Diplomarbeit, 2009
274 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 PAS – Parental Alienation Syndrome
2. Mediation - eine Übersicht
2.1 Bedeutung und Anwendungsbereiche Mediation heute
2.2 Die Situation in Rheinland-Pfalz - LKTS
2.3 Tradition ohne Einheitlichkeit
2.4 Mediation im Kontext Cochemer Praxis
2.5 Mediation im Kontext Integrierte Mediation
3 Vergleichende Darstellungen verschiedener Ansätze – Hypothese: Der Erfolg eines Modelles entscheidet sich in der Umsetzung
3.1 Systematik des Vergleichs
3.1.1 Theoretischer Hintergrund – konzeptionelle Hintergründe
3.1.2 Methodische Ansätze
3.1.3 Formale und informelle Kooperation
3.1.4 Stellenwert Vernetzung
3.1.5.1 Kostenfaktoren für die Betroffenen
3.1.5.2 Kostenfaktoren für die Professionen
3.2 Cochemer Praxis – Fakten + Zahlen
3.3 Integrierte Mediation – Fakten + Zahlen
3.4 Gänzlich verschieden oder doch Gemeinsamkeiten?
3.4.1 Erfolge / Misserfolge
4 Folgerung / Konsequenzen
4.1 Diskussion – Der Erfolg eines Modells entscheidet sich in der Umsetzung
4.2 Kann man beide Methoden kombinieren?
4.3 Abschließende Bewertung
Die Diplomarbeit untersucht und vergleicht die methodischen Ansätze der "Cochemer Praxis" und der "Integrieren Mediation" in hochstrittigen Trennungs- und Scheidungsverfahren. Ziel ist es, zu analysieren, wie beide Modelle Familiensysteme neu strukturieren und welche Erfolgsfaktoren bei ihrer praktischen Umsetzung in der Arbeit mit betroffenen Eltern und Kindern entscheidend sind.
Was passiert, wenn es anders kommt?
Es gibt noch andere Nuancen der Trennung. Die schlimmste Form ist die, die in einen „Rosenkrieg“ eskaliert. Bei diesen Trennungen gibt es Gewinner und Verlierer. Die Verlierer sind in der Regel nicht die Erwachsenen, sondern die Kinder. Hier wird um jeden Cent gekämpft, um Tisch, um Bett, um Haus und Hof. Gegenseitige Kränkungen versperren einen konstruktiven Weg der gemeinsamen Elternschaft. Der Partner muss mit all seinen Fehlern für die „verlorene“ Zeit mit ihm büßen. Die letzte Waffe, mit der man dem anderen weh tun kann, ist das gemeinsame Kind oder sind die gemeinsamen Kinder.
Es ist kein rationaler Entschluss, der hinter diesem Prozess steckt. Rein aus den Emotionen des Elternteils heraus, bei dem die Kinder leben, werden die Kinder gegen den anderen Elternteil – den einstmals geliebten Partner – bei dem sie nicht leben, aufgehetzt. Der in sich getragene und nun wachsende Hass wird auf das Kind übertragen. Das Kind muss den anderen Elternteil nun auch hassen, damit man diesen endgültig los wird und noch zusätzlich Rache – für was auch immer – an ihm übt. Den Eltern gelingt es hier nicht, ihren Paarkonflikt von ihrer Verantwortung als Eltern zu trennen. Da Kinder zu ihren Eltern eine bedingungslose Liebe hegen, vertrauen sie ihnen auch bedingungslos. Sie folgen unbewusst, und für sie auch noch nicht reflektierbar den Emotionen des Elternteils bei dem sie leben aus Loyalität heraus. (Napp-Peters, 1995)
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Hochstrittigkeit und erläutert die Motivation der Autorin, die Arbeitsweisen der Cochemer Praxis und der Integrierten Mediation zu vergleichen.
1.1 PAS – Parental Alienation Syndrome: Dieses Kapitel erläutert das Phänomen der Eltern-Kind-Entfremdung und dessen schwerwiegende psychische Folgen für die betroffenen Kinder.
2. Mediation - eine Übersicht: Hier wird der theoretische Begriff der Mediation definiert sowie ihre verschiedenen Anwendungsbereiche und Stile in der Sozialen Arbeit dargestellt.
2.1 Bedeutung und Anwendungsbereiche Mediation heute: Es wird die Differenz zwischen Kompromiss und Konsens herausgearbeitet und die Phasen der Mediation werden kurz skizziert.
2.2 Die Situation in Rheinland-Pfalz - LKTS: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung und Ziele der Arbeitskreise Trennung und Scheidung (AKTS) sowie der Landeskonferenzen in Rheinland-Pfalz.
2.3 Tradition ohne Einheitlichkeit: Die Autorin gibt Einblicke in die Arbeit der Selbsthilfegruppe "Väteraufbruch für Kinder" und beleuchtet die Schwierigkeiten betroffener Elternteile.
2.4 Mediation im Kontext Cochemer Praxis: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Mediation in der Cochemer Praxis zwar mediative Elemente nutzt, diese aber einem übergeordneten Ziel der Elternverantwortung untergeordnet sind.
2.5 Mediation im Kontext Integrierte Mediation: Es wird erklärt, wie Richter im Rahmen der Integrierten Mediation in die Rolle des Mediators schlüpfen, um innerhalb des Gerichtsverfahrens Konsens zu erzielen.
3 Vergleichende Darstellungen verschiedener Ansätze – Hypothese: Der Erfolg eines Modelles entscheidet sich in der Umsetzung: Dieser Teil leitet den methodischen Vergleich ein und stellt die Hypothese auf, dass die erfolgreiche Umsetzung der jeweiligen Modelle entscheidend für die Hilfe zur Neu-Strukturierung von Familien ist.
3.1 Systematik des Vergleichs: Die Vergleichskriterien werden definiert, darunter theoretische Hintergründe, Methodik, Kooperationsformen und Kostenfaktoren.
3.1.1 Theoretischer Hintergrund – konzeptionelle Hintergründe: Hier werden die Akteure und die Entstehungsgeschichte sowohl der Cochemer Praxis als auch der Integrierten Mediation namentlich und historisch aufbereitet.
3.1.2 Methodische Ansätze: Die Autorin erläutert die rechtlichen und praktischen Vorgehensweisen von Jugendamt, Anwälten und Richtern in beiden Modellen.
3.1.3 Formale und informelle Kooperation: Die Bedeutung der Vernetzung und des informellen Informationsflusses für den Fortgang der Verfahren wird analysiert.
3.1.4 Stellenwert Vernetzung: Die Arbeit beleuchtet, wie Vernetzung als zielgerichtetes Instrument zur Kindeswohlsicherung dient.
3.1.5.1 Kostenfaktoren für die Betroffenen: Die materiellen und immateriellen Kosten hochstrittiger Trennungen werden dargelegt.
3.1.5.2 Kostenfaktoren für die Professionen: Hierbei geht es um die wirtschaftliche Betrachtung der Arbeitsweise für Anwälte und Sachverständige.
3.2 Cochemer Praxis – Fakten + Zahlen: Daten zur Arbeitsweise des AKTS Cochem werden präsentiert.
3.3 Integrierte Mediation – Fakten + Zahlen: Erfahrungen und Daten zum Justizprojekt "Koblenzer Praxis" und der Integrierten Mediation werden wiedergegeben.
3.4 Gänzlich verschieden oder doch Gemeinsamkeiten?: Ein Fazit des Vergleichs, das Gemeinsamkeiten und methodische Unterschiede herausarbeitet.
3.4.1 Erfolge / Misserfolge: Es wird analysiert, wie die verschiedenen Akteure Erfolg und Misserfolg in ihrer Arbeit definieren.
4 Folgerung / Konsequenzen: Die Autorin zieht Bilanz über die Wirksamkeit der Modelle und leitet Handlungsempfehlungen ab.
4.1 Diskussion – Der Erfolg eines Modells entscheidet sich in der Umsetzung: Eine kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Wirksamkeit der Modelle unter Einbeziehung der Sichtweisen von Betroffenen.
4.2 Kann man beide Methoden kombinieren?: Die Frage nach Synergien zwischen beiden Arbeitsweisen wird bejaht.
4.3 Abschließende Bewertung: Ein abschließendes Resümee, das die Notwendigkeit von Fortbildungen und einer klaren Zielausrichtung für alle Professionen betont.
Cochemer Praxis, Integrierte Mediation, Trennung und Scheidung, Hochstrittigkeit, Kindeswohl, Elternverantwortung, Mediation, Jugendamt, Familienrecht, Vernetzungsarbeit, Parental Alienation Syndrome (PAS), Familiengericht, Sozialarbeit, Konsens, Konfliktlösung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich zweier innovativer Interventionsmodelle in hochstrittigen familienrechtlichen Trennungsverfahren: der "Cochemer Praxis" und der "Integrierten Mediation".
Zentral sind die Themen Elternverantwortung, Kindeswohl, die Rolle der beteiligten Professionen (Richter, Anwälte, Jugendamt) sowie die Bedeutung von Vernetzung und Kommunikation bei hochstrittigen Trennungen.
Ziel ist es zu zeigen, wie durch diese Modelle Familien aus einem destruktiven Konfliktmodus hin zu einer einvernehmlichen, zukunftsorientierten Elternschaft geführt werden können.
Die Autorin stützt sich auf eine Kombination aus Literaturrecherche, Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. SGB VIII, FGG) sowie auf eine Vielzahl von Experteninterviews mit den Akteuren vor Ort in Cochem und Altenkirchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Gegenüberstellung von Methodik, Kooperationsstrukturen, Vernetzungsgrad und den Kosten- bzw. Erfolgsfaktoren beider Modelle.
Schlüsselbegriffe sind Cochemer Praxis, Integrierte Mediation, Kindeswohl, Konfliktlösung, Elternverantwortung und Vernetzungsarbeit.
Die Arbeit diskutiert, dass bei sehr jungen Kindern oft andere Schwerpunkte bei der Bindungsförderung gesetzt werden müssen als bei älteren Kindern, die bereits durch Loyaliätskonflikte stärker vorbelastet sein können.
Ein zentrales Problem der Untersuchung ist, dass „Kindeswohl“ oft ein vager Rechtsbegriff ist. Beide Modelle versuchen daher, diesen Begriff durch klare Zieldefinitionen – wie die Aufrechterhaltung beider Elternteile für das Kind – praktisch und konkret mit Leben zu füllen.
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