Bachelorarbeit, 2009
56 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ablauf der Arbeit
2 Ein kritischer Blick auf die Beschaffenheit des Systems Schule im Allgemeinen
2.1 Schule, Geschlecht und stereotype Zuschreibungen
2.2 Der soziale heimliche Lehrplan
2.3 Schülerinnen und Schüler in der Interaktion
2.4 Vorbildfunktionen von Lehrenden
2.5 Das Verhalten der Lehrenden im Bezug auf die Dominanz der Jungen
2.6 Die ,Double-Bind-Situation'
2.7 Das ,Doing Pupil'
2.8 Mädchen und die Technik
2.9 Kind und Karriere
3 Folgen der Ungleichberechtigung auf das Leben nach der Schule
3.1 1.Studie: „Evaluation der Eignungstest für das Medizinstudium in Österreich“
3.1.1 Ergebnisse der Eignungstests
3.1.2 Der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmer/innen
3.2 2. Studie: „Girls Crack IT! – Mädchen und junge Frauen in nicht-traditionelle Berufe“
3.2.1 Männer und Frauen in verschiedenen Berufen und mögliche Gründe für jene Segregation
3.2.2 Einstellung zu ,männlichen' und ,weiblichen' Fähigkeiten
3.2.3 Lehrende als Role-Models
3.2.4 Der Einfluss des Schultyps
4 Ein Lösungsweg
4.1 Monoedukation
4.2 Positive Auswirkungen auf die Berufs- und Studienwahl von Absolventinnen
4.3 Bildung der Geschlechtsidentität im monoedukativen Klassenverband
4.4 Aufmerksamkeit der Lehrenden
4.5 Geschlechtergerechte Sprache
4.6 Eine aktuelle (2004) Studie aus Oberösterreich
4.6.1 Ansprechender Unterrichtsstoff
4.6.2 Stereotype Verhaltensmuster
4.6.3 Verhalten der Lehrpersonen
4.7 Internationale Studien im Vergleich
4.7.1 USA
4.7.2 Australien
4.7.3 Neuseeland, Hong Kong
4.8 Kritisch betrachtet
5 Resümee
Die Arbeit untersucht die grundlegenden Ursachen für die geschlechtsspezifische Ungleichheit im österreichischen koedukativen Schulsystem sowie deren Auswirkungen auf die Lebens- und Berufswege von Schülerinnen. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das System Schule durch patriarchale Strukturen und den heimlichen Lehrplan Mädchen benachteiligt und inwiefern monoedukativer Unterricht als Lösungsansatz zur Förderung emanzipierter Lebensentwürfe dienen kann.
1 Einleitung
Junge Frauen und Männer in der Schule, in unserem Bildungssystem, sind oft gemeinsam in einer Klasse, streiten und lachen, sie lernen die gleichen inhaltlichen Themen, die ihnen die Lehrenden präsentieren aber auch und vor allem voneinander wird profitiert und gelernt. Die Schule ist und bleibt eine wichtige unumgängliche Sozialisationsinstanz, die jedes Kind bzw. jede/r Jugendliche zu durchlaufen hat. Dabei bekommen die Heranwachsenden einen Einblick wie Gesellschaft, Politik und Wirtschaft funktioniert und welche Aufgaben und Rollen sie darin inne haben sollten. Die Schule fungiert dabei wie ein Spiegel der Gesellschaft.
Wird der Blick nun genauer auf den Einfluss der Schule auf die Individuen und das im Laufe dieser Zeit, erworbene initialisierte Bild seiner Selbst, welches das spätere Leben nicht unwesentlich prägt, steuert, ist es von Nöten, dies nicht erst beim Eintritt in die Allgemein Bildende Höhere Schule (AHS) ins Auge zu fassen sondern bereits eine Stufe früher mit der Betrachtung von Einflussfaktoren anzusetzen. Es sind nämlich und vor allem die Unterschiede in der Sozialisation von jungen Frauen und Männern zu berücksichtigen, um zu verstehen, warum Kinder / Jugendliche so sind, wie sie sind und warum sie sich so verhalten, wie sie sich verhalten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Schule als zentrale Sozialisationsinstanz und führt in die Fragestellung der geschlechtsspezifischen Ungleichheit ein.
2 Ein kritischer Blick auf die Beschaffenheit des Systems Schule im Allgemeinen: Dieses Kapitel analysiert strukturelle Aspekte wie den heimlichen Lehrplan und die Interaktionsdynamiken, die zur Zementierung von Geschlechterrollen beitragen.
3 Folgen der Ungleichberechtigung auf das Leben nach der Schule: Anhand empirischer Studien werden die negativen Auswirkungen der koedukativen Beschulung auf die spätere Berufs- und Studienwahl von Mädchen untersucht.
4 Ein Lösungsweg: Das Kapitel diskutiert Monoedukation als Unterrichtsform sowie verschiedene geschlechtssensible Didaktikansätze zur Überwindung von Rollenstereotypen.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Notwendigkeit geschlechtssensibler Pädagogik zusammen und plädiert für die Integration von Gender-Themen in die Lehrerausbildung.
Monoedukation, Koedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Sozialisation, heimlicher Lehrplan, Geschlechterrollen, Berufsorientierung, Gender Mainstreaming, Schulerfolg, Rollenvorbilder, feministische Schulforschung, Identitätsbildung, Geschlechterhierarchie, Bildungsbiografie.
Die Arbeit analysiert, warum Mädchen im österreichischen koedukativen Bildungssystem benachteiligt werden und wie das System Schule aktiv zur Reproduktion traditioneller Rollenbilder beiträgt.
Zu den Kernbereichen zählen die Sozialisation in der Schule, der Einfluss von Lehrkräften als Rollenvorbilder, der sogenannte heimliche Lehrplan sowie die Effekte unterschiedlicher Unterrichtsformen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Ursachen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Schule bilden, welche Folgen dies hat und ob Monoedukation ein geeignetes Mittel zur Förderung der Emanzipation von Mädchen darstellt.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Einbeziehung qualitativer Studien und den Vergleich verschiedener empirischer Analysen zur geschlechtsspezifischen Bildungssituation.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Analyse des koedukativen Systems, die Auswertung spezifischer Studien zu Eignungstests und Berufswahl sowie die Diskussion der Monoedukation als Lösungsansatz.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Monoedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Sozialisation, Geschlechterrollen und Gender Mainstreaming maßgeblich geprägt.
Lehrkräfte fungieren als Repräsentanten der Gesellschaft und beeinflussen durch ihre unbewusste Erwartungshaltung, Didaktik und die Vergabe von Aufmerksamkeit maßgeblich das Selbstvertrauen und die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass monoedukativer Unterricht ein wertvolles Instrument sein kann, um Mädchen den Druck durch männliche Konkurrenz zu nehmen und eine geschlechtsuntypische Interessenentfaltung besser zu ermöglichen.
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