Bachelorarbeit, 2021
42 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Aufbau der Arbeit
3. Begriffserklärung „fremd“
4. Fremdverstehen
5. Das Fremde in der Kinder- und Jugendliteratur
5.1 Figurentypen des Fremden
5.2 Das Fremde in der Phantastik
6. Interkulturelle Pädagogik
7. Ziele der interkulturellen Erziehung
8. Interkulturelles Lernen
8.1 Interkulturelle Lernprozesse im Literaturunterricht
8.2 Methoden des interkulturellen Lernens im Literaturunterricht
8.2 Ziele des interkulturellen Lernens im Literaturunterricht
8.3 Interkulturelles Lernen mit Kinder- und Jugendliteratur
8.4 Merkmale interkultureller Literatur
8.5 Grenzen des interkulturellen Lernens im Literaturunterricht
9. Praxisteil
9.1 Handlung
9.2 Figuren
9.2.1 Jannah Kismet
9.2.2 Suzan Kismet
9.3 Perspektivierung
9.4 Die Darstellung des Fremden und der Umgang mit Fremdheit – Band 1
9.5 Die Darstellung des Fremden und der Umgang mit Fremdheit – Band 2
9.6 Fazit
9.7 Interkulturelles Lernen mit Deniz Seleks Roman Band 1
9.8 Interkulturelles Lernen mit Deniz Seleks Roman Band 2
9.9 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht jugendliterarische Darstellungen des Fremden im Kontext des interkulturellen Lernens. Ziel ist es, am Beispiel der Kismet-Trilogie von Deniz Selek zu analysieren, wie Fremdheit in aktuellen Jugendromanen thematisiert wird und inwieweit diese Werke zur Förderung interkultureller Kompetenz im Deutschunterricht beitragen können.
9.4 Die Darstellung des Fremden und der Umgang mit Fremdheit – Band 1
Im Folgenden werden die interkulturellen Aspekte, die Darstellungen des Fremden und der Umgang mit Fremdheit in dem Roman „Kismet – Oliven bei Vollmond“ untersucht.
In dem Roman wird Suzan einige Male als eine abergläubische Person dargestellt. Auf Seite 27 stößt sich Jannah kurz vor einer Schulaufführung den Fuß. Darauf wirft ihre Mutter ihr vor, dass das passiert ist, weil sie ihren „Boncuk“ nicht getragen hat, obwohl sie Jannah darauf hingewiesen hat. Dabei handelt es sich um einen Talisman, welcher wie ein Auge aussieht und nach dem Volksglauben der Türken einen Schutz vor „bösen Blicken“ bieten soll. Also vor Menschen, die einem etwas Bestimmtes nicht gönnen und einem Schaden zufügen wollen (vgl. Thomas 2019). Jannah schildert, dass sie davon genervt ist und nicht verstehen kann, wieso ihre moderne und eigentlich „zu deutsche“ Mutter daran glaubt. Hinzufügend listet sie auf: „Wichtige Entscheidungen trifft sie nie am Dienstag, weil der türkische Dienstag „wackelt“ und so den guten Ausgang gefährden könnte. Ihre Schuhe stellt sie immer aufrecht und gerade hin, denn umgedrehte Schuhe bringen Unglück. Und Wäsche wird nur donnerstags gewaschen, weil das reich macht. Hier werden dem Rezipienten kulturelle Diversitäten aufgezeigt, und das Fremde wird erneut klischeehaft dargestellt.
Auf S. 32 hat der Jannah die Befürchtung, dass sie sich kurz vor einer schulischen Aufführung der Tanz -AG ihren Fuß verletzt hat, weil ihre Konkurrentin Merrie ihr „böse Blicke“ zugeworfen hat und ihre Mutter Recht hatte. Hier wird deutlich, dass sie eigentlich auch in gewisser Weise an den kulturell bedingten Aberglauben ihrer Mutter glaubt, obwohl sie dies als altmodisch bezeichnet hatte. Interessant ist in dieser Situation die Reaktion ihrer besten Freundin Lou, der sie ihre Befürchtung mitteilt. Für Lou ist „das böse Auge machen“, um anderen Menschen zu schaden, ein fremder Aberglaube. Demnach sagt sie, dass Jannah wieder einmal spinnt, dies ein Aberglaube aus dem Mittelalter ist, und Jannah das sein lassen soll. Diese erwidert jedoch, dass sie das nur sagt, weil es ihr noch nie passiert ist und sie einfach keine Ahnung von so was hat. Lou erklärt ihr, dass es keinen bösen Blick gibt und Merrie keine Macht über sie haben kann. Der kulturell bedingte Aberglaube ist für Lou so absurd, dass sie kein Verständnis dafür zeigen kann. Zudem stellt es für sie etwas Befremdliches dar.
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz des Fremdverstehens in einer globalisierten, heterogenen Gesellschaft und die Funktion der Schule sowie des Literaturunterrichts dabei.
2. Aufbau der Arbeit: Gibt einen Überblick über die theoretischen Grundlagen und die methodische Vorgehensweise im praktischen Teil der Arbeit.
3. Begriffserklärung „fremd“: Erläutert die sprachliche und soziologische Vielfalt des Begriffs „fremd“ und ordnet ihn in verschiedene Kategorien ein.
4. Fremdverstehen: Definiert Fremdverstehen als Schlüsselkompetenz und untersucht die Rolle der Literatur bei der Entwicklung von Empathie und Identität.
5. Das Fremde in der Kinder- und Jugendliteratur: Analysiert die historische Entwicklung der Darstellung des Fremden bis zur modernen problemorientierten Literatur.
6. Interkulturelle Pädagogik: Beleuchtet den historischen Rückblick der Pädagogik vom Umgang mit Gastarbeitern bis hin zur modernen interkulturellen Bildung.
7. Ziele der interkulturellen Erziehung: Führt allgemeine Zielsetzungen wie Toleranz, Chancengleichheit und Identitätsförderung im pädagogischen Kontext aus.
8. Interkulturelles Lernen: Vertieft die theoretischen Konzepte interkulturellen Lernens und deren Anwendungsmöglichkeiten sowie Grenzen im Unterricht.
9. Praxisteil: Untersucht die Kismet-Romane auf interkulturelle Aspekte und deren didaktische Eignung im Deutschunterricht.
Interkulturelles Lernen, Fremdverstehen, Kinderliteratur, Jugendliteratur, Deniz Selek, Patchworkfamilie, Migration, Identität, Interkulturelle Pädagogik, Literaturunterricht, Fremdheit, Stereotypen, Klischees, Diversität
Die Arbeit untersucht, wie das Thema „Fremdheit“ in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur dargestellt wird und wie dieser Prozess genutzt werden kann, um interkulturelles Lernen bei Schülern zu fördern.
Die zentralen Felder sind die interkulturelle Pädagogik, die theoretischen Ansätze zum Fremdverstehen, die Geschichte der Darstellung des Fremden in der Literatur sowie die didaktische Untersuchung aktueller Jugendromane.
Ziel ist es, die didaktische Eignung der „Kismet“-Trilogie von Deniz Selek zu prüfen, um festzustellen, ob und wie diese Romane zur interkulturellen Kompetenzentwicklung im deutschen Literaturunterricht beitragen können.
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse, bei der sie einen eigens erstellten Kriterienbogen als Analyseinstrument nutzt, um interkulturelle Aspekte aus dem Theorieteil direkt auf die Primärtexte anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Begriffen wie „Fremdheit“ und „interkulturelles Lernen“ sowie einen ausführlichen Praxisteil, der die Romanbände „Kismet – Oliven bei Vollmond“ und „Kismet – Köfte in Flipflops“ untersucht.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelles Lernen, Fremdverstehen, Jugendliteratur, Deniz Selek, sowie die Untersuchung von Klischees und Migration im literarischen Kontext.
Jannah fühlt sich weder rein deutsch noch rein türkisch. Sie definiert ihre Zugehörigkeit oft über ihre individuelle Persönlichkeit und empfindet beide Kulturen mal als nah, mal als fremd, was durch ihre familiäre Patchwork-Situation geprägt ist.
Humor spielt eine zentrale Rolle. Die Autorin stellt fest, dass das „Fremde“ in den untersuchten Romanen meist nicht als Konflikt, sondern als humorvolle und unterhaltsame Situation dargestellt wird, was den Zugang zu interkulturellen Themen erleichtert.
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