Bachelorarbeit, 2009
34 Seiten, Note: 1,3
1. EINFÜHRUNG
1.1 Gegenstand der Untersuchung
1.2 Forschungsabriss
2. FERNSEHEN ALS SPRACHROHR DER PARTEI
2.1 Funktion und rechtlicher Rahmen des Fernsehens als Herrschaftsinstrument der SED
2.2 Struktureller Aufbau der Einflussnahme auf das Fernsehen
2.2.1. Das ZK der SED – Der General- und der Agitationssekretär
2.2.2. Das ZK der SED – die Abteilung Agitation und Propaganda
2.2.3. Die Agitationskommission
2.2.4. Das Staatliche Komitee für Fernsehen
2.2.5. Die SED-Kreisleitung Fernsehen
2.2.6. Das Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrats
2.2.7. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS)
2.2.8. Weitere Institutionen
3. ZENSUR, SANKTION UND DISZIPLIN – DIE REGLEMENTIERUNG DES FERNSEHENS IN DER PRAXIS
3.1 Zensur
3.1.1. Zensur von Inhalten
3.1.2. Zensur formaler Kriterien
3.2 Indirekte Zensur
3.3 Grundlage der Akteursdisziplinierung: Anforderungen an Fernsehschaffende
3.4 Disziplinierung der Akteure
3.4.1. Parteistrafen: Von der Verwarnung bis zum Parteiausschluss
3.4.2. Personaltaktik à la SED: Versetzung, Kündigung, Berufsverbot
3.5 Grenzen der Reglementierung
3.6 Reglementierung, Reglementierte und journalistische Qualität
Diese Bachelorarbeit untersucht die staatliche Reglementierung des DDR-Fernsehens durch die SED, um aufzuzeigen, mit welchen Methoden die Partei das Fernsehen als Herrschaftsinstrument einsetzte und wie sie Fernsehschaffende disziplinierte. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwieweit wurde das Fernsehen der DDR tatsächlich und alltäglich staatlich reglementiert?
3.1 Zensur
Ungeachtet des verfassungsmäßigen Ausschlusses der Zensur machten die Medienlenker davon ungehindert Gebrauch. Eine eigene Behörde dafür gab es nicht, aus dem einfachen Grund, dass Zensur offiziell nicht stattfand. Sie war im Grunde oft auch gar nicht nötig. Die DDR-Medien funktionierten in erster Linie über eine andere, inoffizielle Form der „Vorzensur“: die so genannte „Schere in den Köpfen“ der Journalisten.
3.1.1. Zensur von Inhalten
Die Redakteure schlugen ihre geplanten Sendeabläufe in Redaktionskonferenzen vor, von denen aus sie an Joachim Herrmann übermittelt wurden. Die Agitationsabteilung änderte dann, strich, forderte Ergänzungen oder Vertiefung von Themen.
Scharf beobachtet wurde war die erfolgreiche Sendereihe „PRISMA“, ausgestrahlt von März 1963 bis zum Ende des DDR-Fernsehens 1991, die Alltagsprobleme thematisierte. Durchaus staatskonform konzipiert – es durften ausschließlich Probleme der Bevölkerung angesprochen werden, deren Lösung bereits präsentabel war – konnte man diesem Format dennoch eine gewisse Portion Kritik nicht absprechen. Die Sendung war, rückblickend betrachtet, einer der wenigen Versuche, eine Plattform für Ansätze einer Kommunikation von „unten“ nach „oben“ zu schaffen. Für die Macher von PRISMA bedeutete dies über Jahrzehnte eine ständige Gratwanderung zwischen Publikumswirksamkeit –die war bei PRISMA hoch war – und dem Unwillen der Partei. Die Kritik musste oberflächlich bleiben.
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung definiert das Fernsehen der DDR als zentrales Herrschaftsinstrument der SED und stellt die Forschungsfrage nach dem Wesen der staatlichen Reglementierung.
2. FERNSEHEN ALS SPRACHROHR DER PARTEI: Dieses Kapitel erläutert den rechtlichen Rahmen und die komplexe Organisationsstruktur der Einflussnahme, die das Fernsehen dem direkten Zugriff der SED-Spitze unterstellte.
3. ZENSUR, SANKTION UND DISZIPLIN – DIE REGLEMENTIERUNG DES FERNSEHENS IN DER PRAXIS: Dieser Teil untersucht die konkreten Zensurmethoden, die Akteursdisziplinierung und die Grenzen der Kontrolle, die maßgeblich durch ideologische Ausbildung und Sanktionsdruck aufrechterhalten wurden.
DDR-Fernsehen, SED, Medienlenkung, Zensur, Propaganda, Staatliche Reglementierung, Journalismus, Akteursdisziplinierung, Agitation, Herrschaftsinstrument, Schere im Kopf, Aktuelle Kamera, Kader, Sanktionen, DDR-Medien.
Die Arbeit analysiert die staatliche Reglementierung und Kontrolle des Fernsehens in der DDR durch die SED, um aufzuzeigen, wie das Medium als Propaganda- und Herrschaftsinstrument genutzt wurde.
Die Schwerpunkte liegen auf den Organisationsstrukturen der Medienlenkung, den Zensurmethoden, der Disziplinierung der Fernsehmitarbeiter und dem Zusammenspiel zwischen Parteivorgaben und journalistischem Handeln.
Das Ziel ist es, die Komplexität und den Alltag der staatlichen Reglementierung transparent zu machen, um die Forschungsfrage zu beantworten, inwieweit das DDR-Fernsehen tatsächlich staatlich gelenkt wurde.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, Zeitzeugenberichten sowie der Analyse von Archivmaterial, um die Mechanismen der Medienlenkung zu rekonstruieren.
Der Hauptteil widmet sich den Institutionen der Einflussnahme, der praktischen Umsetzung von Zensur (inhaltlich und formal), den Anforderungen an Fernsehschaffende und den Sanktionsmechanismen bei Abweichungen.
Begriffe wie SED-Herrschaft, Medienlenkung, Propaganda, Zensur, Akteursdisziplinierung und DDR-Fernsehen beschreiben den inhaltlichen Kern der Analyse am präzisesten.
Es handelte sich um eine Form der inoffiziellen Vorzensur, bei der die Journalisten durch jahrelange Erfahrung und Anpassungsdruck lernten, welche Themen und Darstellungen sanktioniert wurden, und sich infolgedessen selbst zensierten.
Es fungierte als organisatorisches Bindeglied, das die politischen Anweisungen der SED-Spitze in Programmrichtlinien übersetzte und die Einhaltung durch gezielte Personalpolitik sicherstellte.
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