Bachelorarbeit, 2020
59 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
2. Kinderschutz
2.1 Kinderschutz Zahlen und Fakten
3. Dokumente über die Zusammenhänge im Fall „Kevin“
3.1 Der Fall „Kevin“
3.1.1 Die Fallkonferenzen
3.1.2 Der Arzt, der Methadon rezeptierte
3.1.3 Die Familienhebamme
3.1.4 Der Casemanager
3.1.5 Der Amtsvormund
3.1.6 Der Kinderarzt und die Prof.-Hess-Kinderklinik
4. Kinderschutz und Öffentlichkeit
4.1 Der Fall „Kevin“ in den Medien
5. Der Schutzauftrag des Staates zwischen Elternrecht und Wächteramt
5.1 Umsetzung des Wächteramts durch die Kinder- und Jugendhilfe
5.2 Umsetzung des Wächteramts im Fall „Kevin“
6. §8a SGB VIII Schutzauftrag des Staates bei einer Kindeswohlgefährdung
6.1 Die Umsetzung des §8a SGB VIII im Fall „Kevin“
6.2 Kindeswohlgefährdung nach § 1666 BGB
6.2.1 Kindeswohlgefährdung als unbestimmter Rechtsbegriff und Begriffswandel
6.2.2 Wahrnehmung der Kindeswohlgefährdung im Fall „Kevin“
7. Eingriff in das Elternrecht anhand einer Inobhutnahme nach §8a ABS. 3. 1 SGB
7.1 Inobhutnahme im Fall „Kevin“
7.2 Amtsvormundschaft nach § 1797 c Abs. 1 BGB
7.3 Strukturelle Konflikte in der Ausführung einer Amtsvormundschaft
7.4 Amtsvormundschaft und Kevin
7.5 Gesetzesänderung in der Amtsvormundschaft
8. Kooperationen in einem Kinderschutzfall
8.1 Kollegiale Beratung als Basis für eine Kooperation
8.2 Der Fall „Kevin“ und die Kooperation der Fachkräfte
8.2.1 Zwischenresümee zur Kooperation im Fall „Kevin“
8.2.2 Zusammenarbeit zwischen Freiwilligkeit und Kontrolle bei suchtkranken Eltern
9. Frühwarnsysteme und Risikofaktoren als präventive Maßnahmen
9.1 Risikofaktoren und Risikofamilien
9.1.1 Risikofaktoren im Fall „Kevin“
9.1.2 Umgang mit Fehlern im Kinderschutz
10. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht anhand des Fallbeispiels „Kevin“ die komplexen Zusammenhänge und Anforderungen an den Kinderschutz sowie die Rolle der beteiligten Akteure im Geflecht der Sozialen Dienste. Ziel ist es, die Verantwortlichkeit in Kinderschutzfällen zu beleuchten, die Zusammenarbeit verschiedener Professionen zu analysieren und Chancen für präventive Ansätze in der zukünftigen Kinderschutzarbeit aufzuzeigen.
1. Einleitung
„Der Junge im Kühlschrank“ – Diese Worte werden mit einem Kinderschutzfall in Verbindung gebracht, bei dem ein vermeintliches Versagen des Jugendamtes zum Tod eines zweijährigen Jungen führte. Kinderschutzverläufe, bei denen ein Kind zu Tode kommt, lösen in der Gesellschaft einen Aufschrei aus, so geschehen im Fall „Kevin“. Im Jahr 2006 wurde der erst zweieinhalbjährige Kevin in der Wohnung seines Vaters von der Polizei tot aufgefunden. Die Tatsache, dass Kevin zum Todeszeitpunkt unter der Vormundschaft des Jugendamtes stand, ließ den Fall in einem besonderen Licht erscheinen. Trotz des Umstandes, dass Kevin von seinem Vater zu Tode misshandelt wurde, stand das Jugendamt im Fokus der Schuldzuweisungen. Die verschiedensten Thesen werden aufgestellt, wo Gründe zu suchen und finden sind. Der Fall wird heftig diskutiert und vermeintliche Lösungsansätze werden in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Für eine sozialpädagogische Fachkraft kann sich in diesem Kontext eine doppelte Betroffenheit entwickeln.
Einerseits ist da die Erschütterung über den Tod eines Kindes und andererseits wird sie mit der gesellschaftlichen Einschätzung konfrontiert, dass das Jugendamt versagt hat. Das Jugendamt stellt die Behörde dar, die sich dem Wohl der Kinder verschrieben hat. Das Jugendamt wird allerdings nicht kritiklos gesehen. Bei den betroffenen Klienten/-innen entsteht oft der Eindruck, dass diese Behörde Kinder den Eltern wegnimmt, also entzieht. Die Gesellschaft jedoch achtet das Jugendamt mit dem Vorwurf, dass nicht alles für das Kindeswohl getan wird. Außerdem wird ein spätes Einschreiten bei einer „Kindeswohlgefährdung“ immer wieder angeführt. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit dem Jugendamt die Verantwortung für einen Kinderschutzfall übertragen werden kann.
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen groben Überblick über das Thema Kinderschutz und definiert die Forschungsfrage anhand des Falles „Kevin“.
2. Kinderschutz: Es wird die historische Entwicklung des Kinderschutzes sowie das moderne Verständnis der Kinderschutzarbeit erläutert.
3. Dokumente über die Zusammenhänge im Fall „Kevin“: Hier werden die primären Informationsquellen (Mäurer-Dokumente und Untersuchungsausschuss) vorgestellt und der Fall chronologisch skizziert.
4. Kinderschutz und Öffentlichkeit: Die mediale Berichterstattung über den Fall „Kevin“ und deren Einfluss auf die professionelle Arbeit der Fachkräfte steht hier im Fokus.
5. Der Schutzauftrag des Staates zwischen Elternrecht und Wächteramt: Das Kapitel behandelt die verfassungsrechtlichen Grundlagen und das Spannungsverhältnis zwischen elterlicher Autonomie und staatlichem Schutzauftrag.
6. §8a SGB VIII Schutzauftrag des Staates bei einer Kindeswohlgefährdung: Die rechtliche Dimension des §8a SGB VIII und die Definition der Kindeswohlgefährdung im Kontext der Fallpraxis werden erörtert.
7. Eingriff in das Elternrecht anhand einer Inobhutnahme nach §8a ABS. 3. 1 SGB: Analyse der rechtlichen Voraussetzungen und der praktischen Durchführung einer Inobhutnahme im Kontext des Falles.
8. Kooperationen in einem Kinderschutzfall: Untersuchung der interprofessionellen Zusammenarbeit und der Bedeutung von kollegialer Beratung zur Fallsteuerung.
9. Frühwarnsysteme und Risikofaktoren als präventive Maßnahmen: Strategien für ein präventives Handeln und der Umgang mit Unsicherheiten in der Einschätzung von Risikofamilien.
10. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit.
Kinderschutz, Kindeswohlgefährdung, Jugendamt, Fall Kevin, Elternrecht, Amtsvormundschaft, Sozialpädagogik, Risikofaktoren, Kooperation, Wächteramt, Inobhutnahme, Schuldzuweisung, Prävention, Hilfe zur Erziehung, Fachkräfte.
Die Arbeit analysiert anhand des prominenten „Falls Kevin“, wie die verschiedenen Akteure im System des Kinderschutzes agieren und warum es bei der Umsetzung des Schutzauftrages zu fatalen Fehlern kommen kann.
Die zentralen Felder sind das Zusammenspiel zwischen Jugendamt, Familiengericht und Eltern, die Rolle der Medien bei Kinderschutzskandalen sowie die rechtlichen Grundlagen wie §8a SGB VIII.
Das primäre Ziel ist es, die komplexen und teils widersprüchlichen Anforderungen an Fachkräfte zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie interprofessionelle Kooperation verbessert werden kann, um Fehler im Kinderschutz zu minimieren.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Fallanalyse, wobei Dokumente parlamentarischer Untersuchungsausschüsse sowie Dokumente von Ulrich Mäurer als Basis für die Rekonstruktion des Falls dienen.
Der Hauptteil befasst sich mit der rechtlichen Einordnung des Kindeswohls, den Möglichkeiten und Grenzen des Wächteramts, der Rolle der Amtsvormundschaft und der Durchführung von Inobhutnahmen.
Kinderschutz, Kindeswohlgefährdung, Soziale Arbeit, staatlicher Schutzauftrag, Kooperation und interprofessionelles Fallmanagement.
Der Fall löste einen so starken öffentlichen Aufschrei aus, da das Kind unter staatlicher Obhut (Jugendamt/Vormundschaft) verstarb, was das System des Kinderschutzes in eine tiefe Legitimationskrise stürzte.
Das Wächteramt beschreibt die staatliche Pflicht, in die Elternrechte einzugreifen, wenn das Kindeswohl bedroht ist. Im Fall Kevin wird kritisiert, dass trotz verschiedener Akteure die Gefährdung nicht rechtzeitig abgewendet werden konnte.
Der Autor betont, dass Fehler im Kinderschutz nicht rein technisch durch Checklisten vermeidbar sind. Vielmehr ist eine offene, reflexive Fehlerkultur notwendig, in der das Gesamtsystem aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wird, statt nur einzelne Fachkräfte schuldig zu sprechen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

