“ bis hin zu aktuellen pädagogischen und ökonomischen Herausforderungen des Projekts.
Es wird analysiert, welchen Beitrag „Jugend musiziert“ bundesweit leistet und wie Möglichkeiten sowie Grenzen dieses Systems im Hinblick auf eine ganzheitliche musikalische Förderung zu bewerten sind.
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur zur Begabungsforschung sowie auf die Auswertung existierender empirischer Studien, insbesondere jener von Hans Günther Bastian.
Im Hauptteil wird „Jugend musiziert“ als integriertes Förderprojekt vorgestellt, inklusive der Darstellung von Rahmenbedingungen, Fördermaßnahmen, sowie kritischen Einwänden von Teilnehmern und Pädagogen.
Wichtige Begriffe sind „Jugend musiziert“, Begabtenförderung, Musikalität, Instrumentalausbildung, Anschlussmaßnahmen und Expertiseentwicklung.
Die Arbeit erkennt den hohen Stellenwert von Wettbewerben als Anreiz- und Vergleichssystem an, weist jedoch differenziert auf Risiken wie Leistungsdruck und die Gefahr einer Vernachlässigung aktueller musikalischer Strömungen hin.
Ja, die Arbeit betont, dass „Jugend musiziert“ flexibler werden muss, insbesondere durch die Integration populärer Musikbereiche und digitaler Medien, um die Lebenswelten der heutigen Jugendlichen besser abzubilden.
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