Masterarbeit, 2008
103 Seiten, Note: 2,7
1 Begriffserläuterungen
1.1 Integration
1.2 Pädagogik
1.3 Therapie
1.4 Reale Lebens- und Lernfelder
1.5 Behinderung
1.6 (Integrative) Kindertagesheime
2 Integrative Pädagogik
2.1 Das bisherige Erziehungssystem und eine Alternative
2.2 Die geistige Entwicklung des Menschen und die Bedeutung von Bewegung und Sprache für das Denken
2.3 Grundzüge der Allgemeinen Entwicklungslogischen Didaktik nach Feuser
2.4 Stützpädagogik und Kompetenztransfer
2.5 Zusammenfassung
3 Integrative Erziehung im Kindergarten
3.1 Formen der Integration
3.1.1 Integrative Erziehung durch räumlich integrierte Einrichtungen
3.1.2 Die integrative Gruppe
3.1.3 Einzelintegration im Regelkindergarten
3.2 Voraussetzungen für Integration
3.2.1 Wohnortorientierung
3.2.2 Erziehung ohne Aussonderung
3.2.3 Kooperation innerhalb des Teams
3.2.4 Fortbildung der Mitarbeiterinnen
3.2.5 Wissenschaftliche Begleitung
3.3 Rahmenbedingungen für Integration
3.3.1 Verkleinerte Gruppe
3.3.2 Zusammensetzung der Gruppe
3.3.3 Personalsituation
3.3.4 Räumlichkeiten und Ausstattung
3.3.5 Arbeit in Projekten
3.3.6 Elternarbeit
3.3.7 Dauer der Betreuung
3.4 Die Finanzierung integrativer Kindergärten
3.5 Bisherige Erfahrung mit Integration im Kindergarten
3.5.1 Subjektive Bewertung durch Eltern oder Angehörige
3.5.2 Objektive Bewertung durch wissenschaftliche Begleitforschung
3.5.2.1 Behinderte Kinder
3.5.2.2 Regelkinder
3.5.2.3 Die Gefahr abgebrochener Integration
3.6 Zusammenfassung
4 Therapie
4.1 Begriffserläuterung
4.2 Defektorientierte Therapie
4.3 Ganzheitlich orientierte Therapie
4.4 Der Zusammenhang von Therapie und Pädagogik
4.4.1 Die Aufgabe der Pädagogik
4.4.2 Der Auftrag an die Therapie
4.4.3 Berührungspunkte von Pädagogik und Therapie
4.5 Zusammenfassung
5 Integrierte Therapie
5.1 Definition
5.2 Das Besondere der integrierten Therapie
5.3 Kooperation von Pädagoginnen und Therapeutinnen
5.4 Die Finanzierung von (integrierter) Therapie im integrativen Kindergarten
5.5 Zusammenfassung: Vorteile der integrierten Therapie
6 Die Konduktive Förderung nach Petö
6.1 Definition
6.2 Theoretische Grundlage der Konduktiven Förderung
6.3 Die Zielgruppe
6.4 Die Aufgaben der Konduktorin
6.5 Die Rahmenbedingungen der Konduktiven Förderung
6.6 Die Durchführung der therapeutischen Übungen
6.7 Kritische Beurteilung
6.8 Problematische Umsetzung in Deutschland
6.9 Zusammenfassung
7 Untersuchung der Konduktiven Förderung auf Kompatibilität mit integrierter Therapie
7.1 Die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten
7.2 Die Unterschiede und Widersprüche
7.3 Ein erträumter Petö-Kindergarten mit integrierter Therapie
8 Fazit
8.1 Herausforderung an integrative Kindergärten durch integrierte Therapie
8.2 Veränderungen in der Arbeit der Therapeutinnen
9 Abschließende Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration von behinderten Kindern in Kindertagesstätten und analysiert kritisch, wie therapeutische Ansätze in den pädagogischen Alltag eingebettet werden können, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten, die sich von defektorientierten Strukturen distanziert.
4.3 Ganzheitlich orientierte Therapie
Anders als die defektorientierte Therapie gestaltet sich die ganzheitlich orientierte Therapie. Hier wird auf all das geachtet, was ein Mensch kann, seine Fähigkeiten, Möglichkeiten und Potentiale. Statt seine Krankheit oder Behinderung zu therapieren, versucht man, eine selbstständige Lebensführung des Menschen zu fördern. Eine Möglichkeit dazu ist, anstelle der therapeutischen Übung in einem speziellen Raum, den Menschen die Erfahrungen dort machen zu lassen, wo sie im täglichen Leben anwendbar sind. Dafür muss die Therapeutin sich darauf konzentrieren, „in der normalen Tätigkeit des Kindes die therapeutischen Qualitäten zu erspüren“. (Milani-Comparetti/ Roser 1987, S. 6) Überhaupt sollte gut abgewägt werden, wie viel Therapie sinnvoll ist, denn jede Sitzung birgt die Gefahr der weiteren Isolierung des Menschen. (Vgl. Milani-Comparetti/ Roser 1987, S. 4-6)
Eine in der defektorientierten Therapie festgelegt Norm lässt völlig außer Acht, dass die Funktion nicht vom Menschen zu trennen ist, sondern immer zusammenhängt mit den Lebenszusammenhängen des Einzelnen. Deshalb werden in der ganzheitlich orientierten Therapie z.B. Bewegungen trainiert, die für den Menschen eine Bedeutung haben, denn nur dann ergibt es für ihn einen Sinn, diese Bewegung zu üben und auszuführen. (Vgl. Störmer 2003, S. 206f) Therapeutisches Handeln muss also „den Bedürfnissen, Motiven und Interessen des Kindes entsprechen, um […] dem Kind die Dimensionen seiner Persönlichkeitsentwicklung zu eröffnen“. (Lanwer 1992, S 466)
1 Begriffserläuterungen: Klärung der zentralen Fachbegriffe wie Integration, Pädagogik und Therapie, um eine einheitliche Grundlage für das Verständnis der Arbeit zu schaffen.
2 Integrative Pädagogik: Vorstellung der theoretischen Grundlagen von Integration unter besonderer Berücksichtigung der Allgemeinen Entwicklungslogischen Didaktik nach Feuser und entwicklungspsychologischer Aspekte.
3 Integrative Erziehung im Kindergarten: Darstellung verschiedener Formen der Integration und der notwendigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung im Kindergartenalltag.
4 Therapie: Analyse und Unterscheidung zwischen defektorientierter und ganzheitlich orientierter Therapie, sowie Erläuterung des Zusammenhangs zwischen Pädagogik und Therapie.
5 Integrierte Therapie: Definition und Darstellung der Vorteile einer Therapie, die als Teil des normalen Gruppenalltags konzipiert ist und interdisziplinäre Kooperation erfordert.
6 Die Konduktive Förderung nach Petö: Untersuchung der theoretischen Grundlagen, Zielgruppen und praktischen Umsetzung der Konduktiven Förderung.
7 Untersuchung der Konduktiven Förderung auf Kompatibilität mit integrierter Therapie: Diskussion darüber, inwieweit die Methode nach Petö in eine integrierte Form überführt werden kann, um deren Potenziale zu nutzen.
8 Fazit: Zusammenfassende Darstellung der notwendigen Veränderungen auf Träger- und Therapeutenebene bei der Einführung integrierter Therapiekonzepte.
9 Abschließende Diskussion: Resümee der wichtigsten Thesen zur gemeinsamen Erziehung und zum Paradigmenwechsel in der Therapie.
Integrative Pädagogik, Integration, Inklusion, Konduktive Förderung, Integrierte Therapie, Ganzheitliche Therapie, Defektorientierung, Kooperation, Kompetenztransfer, Didaktik, Entwicklungslogik, Kindertagesstätte, Behindertenpädagogik, Lebensweltorientierung, Selbstständigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von integrativer Pädagogik und Therapie in Kindertageseinrichtungen, um behinderte Kinder nicht aus ihrem Lebensumfeld zu isolieren.
Die zentralen Felder sind die integrative Didaktik, die Kritik an defektzentrierten Therapieformen, die Konduktive Förderung nach Petö sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kindergarten.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Therapie in den pädagogischen Alltag integriert werden kann ("integrierte Therapie"), damit das Kind als Ganzes gefördert wird und nicht nur als defizitärer Patient.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle pädagogische und heilpädagogische Fachliteratur sowie einer kritischen Analyse bestehender Modelle und Expertisen.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Prinzipien von Integration, die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen in Kindergärten sowie einen Vergleich zwischen der klassischen Therapie und der Konduktiven Förderung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "integrierte Therapie", "Kompetenztransfer", "Alltagszusammenhang" und "ganzheitliche Förderung" charakterisiert.
Die integrierte Therapie findet direkt im Lebensalltag der Kinder statt und bezieht die pädagogische Umgebung mit ein, anstatt das Kind in isolierte Therapietrakte zu bringen.
Die Autorin erkennt das Potenzial der Methode an, kritisiert jedoch die starren, oft isolierenden Strukturen und das Fehlen freier Spielanteile im ungarischen Originalmodell.
Ein "Kompetenztransfer", bei dem sich Erzieherinnen und Therapeutinnen austauschen und gegenseitig von ihren Fachdisziplinen lernen, wird als essenzielle Voraussetzung genannt.
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